Nur Seepferdchen hat die Zoohandlung keine ...

© Katja Gehrmann/Constanze Spenglerl/Moritz Verlag

Kiku
04/27/2020

Ja, geh, und kauf dir ein Tier. Und nein, nicht, aber …

Zwei Kinderbücher drehen sich um die Wünsche von Kindern, Haustiere zu haben.

von Heinz Wagner

Gegen Ende des Bilderbuches „Seepferdchen sind ausverkauft“ (Infos weiter unten) hat Mika einen halben Tiergarten zu Hause. Schuld daran: Der Papa hat einfach keine Zeit. Die Eingangsfragen „Fahren wir nachher zum Badesee?“ beantwortet der Vater – wie ähnliche in den Folgetagen – abschlägig. Keine Zeit. Muss arbeiten – irgendwas mit Computer und Experimenten-Aufbau und Werkzeug …

Spielen allein – was der Vater vorschlägt ist Mika bald zu fad. „Darf ich ein Haustier haben?“ Die Frage von Mika beantwortet der Vater so: „Wenn du ein Haustier hättest… würdest du dann ganz leise mit ihm spielen und mich nicht stören, bis ich mit der Arbeit fertig bin?“

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Maus und Hund und ...

Und so bekam Mika Geld, kaufte in der Zoohandlung eine Maus, baute für sie einen großen Spielplatz samt Verstecken im Wohnzimmer und … fand sie nicht mehr. So kaufte er noch einen kleinen Hund, der die Maus wieder fand, und … - jedenfalls kommen noch weitere Tiere ins Haus, sogar ein Baby-Elefant – derzeit in Österreich ein geflügeltes Wort für die Länge des Abstands, den man in Corona-Zeiten zu anderen Menschen halten soll…

Irgendwann kommt der Papa drauf, welcher Zoo sich da angesammelt hat, während er in Arbeit steckte – und gemeinsam geht’s endlich zum Badesee. ;)

Katja Gehrmann (Bilder)
Constanze Spengler (Text)
Seepferdchen sind ausverkauft
48 Seiten

Moritz Verlag
5 bis 7 Jahre
14,40 €

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Qualle im Tierheim

Der Titel könnte vielleicht sehr außergewöhnliche Bewohner eines Tierheimes vermuten lassen. Aber nur, wenn dir nicht vielleicht schon das vorhergehende Buch „Qualle im Krankenhaus“ vom selben Duo – Lena Raubaum (Text) und Sabine Kranz (Zeichnungen) untergekommen ist. Bei Qualle handelt es sich also nicht um diese glitschigen Wasserbewohner, die eigentlich nur ein Übergangsstadium der sogenannten Nesseltiere sind.

Bei Qualle handelt es sich um Max Kallinger. Als er im Kindergarten war, nannte ihn sein bester Freund Kalli, später Qualli, Qualliballi und irgendwann Qualle. Was dem Max – oder halt der Autorin, die sich Geschichten und Figuren ausgedacht hat - so gefallen hat, dass er bei diesem Spitznamen geblieben ist.

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Tierbesuche im Heim

Also in diesem Buch hätte der Qualle gern einen Hund. Aber – zu teuer, viel Arbeit, nur Wohnung ohne Garten, Eltern arbeiten, Kinder gehen in die Schule – Distance-Learning und Home-Schooling ist ja zum Glück nicht ewig – und Urlaube gibt’s auch (wieder). Also Nein! Das gehört übrigens zu den Dingen, die der Max, pardon Qualle, nicht leiden kann – auch wenn es in der Aufzählung der fünf Punkte, die er nicht mag, am Anfang des Buches (noch) fehlt ;)

Aber dann… - hier wird kein Geheimnis verraten, weil’s ja schon der Titel nahelegt: Qualle geht ins Tierheim, dort kriegt er nicht wirklich einen Hund – und auch kein anderes Haustier. Aber – und letztlich nicht nur – er besucht dort regelmäßig einen Hund. Auch wenn Barka – auch da ist nicht zu viel verraten – weil das gleich am Anfang im Buch vorkommt – naja – das sei nun nicht verraten. So leicht ist die Annäherung der beiden doch nicht. Aber letztlich hat’s viel mit (Vor-)Lesen zu tun ;)

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Lena Raubaum (Text)
Sabine Kranz (Illustrationen)
Qualle im Tierheim
ca. 90 Seiten
5 bis 10 Jahre
Obelisk Verlag
Gebundene Ausgabe: 12 €
eBook: 9,99 €

Online-Lesung

Am Sonntag, 10. Mai 2020 ab 15 Uhr liest die Autorin aus diesem Buch – natürlich online (via Zoom). Anmeldungen hier:
https://www.lenaraubaum.com/termine/