Drei Tage Wut

Kinder-KURIER-Bücher-Tipps

Lese"ratten" am Bücher-Wühltisch Witziges, skurriles Menschen-Tier-Biotop Eimal vier-, einmal dreisprachig

Update: 20. April 2017, 11.35 Uhr: Neue Buchkritiken
Update: 14. Februar 2017, 14.58 Uhr: Neue Buchkritik
Update: 13. Februar 2017, 20.35 Uhr: Neue Buchkritiken

Update: 5. Dezember 2016, 15.53 Uhr: Neues Buch hinzugefügt
Update:  4. Dezember 2016, 16.13 Uhr: Neue Bücher

Packende Einblicke in Parallel-Universen

Cover: Drei Tage Wut Foto: Carolin Liepins/dtv Paralleluniversen, Jugendkrawalle, Ungleichheiten und vor allem Ungleichbehandlungen, nicht zuletzt solche, die eindeutig rassistische Züge tragen, hat die Autorin zu einem sehr spannenden Roman verarbeitet. Die Schriftstellerin, Journalistin und Lehrerin bedankt sich am Ende des Buches bei Schulklassen, die ihr die Anregung zu diesem Roman gegeben haben.

Als Hauptfigur ihres Romans wählte Catherine Bruton ein Mädchen aus gutem Haus und nannte sie Maggie. Fast immer blickt sie durch die Linse einer Kamera auf die Realität oder lässt die schmale, kleine digitale Kamera um den Hals baumelnd mitlaufen. Genau dadurch aber wird sie in die Geschehnisse mit reingezogen. Sie filmt eine handgreifliche Auseinandersetzung von Burschen im Park eines Londoner Viertels. Ein neuer Junge (Tokes) im Viertel rettet einen kleinen, aufgeweckten Jungen (Little Pea) vor der Aggression des lokalen Bandenführers (Shiv). Little Pea, der alles sieht und hört, sucht das Vertrauen von Maggie und Token, die sich anfreunden. Doch er wechselt immer wieder die Seiten.

Gleichzeitig beginnen Proteste gegen die Misshandlung eines dunkelhäutigen Jugendlichen durch die Polizei. Einige nutzen die Proteste zu Krawallen und Plünderungen. Die dokumentierende Filmerin Maggie wird in den Strudel mit reingerissen. Tokes, der sich „dank“ seiner dünkleren Haut immer wieder polizeilichen Schikanen ausgesetzt sieht, steht plötzlich im Verdacht einen Elektro-Händler, den er vor Shivs Messerangriff verteidigt, selbst attackiert zu haben. Maggies Film beweist das Gegenteil. Doch kann sie das Dokument der Polizei übergeben? Was werden Shiv und seine Gang dann mit ihr tun?

Die Autorin erzählt auf den fast 300 Seiten nicht nur eine packende, gut zu lesende Geschichte, sie vermittelt Einblicke in verschiedene soziale Welten und den Versuch der Begegnung Angehöriger zweier räumlich nicht weit voneinander entfernter Stadtviertel, die aber so nebeneinander leben, als wären sie von verschiedenen Galaxien.

Catherine Bruton, Drei Tage Wut
Übersetzung aus dem Englischen: Bettina Münch
dtv; ab 14 J.
ca. 270 Seiten; 15,40 €; eBook: 12,99 €

Mama, was sind Flüchtlinge?

Cover des Buches "Karim auf der Flucht" Foto: Evi Gasser/edition riedenburg Ein Haufen G’wand auf dem Bett der Eltern lassen Alexander fragen, wofür das alles sei. Das wolle sie, so die Mutter, für Flüchtlinge spenden.
„Was sind Flüchtlinge!“, fragt Alexander. „Das sind Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen...“

Und während die Mutter das eine oder andere „nur“ erklären kann, trifft ihr Sohn wie es die Autorinnen so wollen, am nächsten Tag auf einen neuen Mitschüler: Karim, Flüchtling aus Syrien. Mit diesem „Trick“ können die Autorinnen Alexander nun Informationen aus erster Hand liefern. Die fließen in die ersten Hälfte der bunten Bilderbuchgeschichte ein.

Sonja Katrina Brauner hat viele solcher Infos aus erster Hand, ist die Psychotherapeutin doch seit rund einem Jahrzehnt auch Spezialistin für Traumatherapie für Kinder und Jugendliche im Verein Hemayat, der sich um Folteropfer und Kriegsüberlebende kümmert.

