Spieleautorin spielt mit zwei Kindern, der KiKu darf zuschauen und fotografieren

Spieleautorin spielt mit zwei Kindern, der KiKu darf zuschauen und fotografieren

© Heinz Wagner

Kiku
11/18/2020

(Ringel-)Spiel - alle können nur gemeinsam gewinnen oder verlieren

Gespräch mit der Autorin des kooperativen Geschicklichkeits- und Merkspiels „Monsieur Carrousel“.

von Heinz Wagner

Auf einem Karton-Spielfeld mit Einkerbungen – für hölzerne Regentropfen bzw. Sonnenstrahlen - wird ein hölzernes Ringelspiel platziert. In die Drehscheibe können unterschiedliche runde Kartons mit jeweils zwölf Symbolen reingeschoben werden. Der große Würfel hat sechs verschiedene Farbfelder. Die Spielfiguren sind zwölf runde- hölzerne Scheiben mit jeweils einem Kinderbild drauf. Und diese – Ali, Ella, Jannis, John, Lilo, Lisa, Liu, Nelson, Maja, Mimi, Patrick und Paul – allesamt bunt wie die Erdenbürger_innen – wollen auf das Karussel.

Reihum würfeln die Mitspielenden bei „Monsieur Carrousel“ (das französische, aber auch international gebräuchliche Wort fürs Wiener Ringelspiel). Ganz so einfach ist’s natürlich nicht. Es können Plätze ja auch schon besetzt sein. Dann kommt’s drauf an, ob sich wenigstens ein Kind an das Bild erinnern kann, das unter der Spielfigur liegt. Sozusagen ein kleines eingebautes Memory.

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Räumliches Denken

Und noch eine Lerneinheit: Die Sonnenstrahlen bestehen immer aus zwei – unterschiedlich langen Teilen, erst wenn zwei solche richtig zusammengefügt werden, erstrahlt dieser.

Der Spaß ergibt sich aus Würfeln, drehen, sich an Bilder erinnern, Sonnenstrahlen zusammenbauen – und das alles gemeinsam. Gewonnen wird gemeinsam – wenn alle Strahlen scheinen, verloren auch miteinander, wenn die acht Regentropfen vorher voll sind, bevor alle Kinder auf dem Ringelspiel/Karussell/Carrousel sitzen.

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Kooperativ

Gemeinsam spielen – kooperativ und nicht gegeneinander, so „nebenbei“ auch manches lernen – sowohl kognitiv als auch motorisch – das waren die zentralen Elemente die Spieleautorin Sara Zarian in ihr erstes produziertes Spiel verpacken wollte. Ähnliches – auf ganz andere Art – gilt auch beim nächsten Spiel, von dem der Kinder-KURIER beim Interview einen selbst gebastelten Prototypen sehen durfte. Da ist alles aber noch geheim.

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Ausgedacht und entworfen: Sara Zarian
Illustrationen: Apolline Etienne
Monsieur Carrousel
Ab 4 Jahren
1 bis 6 Mitspieler_innen
Verlag: Loki
34,99 €

loki-kids -> monsieurcarrousel

Spielerisch in Wissenschaften eintauchen

Allerdings konnten wir schon diverse Spiele-Prototypen von Sara Zarian vor etlichen Jahren (mit-)erleben. Eines davon sollte sogar schon produziert werden. Da der Spielmechanismus auf pusten aufbaut und das in Zeiten von Corona nicht schlau ist, hat der Verlag es auf vorerst unbestimmte Zeit verschoben – wer weiß schon, wann die Pandemie wirklich vorbei sein wird. Das Ringelspiel war offenbar keine zufällige Spielidee, Rummelplatz – und Zirkus sind die derzeitigen Themenschwerpunkte weiterer Spiele, die in der Entstehungs-, Entwicklungs- Erprobungsphase sind, so die Spiele-Autorin zum Kinder-KURIER.

Bevor sie eigene Spiele erfand und erste Versionen selber bastelte und mit Kindern bzw. Jugendlichen testete – bei manchen durfte der Kinder-KURIER zuschauen – arbeitete sie viele Jahre beim Science-Center Netzwerk, um Kindern und Jugendlichen Wissenschaft zu vermitteln. Auch dafür hat sie sich immer wieder Spiele einfallen lassen, meist mit Kolleg_innen des Netzwerks, unter anderem zu Satelliten, Mobilität oder Armut/Reichtum und ein ganz besonders beeindruckendes zum Thema Grenzen und ihre Relativität.

Unter dem Titel „grenzgenial“ gab es eine reale aufgeklappte Litfaßsäule – und online eine interaktive grafische Fläche - mit einem Farb-Verlauf von Gelb zu Grün. Wo, so die Frage an Besucher_innen, orten sie die Grenze zwischen diesen beiden Farben. Die Online-Variante war noch krasser, denn wenn du mit der Maus deine Grenze gesetzt hattest, konntest du sehen, wo andere User_innen ihre Trennlinie zwischen den beiden Farben verortet hatten. Selbst solche Grenzen sind also nicht fix!

Apropos flexible oder fließende Grenzen. Vielleicht wird die Spielautorin ja auch auf der Basis ihres ersten Bilderbuches, das kürzlich erschienen ist – „Wo ist Ohr?“ – siehe Link unten – einmal ein Spiel erfinden ;)

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