Welche Filme und Serien gefördert werden: „Kein Projekt bleibt liegen“

Die neuen Förderzusagen bringen heimische TV-Hits und Hollywood-Stars.
Kommissar Rex

Die Fördermittel für TV, Streaming und internationale Serviceproduktionen wurden fürs laufende Budgetjahr deutlich zurückgeschraubt. Über FISAplus werden heuer, statt 80 Millionen Euro im Vorjahr, nur mehr maximal 55 Mio. Euro bewilligt. Dennoch hält sich der Katzenjammer in der Branche in Grenzen. Der Tenor: Wie es aussieht, geht sich das meiste aus.

Bisher wurden heuer 26 Förderzusagen gegeben, mit einem Fördervolumen von knapp 32 Millionen Euro. Im gesamten Vorjahr wurden rund 50 nationale und internationale Film- und Serienproduktionen gefördert.

Die gelisteten Projekte sind durchaus prominent. Allen voran ist demnach bereits eine zweite Staffel für die Neuauflage von „Kommissar Rex“ in Planung. 4,4 Millionen Euro Fördergeld sind einmal für weitere Neunzigminüter (in Staffel 1 sind es sechs) reserviert. Ein grünes Licht von ORF und Sat.1 steht noch aus, dem Vernehmen nach will man weitere Ausstrahlungstermine abwarten. Teil 1 am 13. April lief jedenfalls passabel.

An ORF-Produktionen außerdem zugesagt sind Mittel für eine zweite Staffel der Krankenhausserie „Pflegeleicht“. Staffel 1 geht heuer auf Sendung. Ebenfalls gesichert scheinen Staffel 6 für „SOKO Linz“ und zwei neue steirische ORF/ARD-Landkrimis. Budgetär noch aus 2025 nachgezogen wurde bei FISAplus ein dritter Landkrimi über Jonas Horak in der Regie von Karl Markovics.

Nachschub an Heimatfilm

Zugesagt wurden auch Gelder für den TV-Spielfilm „Halbweg“ von Olivia Retzer (mit Simon Schwarz und Manuel Rubey) und für einen zweiten „Herzklang“-Heimatfilm mit Melissa Naschenweng, vorausgesetzt, er wird fixiert. Gleiches gilt für die ZDF-Reihe „Die Maiwald“ mit Doris Schretzmayer als Landtierärztin im Pinzgau. Auch hier fehlte bisher noch das grüne Licht des Senders für eine Fortsetzung.

Letzter Tropfen

Für ServusTV sind vor allem. ARD-Koproduktionen gelistet: Die Krimireihe „Meiberger“, die 9. Staffel „Watzmann ermittelt“. Im Alleingang macht man mit dem Altausseekrimi weiter: Mit „Letzter Tropfen“ steht Teil 7 an. Beim ZDF gehen die in Österreich gedrehten Serien „Der Bergdoktor“ und „Die Bergretter“ weiter. Auch die Serie "Downgrade", die von einer stinkreichen Familie mit Abstiegssorgen handelt, scheint für eine zweite Staffel (die erste mit u.a. Ulrich Tukur und Moritz Bleibtreu wird erst ausgestrahlt) zurück nach Österreich zu kommen.

Sorgen machte man sich zuletzt aufgrund geringerer Förderanreize um die großen internationalen Serviceproduktionen. Hierbei können aber einzelne Erfolge vermeldet werden. In der Liste findet sich das Historienepos „The Rage“ über den Bauernaufstand von 1381 in England. In Paul Greengrass’ Film wird Matthew McConaughey die Hauptrolle spielen.

Ein Mann zielt konzentriert mit einem Scharfschützengewehr durch ein Zielfernrohr in einem dunklen Raum.

Eddie Redmayne als Sniper in „The Day of the Jackal“. Bald auch in Wien?

Mit Eddie Redmayne könnte ein weiterer Oscar-Star hierzulande drehen: Die zweite Staffel der Peacock-Serie „The Day of the Jackal“ dürfte mehr Drehtage in Österreich bekommen als die erste. Mit einer Förderzusage über 956.000 Euro.

Derzeit "kein Stopp" für Ansuchen

Das Wirtschaftsministerium freut sich, „Produktionen mit hoher internationaler Sichtbarkeit und klarer Wertschöpfung zu gewinnen“ und verweist aufs jüngst abgeschlossene Filmkoproduktionsabkommen mit Indien als „weiteren strategischen Schritt, um neue internationale Märkte zu erschließen“.

30 Prozent der FISAplus-Gelder sind – heuer erstmals – bis Ende August für internationale Serviceproduktionen blockiert. Das Ministerium versichert aber: „Derzeit gibt es keinen Stopp. Kein eingereichtes Projekt muss nur wegen der 30-Prozent-Regel bis 31. August liegen bleiben.“

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