Der zweite Teil des Buches gehört dir für deine eigenen Gedanken. Schwarz-weiß-zeichnungen beinhalten viel Freiraum, um beispielsweise zu notieren, was du mit Alexander und Karim gemeinsam hast, welche Menschen du zu deiner Familie zählst, vor allem aber auch, ob du spiele aus anderen Ländern kennst, vielleicht selber wen kennst, wer von woanders in deinen Heimatort gekommen ist, welche drei Dinge du mitnehmen würdest, wenn du von heute auf morgen weg müsstest, was du gerne machst, wovor du dich schon einmal gefürchtet hast...

Text: Sigrun Eder, Sonja Katrina Brauner
Illustrationen: Evi Gasser
Karim auf der Flucht – Das Bilder-Erzählbuch für heimische Kinder und ihre neuen Freunde von weit her
Band 15 der Reihe „Sowas! Macht Kinder zu Experten für sich selbst“
Ca. 70 Seiten; 15,40 €
edition riedenburg

 

Wenn die AllerBeste Freundin Fürs Leben fast verloren ist...

Buchcover: Djihad, Mon Ami Foto: Knesebeck „Ich weiß, dass ich leiden werde, und vielleicht verliere ich darüber mein Lächeln, vielleicht sogar mich selbst. Aber ich muss es sehen, das ist eine Pflicht. Ich bin ein verlorenes Kind, ich fühle mich von eurer Welt ausgeschlossen. Lasst mich von meiner eigenen träumen...“
Aus einem Gedicht von Meïli (15), die versuchte nach Syrien auszureisen.

Dieses Gedicht stellte Dounia Bouzarnoch vor den Prolog ihres Romans „Djihad, Mon Ami“. In diesem beschreibt sie eine dicke Mädchenfreundschaft zwischen Camille und Sarah. Zwei lebenslustige Mädchen, für fast jeden Spaß zu haben, aber keineswegs oberflächlich. Beide auch auf der Suche nach Sinn in ihrem Leben – wie es wahrscheinlich für die meisten Jugendlichen gilt, auch wenn das Image „der heutigen Jugend“ – wie seit Jahrtausenden - Gegenteiliges  suggeriert.

Camille ist stärker angewidert vom Konsumismus, von der auch häufigen Verlogenheit vieler Menschen, die von Werten reden, aber die Tausende Ermordete kalt lassen, wenn sie „nur“ in Syrien, dem Irak usw. zu beklagen sind. An dieser ihrer Stimmung setzt ein Djihadisten-Propagandist im Internet an. In wenigen Wochen erfolgt ihr Wandel samt Abkehr von der bisher ABFFL (AllerBeste Freundin Fürs Leben), die sich ratlos vor den Kopf gestoßen fühlt. Eine kurzfristige Wende stellt sich als angeordnete Taktik des Online-Anwerbers heraus, um Spuren zu verwischen. Der echte Wendepunkt erfolgt erst mit den Mordanschlägen im Pariser Bataclan, die Sarah miterlebt und bei Camille ein Umdenken einleitet. Und die bei Versammlungen ihre Stimme erhebt, um von Djihadisten angefixte Jugendliche ebenfalls zur Umkehr zu bewegen: „Glaubst du, Gott ist zufrieden mit dir, wenn du sagst, dass dich die Attentate nichts angehen? Weißt du denn nicht, welche Bedeutung die Absicht im Islam hat? Wenn du Taten der Mörder gutheißt, die kaltblütig Unschuldige ermordet haben, machst du dich damit zu ihrem Komplizen. Wenn du die Attentate in deiner nija (Absicht, in deinem Innern, in deinem Herzen) befürwortest, ist es, als hättest du sie selbst begangen...“

Der Roman ist in einer  Art gedanklicher Tagebucheinträge – abwechselnd von Sarah und Camille – verfasst. Das Spannende insbesondere bei Camilles Einträgen ist, dass ihr Abgleiten sehr gut nachvollziehbar ist, ebenfalls die Methode und der Mechanismus, der sie fasziniert und damit gefangen nimmt. Und weshalb alle direkten Angriffe auf ihre neue Geisteshaltung genau das Gegenteil bewirken. Was letztlich wirklich hilft, dass ihre Freundin sowie ihre Eltern, insbesondere die Mutter, sie trotz allem nicht verstoßen, sondern um sie ringen. Auch wenn das oftmals nicht gerade leicht fällt.

