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Der Kampf ums Wasser

Extreme Trockenheit im Südburgenland führt zu Wasserknappheit und sozialen Spannungen.
Birgit Braunrath
Trocken gerissener Boden mit vereinzelt wachsendem Gras.

Selten hat Regen so viel Segen gebracht wie gestern im Südburgenland. Die extreme Trockenheit (in Teilen des Landes gab es laut Geosphere Klimamonitoring im Juli bisher nur „0–2 mm“ Niederschlag) setzte alle unter Druck. Wildtiere, Vögel und Insekten suchen verzweifelt nach Wasser; Äcker und Felder vertrocknen; Obstbäume werfen ihre unreifen Früchte ab ... und einige Menschen zeigen ihr wahres Gesicht. Je weniger Wasser zur Verfügung steht, desto rascher brechen die Dämme im zwischenmenschlichen Umgang – das ist der Kampf ums Wasser.

Regelmäßige Aufrufe, die Gärten bitte nicht zu gießen; das Erfordernis, eine Notwasserleitung zu legen; Gerüchte, es gebe „illegale“ Poolbefüller ... all das machte dieser Tage aus friedlichen Menschen Hetzer.

Da wurden plötzlich Sündenböcke ausfindig gemacht, mutmaßliche Gartengießer denunziert und Wasserpreise aufs heftigste diskutiert – ein Lehrstück über gelebte Nutzungskonflikte im ländlichen Raum.

Lösen statt lästern

Dabei ist davon auszugehen, dass gerade auf dem Land der soziale Zusammenhalt die wesentliche Erfolgskomponente bei Problemen ist, die nur gemeinsam gelöst werden können.

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Da hilft es nicht – so, wie in der „0–2 mm“-Zone tatsächlich geschehen –, die Viehbetriebe zu verurteilen („Die Viecher saufen uns das Wasser weg“), die Landwirtschaft schlechtzureden („Warum haben die keine Wasserzähler und wir Privaten schon?“), hinter vorgehaltener Hand Gerüchte zu streuen, wer ohne Erlaubnis seinen Pool befüllt hat, und über die Wirksamkeit einer „saftigen Erhöhung“ des Wasserpreises zu streiten.

Wenn Trockenperioden länger und Hitzeperioden häufiger werden, sollte man jetzt Vorkehrungen treffen – nicht nur, was die Infrastruktur, sondern auch, was den Umgang miteinander bei Ressourcenknappheit betrifft. Gemeinsam über Brauch- und Abwassernutzung oder den Anbau trockenheitsresistenter Pflanzen zu diskutieren, bringt womöglich mehr, als sich zu zerstreiten.

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