Feiern in dritter, vierter Generation
70 Jahre Burgenländische Gemeinschaft: Auswanderer halten Verbindung zur Heimat.
Das Burgenland verlässt man nicht einfach durch die Hintertür. Es lässt sich nicht vergessen. Und so kamen viele der etwa 60.000 Auswanderer, die Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts die burgenländische Heimat in Richtung USA und Kanada verlassen hatten, immer wieder gern zu Besuch.
Inzwischen kommen längst deren Kinder, Enkel und Urenkel. Auch wenn die Besucher mit der Zeit weniger wurden, einige Bande halten. Und es gibt nach wie vor Jahr für Jahr eine „Miss Burgenland“ in den USA.
Am Sonntag wurde in Güssing gefeiert: 70 Jahre „Burgenländische Gemeinschaft“. Es war ein langer Festtag, denn Feiern, das können alle Burgenländer, ob ansässig oder ausgewandert oder Nachkommen von Auswanderern. Mit einer Festmesse, die der Diözesanbischof zelebrierte, einem Frühschoppen, dem großen Festakt und dem traditionellen Auslandsburgenländertreffen feierte man Verbindungen, die bis heute bestehen.
„ ... nach Amerika“
Auch die Verabschiedung der Auswanderer in den Gemeinden wurde einst festlich begangen, mit Ansprachen, Blumen, Blasmusik. Doch auf der großen Überfahrt per Schiff oder bei der Ankunft in der neuen Heimat war vielen nicht mehr nach Feiern zumute. Es waren zahlreiche harte Schicksale unter den Auswandererlebensläufen.
Eine historische Ausstellung, die ich als Schülerin erleben durfte, hat sich mir für immer eingebrannt: „ ... nach Amerika“ hieß die Landesausstellung, die im Sommer 1992 auf der Burg Güssing gezeigt wurde.
Es ging mir unter die Haut, wie die einstigen „Wirtschaftsflüchtlinge“ aus dem Burgenland, von denen sich wenige eine Luxuspassage leisten konnten, in den fensterlosen Bäuchen der Schiffe, eingepfercht zwischen See- und Heimwehkranken, Vieh und Waren, wochenlang durchhielten; wie sie weder Sprache, noch Gegend kannten, als sie Arbeit suchten. Viele schufen sich ein gutes Leben, aber die Liebe zum Burgenland gaben sie an ihre Kinder weiter.
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