Dounia Baozar
Djihad, Mon Ami
Aus dem Französischen von Sarah Pasquay
ab 14 J., 160 Seiten, 14,95 €
Knesebeck

Nicht gefährlich, aber ängstlich

Peter Härtlings Roman „Djadi, Flüchtlingskind“

Peter Härtling, Djadi Flüchtlingsjunge Foto: Beltz & Gelberg „Also, er sieht nicht so gefährlich aus, beruhigte sich die Arzthelferin.
Das ist er auch nicht. Wladi beugte sich über den Tresen und flüsterte, als gehe es um ein großes Geheimnis: Gefährlich ist das Kerlchen nicht, aber der Krieg hat ihn ängstlich gemacht. Übrigens er heißt Djadi.“

Im Roman „Djadi, Flüchtlingsjunge“ beschreibt Peter Härtling das Leben des elfjährigen Buben in Deutschland – nach seiner Flucht aus Syrien übers Mittelmeer. Mutter- und vaterseelenallein landet er hier. Und hat das Glück in einer Wohngemeinschaft (WG) wohlwollender sechs Erwachsener, die vom Alter her alle seine Großeltern sein könnten, unterzukommen. Und selbst da ist der Umgang mit Ämtern und Behörden auch nicht immer einfach. Auch das sich aneinander gewöhnen ist für beide Seiten nicht immer einfach. Die einen wollen immerzu reden, der andere ist verschlossen, kann nicht so bald etwas an sich heranlassen. Da helfen vor allem witzige Wortspiele des Ältesten der WG, von Wladi.

Da wollen die Erwachsenen dem Jungen eine Freude bereiten – mit einem Urlaub. Am Meer. Ausgerechnet am Meer!? Zwar nicht dem Mittelmeer, in dem aller Wahrscheinlichkeit nach seine engsten Verwandten bei der Flucht ihr Leben gelassen haben, aber doch: Meer ist Meer.

Und dennoch strahlt dieser knapp mehr als 100-seitige, locker und sehr flüssig zu lesende Roman für Kinder so ab ungefähr 10 Jahren in seiner berührend-lebensnahen Beschreibung, die sich Schritt für Schritt an Djadi annähert, Zuversicht aus. Wenn sich Menschen guten Willens um einen derart in seiner Seele verletzten Buben annehmen, schaffen sie auch die Basis für ein gelingendes Leben – allen fürchterlichen Wunden zum Trotz.

Peter Härtling, Djadi, Flüchtlingsjunge
Roman, 115 Seiten, ab 10 Jahren
Verlag Beltz & Gelberg
gebundene Ausgabe: 13,40 €
eBook (ePUB): 11,99 €

 

Wie Filemón von Managua (fast) bis nach Ägypten kam

Buchcover, Reise nach Ägypten Foto: dtv, Reihe Hanser „Was Maria und Josef nicht wussten, war, dass über dem Stall jemand heimlich eine große Lampe angebracht hatte, einen starken Leuchtstrahler. Wie im Fußballstadion.... Ach ja, jetzt erinnere ich mich. Das war keine Lampe, das war ein Stern, der da über dem Stall leuchtete! Und was für einer! Und den sahen die Heiligen drei Osterhasen aus dem Morgenland...Richtig, die drei Könige. Aber auch Könige kann man schnell mit Osterhasen verwechseln...“

Dr. Fernando Silva, Arzt und Dichter aus Nicaragua, erzählt in diesem Buch seinen jungen Patientinnen und Patienten in einer Kinderklinik in Managua die Weihnachtsgeschichte immer anders, immer abwechslungsreich und lustig. Wie es ihm gerade in den Sinn kam. Doch die spannendste Geschichte erlebte er in „Die Reise nach Ägypten“ mit einem jungen, ganz abgemagerte, fast ausgehungerten, sehr, sehr kranken Buben. Filemón konnte auch nur schwer Vertrauen fassen. Zu viel musste in seinem jungen Leben schon passiert sein. So viel, dass er den Doktor anbettelte, sein Geschenk – ein wunderschönes T-Shirt mit einer Sonne drauf – umtauschen zu dürfen.

