Ausschnitt aus der Titelseite des Bilderbuchs "Lieber Besucher aus dem All"

Ausschnitt aus der Titelseite des Bilderbuchs "Lieber Besucher aus dem All"

© Sophie Blackall/NordSüd Verlag

Kiku
10/24/2020

Kinder inspirierten Autorin: Bilderbuch als Brief an Außerirdische

„Lieber Besucher aus dem All“ von Sophie Blackall zeigt die wunderbare bunte Vielfalt des Lebens auf der Erde.

von Heinz Wagner

Wie würden Kinder einem außerirdischen Wesen die Welt, unsere Erde erklären, schildern? Das steckt hinter dem Bilderbuch „Lieber Besucher aus dem All“ von Sophie Blackall.

Ein Kind namens Quinn schreibt sozusagen einen Brief an Besucher_innen von anderen Sternen. Geschildert – in knappen Worten und vielen bunten Bildern – wird das farbenprächtige, vielfältige Leben auf unserem Planeten. Ob Landschaften und vor allem Menschen – die Bilder vereinen die Vielfalt – von der Hautfarbe, von Körperformen von Gehenden genauso wie solchen, die im Rollstuhl fahren. Gebärden-Sprache kommt ebenso vor wie die Braille-Schrift, die blinde Menschen mit den Fingern lesen – nur als Bild, nicht wirklich in erhabenem Druck (schade eigentlich!)

All das aber immer in einem organischen Ensemble, an keiner einzigen Stelle krampf- oder gar zwanghaft. Und das hängt möglicherweise mit der Entstehungsgeschichte ihres Buches zusammen, den die Autorin und Illustratorin in Personalunion in einem Nachwort beschreibt.

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„Die Idee zu diesem Buch kam mir im Himalaja, auf der Spitze eines Berges in Bhutan. Ich arbeitete für Save the Children und hatte eben einen gewundenen Pfad zu einer winzigen Schule mit nur zehn Schülerinnen und Schülern erklommen. Wir verstanden kein Wort von dem was er andere sagte …“

Weites schildert Blackall, dass die Kinder für sie Bilder malten und das Essen mit der Besucherin teilten. Sie zeigte ihnen Bilderbücher, die sie schon vorher gemacht hatte – „aber in diesem Moment wollte ich ein Buch, das uns einander näherbringen würde. Ein Buch über ihr Zuhause und über meines…“

Und dieses Gefühl überkam sie auch bei Reisen in Ruanda, der Demokratischen Republik Kongo, in Indien, Singapur, Brooklyn und New York (USA). Sie sammelte bei den Gesprächen mit Kindern in all diesen Ländern und Städten Ideen und in Brooklyn konnte sie mit einer Schulklasse länger zusammenarbeiten. Und diese Schüler_innen hat Blackall in dem Buch auf einer Doppelseite übers lernen verewigt.

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Und dann traf sie in Australien auf den Buben Quinn, der schon in Nigeria, Indonesien und Nepal gelebt hatte. Die letzte Frage eines langen Gesprächs, die sie ihm stellte: „Was würdest du einem Außerirdischen zu essen anbieten?“

Die Antwort Quinns sei hier nicht verraten – sie findet sich auf der letzten Seite im Buch, für das sie dann eben diesen Quinn als Protagonisten nahm, der Außerirdischen – zuerst aber einmal Irdischen - diesen wunderbaren Planeten liebevoll, aber nie idyllisch-verklärt nahebringt. Denn dort wo’s um die verschiedensten Wohnformen geht, kommen auch Menschen vor, die unterwegs sind und sagen, dass sie ihr Zuhause verloren haben – in einem Feuer, durch Überschwemmung, im Krieg.

Das Buch endet mit Fragen an den/die Besucher_in: „Wie viele Augen hast du? …“ bis zur abschließenden: „Kommst du uns besuchen?“

Und es beginnt am Buchcover mit kleinen, golden glitzerenden Punkterln – Sternen des Universums…

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Ausschnitt aus der Titelseite des Bilderbuchs "Lieber Besucher aus dem All"

Sophie Blackall
Lieber Besucher aus dem All
Übersetzt von Anna Schaub
d
urchgehend farbig illustriert; Hardcover mit Goldprägung
Ab 5 Jahen
Nord-Süd-Verlag

18,50 €

Leseprobe: hier

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