Realitätsverweigerer unter uns
Dauerhitze im Osten Österreichs führt zu gesundheitlichen Belastungen und Umweltproblemen.
„Es ist mit extremer Hitzebelastung im Osten Österreichs zu rechnen.“ – Die aktuellen Warnhinweise der Wetterdienste liefern nicht mehr nur Temperaturprognosen, sie gehen auch auf die Menschen ein: „Extreme Hitzebelastung führt zu erhöhter Körpertemperatur, Schwäche und Müdigkeit. Es wird empfohlen, auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten sowie unnötige Anstrengungen während der heißesten Tageszeit zu vermeiden. Suchen Sie schattige, gekühlte Orte auf ...“
Verlässt man derzeit das Haus, muss man mit sozialer Explosionsgefahr rechnen. Viele Menschen, die man trifft, sind nicht nur körperlich, sondern auch nervlich durch die Dauerhitze am Anschlag.
Die Nächte bringen keine Abkühlung, das erschwert den Schlaf; die Böden geben keine Feuchtigkeit mehr ab und verlieren ihre kühlende Wirkung. In Teilen des Burgenlands kam am Montag noch Wind dazu, der die Austrocknung förderte. Die Grundwasserspiegel sinken, Wasser wird knapp, die Waldbrandgefahr steigt, wie ein Feuer bei Sieggraben gestern zeigte.
Wem die Hitze zu Kopf steigt
Wer das nach wie vor herunterspielt und sagt: „Aber früher war’s im Sommer auch heiß“, ist vermutlich Realitätsverweigerer oder es ist ihm die Hitze zu Kopf gestiegen. Oder er hat kein Thermometer oder aber keinerlei Bezug zu Menschen, Pflanzen und Tieren, die unübersehbar so belastet sind, wie sie es früher mit einigen aufeinanderfolgenden Hitzetagen nie waren.
Von „Hitzetagen“ sprach man einst, wenn die Temperaturen für drei oder gar vier aufeinanderfolgende Tage jenseits der 30 Grad lagen. Inzwischen freuen wir uns auf „Abkühlung“, wenn die Prognosen „nur“ 30 Grad in Aussicht stellen.
Liebe Realitätsverweigerer, es geht nicht darum, Hysterie zu schüren oder in der brütenden Hitze Schlagzeilen auszubrüten – es geht darum, anzuerkennen, was ist. Es ist heiß, und es wird heißer. Da hilft es nicht, den Kopf in den trockenen Boden zu stecken. Da müssen gemeinsam Strategien gefunden werden.
Burgenland und Leute
Aktuelle Kolumnen von Birgit Braunrath
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