„Dann sag mal, was du dafür haben möchtest, mein Kleiner.“
Filemón druckste herum. „Vielleicht, vielleicht ... kannst du mir eine Bus-Fahrkarte nach Ägypten dafür besorgen?“
Zuerst dachte der Arzte, er habe den Kleinen nicht richtig verstanden.
„Nach Ägypten? Was willst du denn in Ägypten“, fragte er verwundert.
„Da in Ägypten retten sie Kinder“, sagte der Junge leise und sah den Arzt mit großen Augen an...“

Bei Filemón hatte sich eingebrannt, dass der Arzt einmal bei der Weihnachtsgeschichte erzählt hatte, Dass Maria, Josef und dem Jesuskind geraten worden war, vor der Verfolgung durch König Herodes nach Ägypten zu fliehen, weil „allgemein bekannt (ist), dass es in Ägypten ein Gesetzt gibt, das es unter Strafe verbietet, Kindern etwas Böses zu tun“.

Wie dann Filemón und mit ihm der Arzt doch noch (fast) in Ägypten landeten, das sei hier aber nicht verraten.

Hermann Schulz (Text), Tobias Krejtschi (Illustrationen)
Die Reise nach Ägypten
dtv, Reihe Hanser
64 Seiten; ab 6 Jahren

„Alles erfunden und deshalb wahr“

Kadir, der Krieg und die Katze des Propheten Foto: dtv/Reihe Hanser Noch ein Jugendroman zum Thema Dschihadismus

Mit dem oben genannten Zitat beschreiben die beiden Autorin im Werkstattgespräch mit dem Verlag ihren spannenden Dschihadisten-Roman „Kadir, der Krieg und die Katze des Propheten“.
Die Geschichte beginnt sozusagen mit dem Ende, mit der Andeutung einer action-reichen Szene vor dem Fußballstadion in einem fünfeinhalb-zeiligen Absatz. Und schon im nächsten wird auf die Vorgeschichte eingeblendet, als Kadir, begeisterter Fußballer, zum alles entscheidenden Match gar nicht einmal erst auftauchte. Und ab geht’s in die nicht einmal ein halbes Jahr dauernde Entwicklung des Jungen vom Kicker zum Dschihad-Kämpfer in Syrien.

„Begriffe wie Ehre, Pflicht, Rum, Kampf für die gerechte Sache, Macht, Sieg, Niederlage, Paradies und Hölle werden überhöhte und bekommen eine enorme Bedeutung für den jungen Dschihad-Aspiranten“, heißt es dazu in dem schon zitierten Werkstattgespräch, das dem Roman vorangestellt ist. In diesem steht übrigens auch der Satz: „Lebe für nichts oder stirb für etwas“, den Benno Köpfer nicht in einem Hadith des Propheten gefunden hat, sondern bei Rambo (!).

Zurück zu Kadir, der in seinem „gelobten, heiligen“ Land bald Zweifel bekommt, nicht zuletzt angesichts des alles durchdringenden Spitzel-Systems. Da sieht er vielleicht seinen endgültigen Ausweg darin, sich wirklich auf ein Selbstmordattentat mit einem Bomben gefällten Auto einzulassen. Doch die Katze, die er von der Straße rettete und aufzog, veranlasst ihn, rechtzeitig das Auto zu verlassen, zu fliehen und seinen Vater in der Türkei aufzusuchen.

Und dann zurück nach Deutschland und weil er keinen Ausweg mehr sah ein vermeintliches Attentat vor dem Stadion...

Allzu viel von der spannenden, ausgedachten, aber möglichen Geschichte und dem schrittweisen Reinschlittern des Burschen in den Krieg sei nicht verraten.

Benno Köpfer, Peter Mathews
Kadir, der Krieg und die Katze des Propheten
Roman, 340 Seiten, dtv, Reihe Hanser
Taschenbuch: 15,40 Euro
eBook (ePUB): 12,99€

Wenn die Katze E.T. mit ihrer Familie flüchten muss

Glattauer/Hochleitner, Flucht Foto: Tyrolia Verlag Das topaktuelle Thema Flucht haben der Autor und die Illustratorin in eine Bilderbuchgeschichte gepackt. Erzählt wird die Story aus der Sicht der Katze E.T. „Katzen haben sieben Leben, heißt es, darum haben sie mich mitgenommen...“

Und im Gegensatz zur aktuellen Situation wird die Ausgangslage – wie im bekannten Buch von Jane Teller „Krieg - Stell dir vor, er wäre hier“ umgedreht. Die Familie, die wir hier im Buch begleiten, muss aus Europa flüchten.

