Böhmi is back: "ZDF Magazin Royale", ab 6. November im ZDF

© ZDF und Jens Koch/ZDF/Jens Koch

Kultur Medien
11/06/2020

Böhmermann ist zurück: Neue Show "ZDF Magazin Royale" startet

Der Chefsatiriker des „Zweiten Deutschen Internets“ wechselt in das große ZDF – die neue Show startet heute (Freitag) um 23 Uhr.

Jan Böhmermann hat in den vergangenen Tagen genau das Gegenteil von dem getan, was er mit seiner neuen Show vorhat. Sie startet am Freitag (6. November, 23 Uhr, ZDF), heißt „ZDF Magazin Royale“ und dauert nur eine halbe Stunde. Da heißt es, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – „fokussierter“ werde die Sendung werden, sagt Böhmermann. Im Messengerdienst Telegram, in dem er neuerdings unterwegs ist, geriert er sich aktuell komplett anders.

Wenig Fokus, viel Geraune und Gaga-Einträge wie: „Wenn ich beim Griechen Kroketten bestelle: immer 6! Wenn ich beim Bosnier Kroketten bestelle: 9!!! Was ist hier los?“ Die neue Show, Telegram, vielleicht sogar die Kroketten – all das dürfte irgendwie zusammenhängen. Wie, das kann man – wenn man Glück hat – erst sagen, wenn die erste Ausgabe des „ZDF Magazin Royales“ gesendet wurde.

Wirre Telegramme

Böhmermann hat über die Jahre die Kunst perfektioniert, sich ins Gespräch zu bringen. Das war sein Pfund, als er auf dem Spartensender ZDFneo seine Vorgängersendung „Neo Magazin Royale“ (bis 2019) zu einer Marke entwickelte. Manchen ging er damit gehörig auf den Geist, zumal er mit den Jahren gefühlt immer ernster, immer mehr zu einer politischen Figur wurde und sich zum Teil auch so verhielt.

Seine Fans aber schätzen das Böhmermann'sche Gesamtkunstwerk, in dem Fernsehen auch immer nur ein Teil unter vielen war und viel über Bande ins Netz gespielt wurde oder gleich ganz dort blieb. So ist das auch aktuell. Böhmermann parodiert auf Telegram offensichtlich das irrlichternde Gehabe von Verschwörungstheoretikern, für die der umstrittene Dienst zum Zufluchtsort geworden ist. Die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt dazu: „Das ist jetzt zu viel der Ehre, klar, aber: Böhmermanns kalkuliert wirren Telegramme erinnern an die Pittura metafisica, an die metaphysische Malerei von Giorgio de Chirico.“

Nicht mehr Nische

Was sich nun ändert: Böhmermann ist definitiv nicht mehr Nische, sondern offiziell ZDF-Hauptprogramm. Er läuft jetzt direkt hinter der extrem populären „heute-show“ von Oliver Welke, was Auswirkungen auf die Quoten haben wird. Anders gesagt: Aus großer Kraft folgt große Verantwortung, um mal popkulturell zu werden. Böhmermann muss nun liefern. Oder?

„Wenn meine Kolleginnen, Kollegen und ich in den letzten Jahren etwas gemacht haben, dann war es liefern. Die Frage ist nur immer: Was wird geliefert?“, sagt er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Über das Konzept will er noch nicht viel verraten. Es wird wohl einen Vorhang geben und einen Schreibtisch, klassisch Late-Night-Show. Die Sendung soll weniger die Woche nachklappern und selbst Themen setzen. „In den vergangenen Jahren war der “Schreibtisch-Teil„ in unserer Show, also die Auseinandersetzung mit Themen von morgen, ein Seitenaspekt“, sagt Böhmermann. „Der rückt jetzt in den Mittelpunkt.“ Deswegen rücke auch der Tisch nun in die Mitte im Studio in Köln.

Überbaut wird die Erwartungshaltung durch den Sendungstitel, der an das „ZDF-Magazin“ von und mit Gerhard Löwenthal erinnert. Die Sendung war bis in die späten 80er Jahre hinein ein berüchtigt konservatives Politmagazin, gegen das die SPD zeitweise einen Interviewboykott startete. Was man Löwenthal nicht vorwerfen konnte, war, keine klare Haltung zu haben. Man kann davon ausgehen, dass es bei Böhmermann ähnlich sein wird, nur etwas lustiger. Und vielleicht erinnert sich sogar noch jemand aus dem Publikum an Löwenthal. Böhmermann bezeichnet seine Zielgruppe mit „Jugendliche unter 62 Jahre“.

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