Heißes Thema: Kühle Oasen
Die jüngste Hitzewelle hat im Burgenland viele an ihre Grenzen gebracht – erste Gemeinden reagieren mit kühlen Rückzugsorten.
Erinnern Sie sich an den 20. Juli 2007? Ich weiß genau, wo ich war: in Neusiedl am See. Als der Ausflug vereinbart wurde, ahnten wir nicht, dass dies der heißeste Tag – und Neusiedl der heißeste Bezirk – werden würde.
In Andau wurden damals 39,5 Grad gemessen. Seit dem 15. Juli war es sehr heiß gewesen. Der See kochte und versagte uns die geplante Abkühlung. Aber es gab 2007 im Wesentlichen einen echten Rekordtag.
Die Rekordwoche, die jetzt hinter uns liegt, die Hitzenächte, die kaum Abkühlung brachten, haben auch im Burgenland viele an ihre Grenzen gebracht.
Hitze belastet. Die Nerven liegen so blank wie die spärlich bekleideten Menschen unter schattenspendenden Bäumen in Schwimmbädern und an Badeseen. In einigen Schulklassen wurden schon vor 8 Uhr 30 Grad gemessen. Pflegeheime und Krankenhäuser meldeten hitzebedingte Zusatzbeschwerden ihrer Bewohner und Patienten.
Wohin flüchten?
„Geheimtipps“ wie „Leintuch in den Tiefkühler legen“ oder „feuchte Tücher vors offene Fenster hängen“ machten auf Social Media die Runde. Aber wer konnte, zog sich in klimatisierte Räume zurück, vom Einkaufs- bis zum Fitnesscenter.
Wien und Graz boten möglichst flächendeckend „kühle Orte“ an. Aber wie sieht das im Burgenland aus? Schon 2023 war Eisenstadt Vorreiter mit der Eröffnung des ersten „Cooling Centers“ im Rathaus. Heuer wurden Kindergartengruppen kurzerhand eingeladen, die heißen Nachmittage im kühlen Gemeinderatssaal zu verbringen. Für andere Gruppen wurden Ventilatoren und Planschbecken bereitgestellt.
Im Süden meldete Deutsch Kaltenbrunn die offizielle Einrichtung eines „Hitzeschutzraums“ im Gemeindezentrum.
Das alles klingt noch ungewohnt. Aber ist die Bereitstellung kühler Räume tatsächlich etwas, das sich Gemeinden überlegen sollten? Ja. Im Bedarfsfall können Kühloasen Gesundheit – und Nerven – schonen. Denn die Hitze wird wiederkommen.
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