Bei der schaukelnden, wackeligen Bootsfahrt versucht der Bub der Familie durch Opferung seiner Glitzersteine die Wassergeister zu besänftigen.

Warum die Familie weg muss, schildert der vierbeinige Erzähler E.T. – und es erinnert an heutige Schilderungen aus Syrien. Explosionen, Zerstörung, Verfolgung, kein Strom, Staub, Schutt, Asche...

Wenn Suzie und ihr Bruder Daniel besorgt fragen, wie es dort sein wird, wo sie landen werden in Afrika -, gibt der Vater Hoffnung: „Die Menschen werden euch verstehen – am Anfang mit den Herzen.“

Niki Glattauer (Text), Verena Hochleitner (Illustrationen), Daniel Glattauer jun. (Wassergeister)
Flucht
32 Seiten, Verlag Tyrolia, 14,95 €

Wenn ein Schwein kein Glück bringt

Buchcover, Weil ein Schwein nicht immer Glück bringt Foto: Verlag Jungbrunnen Alles dreht sich um ein Schwein namens Penelope. Allein das wirkt schon witzig. Rosemarie Eichinger hat in der ihr eigenen Art mit „Weil ein Schwein nicht immer Glück bringt“ wieder eine wunderbar skurrile Geschichte zwischen zwei Buchdeckel gezaubert. Auf knapp 120 Seiten errichtet sie ein Biotop seltsamer Figuren in einer Wohnhausanlage. Wobei manche der ver-rückt anmutenden Bewohnerinnen und Bewohner in ihrem Kern vielleicht doch bekannt vorkommen. Das Sammlerpaar, die von fünf Kindern überforderte Mutter, die vier Freund_innen, die letztlich das Abenteuer dank unterschiedlicher Fähig- und Fertigkeiten durchstehen und nicht zuletzt der Hausmeister, der nebenbei zwielichtige Geschäfte macht und die Gunst der Stunde nutzt, um ungeliebte Arbeiten den vier Kindern Daniel, Johanna, Sophie und Christoph aufzuhalsen.

Die Grundstory: Daniel übernimmt die Betreuung des niedlichen Mini-Schweins Penelope. Das gehört der alten Frau Leitner, die wegen eines Beinbruchs ins Spital muss. Und während er eines Tages beim Gassi-Gehen selber dringend aufs Klo muss, Penelope kurz aus den Augen lässt, ist das Schweinchen auch schon entführt. Vom Hausmeister. Daniel traut sich nicht, das Missgeschick seinen Eltern zu gestehen, weil er selbst gern ein Haustier hätte und es sonst gleich heißten würde, er könne sich nicht einmal vorübergehend gut um eines kümmern.

Und so ergeben sich die vier Freund_innen der Erpressung des Hausmeisters, ungeliebte Tätigkeiten bei von ihm noch weniger geliebten Mitbewohner_innen auszuführen. Wobei manche für das Quartett auch unerträglich sind, andere aber sich als ganz okay und noch besser entpuppen wie die Grufties Jenny und Adrian – auch so können Vorurteile  abgeklopft werden. Oder: Die Drillingsschwestern Henriette, Martha und Elli wollen, dass ihnen die Kinder die Haare eindrehen. Diese wollen sich drücken, sie könnten das doch gar nicht. Da meint Martha: „Das ist doch kei Problem, wir gehen ins Internet. Auf YouTube finden wir sicher hilfreiche Anleitungsvideos.“

Natürlich kriegen sie das Schwein letztlich zurück, aber der Hausmeister muss auch was tun, was er so gar nicht machen hätte wollen...

Rosemarie Eichinger, Martin Krammer (Illustrationen), Weil ein Schwein nicht immer Glück bringt, 121 Seiten, Verlag Jungbrunnen, ­­ab 10 Jahren, 14,95€­­­

 

In kutchuluje manam man/ Al ana huwa anas sarir/ Mal(en)o Ja sam ja/ Küçük ben benim...

... – und das alles bedeutet mehr oder minder „Das kleine ich bin ich“.

