Eine letzte Ermittlungsrunde für Lukas Roither (Jakob Seeböck) und Nina Pokorny (Julia Cencig) in der letzten Staffel von "SOKO Kitzbühel"

© ORF/ORF/Gebhardt Productions/Stefanie Leo

Kultur Medien
09/13/2021

"SOKO Kitzbühel": Heute beginnt die letzte Staffel

Die Krimi-Serie geht am Dienstag in die letzte Staffel. Die Schauspieler im Gespräch über das "SOKO"-Aus, neue Projekte und "bequeme Serien-Hintern".

von Nina Oberbucher

Nach 20 Staffeln ist Schluss. Am Dienstag (20.15 Uhr, ORF 1) fällt der Startschuss für die letzten 13 Episoden der Krimi-Serie „SOKO Kitzbühel“ – zum Auftakt mit einer „Home Invasion“ und einer missglückten Geiselnahme beim örtlichen Juwelier (Harald Schrott).

Es war der Wunsch des ZDF, der die „SOKO“ gemeinsam mit dem ORF produziert, das Format urbaner zu gestalten – das Nachfolgeprojekt aus Linz entsteht gerade. Für das Team aus Kitzbühel kam die Nachricht überraschend während der Dreharbeiten im Vorjahr: „Man hat uns so wie jedes Jahr zum Essen eingeladen und dann wurde es uns gesagt. Wir haben uns jeden Sommer gefragt: Ist das jetzt das letzte Mal? Im Vorjahr hat keiner daran gedacht und das hat uns schon kalt erwischt“, erzählt Jakob Seeböck, der seit 2009 als Major Lukas Roither in Kitzbühel auf Verbrecherjagd war und nun ein weinendes und ein „mutig in die Zukunft blickendes Auge“ habe.

„Freuen tut man sich nicht, aber das ist normal in dem Beruf: Ein Projekt ist zu Ende, ein anderes beginnt“, sagt der ROMY-Preisträger. In der ORF-Serie „Alles finster“, an der gerade gearbeitet wird, mimt er im Gegensatz zu seiner Figur bei der „SOKO“ einen eher unsympathischen Zeitgenossen. Es sei nur eine sehr kleine Rolle, „aber besser ein kleiner guter als ein großer schlechter Auftritt.“

Ihr eigenes kleines Serienprojekt hat mittlerweile Veronika Polly, auch bekannt als Rechtsmedizinerin Dr. Stefanie Löcker: In „Polly plauscht“ stellt sie auf den Social-Media-Kanälen von St. Pölten ihre Heimatstadt vor. Das „SOKO“-Aus war auch für sie „ein Schock“, dennoch kann sie dem erzwungenen Tapetenwechsel Positives abgewinnen: „Nach so einer langen Zeit hat man schon ein bisschen einen bequemen Serien-Hintern, das muss man zugeben. Plötzlich entdeckt man seine Kreativität wieder neu und ist beinahe gezwungen, sich wieder was zu trauen. Das tut gut, weil es einen ein bisschen wacher werden lässt.“

Vor dem „SOKO“-Abschluss gibt es für die Frau Doktor übrigens noch was fürs Herz: „Sie lernt jemanden kennen, und es fliegen Schmetterlinge in ihrem Bauch. Aber wie das Ganze dann endet, das darf ich natürlich noch nicht verraten“, sagt Polly schmunzelnd.

Emotional wird es in der Finalstaffel auch noch für Majorin Nina Pokorny, gespielt von Julia Cencig. Die Story sei wohl auch mit ein Grund, warum der Schauspielerin das Ende besonders nahegeht: „Es hat sich so gedoppelt. Da war der Abschied von der Arbeit, und meine Figur hat auch noch so eine riesengroße emotionale Kiste am Ende der Staffel – da bleibt wirklich kein Auge trocken“, so Cencig, die 2015 ihren Dienst in den Tiroler Bergen angetreten ist.

Dass es nun vorbei ist, berühre sie sehr, „aber es ist auch schön und gut so. Schlimmer wäre, wenn es mich kalt lassen würde, weil dann müsste ich mich ja fragen, ob es das überhaupt wert war, sieben Jahre seines Schauspielerlebens herzugeben und sich den ganzen Stress mit der Familie anzutun.“ Anfangs hatte sie gedacht, sie würde vielleicht ein, zwei Jahre dabei bleiben. „Das Format hat mich dann aber richtig an sich gebunden – da war ich selber überrascht“, lacht die Kärntnerin. „Es war ein familiäres Arbeiten, mit viel Professionalität. Da hat viel zusammengespielt.“

Bei Nachfolgeprojekten bestehe noch Luft nach oben: „Es ist nicht so viel los, wie ich mir das wünschen würde und wie viel Energien ich zur Verfügung habe.“ Im Sommer war sie auf der Theaterbühne zu sehen, im Frühling hat sie für ,Die Toten vom Bodensee‘ gedreht und im Herbst steht sie für ,Blind ermittelt‘ vor der Kamera – „aber nichts auf der Protagonistenseite.“

„Sehr dicht“ sei die Auftragslage gerade bei Ferry Öllinger, von Folge 1 an als Chefinspektor Alois Kroisleitner dabei. Ab Oktober steht er mit Ex-„SOKO“-Kollegin Kristina Sprenger in „Arthur & Claire“ in Berndorf auf der Theaterbühne, ein Auftritt beim „Steirerkrimi“ folgt.

Bei der „SOKO“ gebe es noch „eine sehr schöne Geschichte zwischen dem ,Kroisi‘ und seinem Sohn. Es sind 13 spannende neue Fälle – und ein sehr schöner, lakonischer Abschied.“

Die Anfänge
Im Juni 2001 starteten die Dreharbeiten, bereits im Herbst desselben Jahres ging die erste Folge on air. Im Laufe der Jahre ermittelten Kristina Sprenger, Hans Sigl, Andreas Kiendl, Jakob Seeböck und Julia Cencig

Die Bilanz
„SOKO Kitzbühel“ zählt 163 45-minütige Folgen sowie sieben Episoden in Spielfilmlänge. Das ergibt 7.956 Sendeminuten

Die Nachfolge
„SOKO Linz“ mit Katharina Stemberger und Daniel Gawlowski soll 2022 im ORF laufen
 

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