Das kleine Ich bin ich, vielsprachig Foto: Heinz Wagner Mira Lobes Kinderbuchklassiker – mit Zeichnungen von Susi Weigel - von der Suche nach sich selbst, die mit den vielen sehr vertrauten Zeilen beginnt: „Auf der bunten Blumenwiese/geht ein buntes Tier spazieren...“ ist schon in viele Sprachen übersetzt worden – von Argentinien bis China, Korea und Japan haben Verlage Lizenzen in rund einem Dutzend Sprachen herausgebracht. Der Stammverlag, Jungbrunnen, hat es nun jüngst ein einer dreisprachigen Version publiziert – Deutsch, Farsi (Persisch) und Arabisch (die beiden oben erst genannten Titel). Schon seit ein paar Jahren gibt es eine viersprachige Version – neben Deutsch auf Kroatisch, Serbisch (zwar sind das sehr ähnliche Sprachen, Serbisch ist hier aber im kyrillischen Alphabet) und Türkisch. Außerdem gibt’s eine (gemeinsam mit dem Kroatischen Kulturverein) leider schon vergriffene zweisprachige Version mit Deutsch und Burgenland-Kroatisch.

Das kleine Ich bin ich, vielsprachig Foto: Heinz Wagner Übrigens hat Jungbrunnen das Fabelwesen – samt Bastelanleitung im Buch – auch auf Englisch und Russisch herausgebracht.

...,/wandert zwischen grünen Halmen, /wandert unter Schierlingspalmen,/freut sich, dass die Vögel singen,/freut sich an den Schmetterlingen,/freut sich, dass sich’s freuen kann, Aber dann.../Aber dann/stört ein Laubfrosch seine Ruh/ und fragt das Tier: Wer bist denn du?“... Nach langer Suche und Vergleichen mit Frosch, Kuh, Pferd, Fisch, Schaf und wem auch immer „geht das Ich-bin-ich spazieren,/ dreht sich nicht mehr hin und her,/denn es ist – ihr wisst schon wer./.....Kennt ihr mich?/ICH BIN ICH!“...Auch der Laubfrosch quakt ihm zu:/“Du bist du!/Und wer das nicht weiß,/ist dumm!“/Bumm.

Das kleine Ich bin ich, vielsprachig Foto: Heinz Wagner Mira Lobe/ Susi Weigel
Das Kleine Ich bin ich – Arabisch, Farsi, Deutsch
Verlag Jungbrunnen
16,95€

 

Wie kann so etwas passieren?

Jugendroman beschreibt anhand ausgedachter Personen nach umfangreichen realen Recherchen, wie Jugendliche zu ("Gottes"-)Kriegern werden können.

 

Buchcover, Dschihad Calling Foto: Lisa Höfner/dtv Alles beginnt mit einer lobenswerten Aktion. Jakob (19), Student und begeisterter Basketballspieler, merkt, wie in einer einsamen Unterführung zwei Typen ein Mädchen ungut angehen wollen, sich über ihren Schleier lustig machen. Zivilcouragiert greift er mit einer sogenannten paradoxen Intervention ein. „Was findet ihr besser: Manndeckung oder Zonenverteidigung?“ Er sei neu hier in Bonn – was stimmte – und ob sie wüssten, wo er hier Basketball spielen könne. Denn darauf hätte sich seine Frage bezogen. Lachflash der beiden, Ärger, ... doch der die beiden verwirrende Diskurs/Disput hatte zumindest so lange gedauert, bis endlich andere Leute in die Unterführung kamen und das Mädchen mit ihnen „entkam“.

Diese Augen

Doch da waren – die Augen der jungen Frau – die sich übrigens nicht einmal bedankt hatte. „Die Augen ... würden mich nicht loslassen, das wusste ich“, schreibt der Autor dieses knapp mehr als 300 Seiten starken, packenden Romans nach nicht einmal zehn Seiten.
In Wahrheit wissen wir aber von Anfang an mehr – von der Ankündigung auf dem Einband, aber auch schon von den allerersten Seiten. Aus Jakob ist im Verlauf weniger Monate Ya’qub geworden. Er ist mit Samira, der jungen Frau mit den bestechenden Augen verheiratet. Deren Bruder Adil war bevor er Schwager wurde, zum besten, rettenden Freund Jakobs geworden. Und ist mittlerweile tot. Genau deswegen hatte er sich aufgemacht nach Sham, wie (nicht nur) er Syrien nennt, um für den IS zu kämpfen. Dies sah er als einzigen für ihn noch möglichen Weg, ins Paradies zu kommen. Weil er zuvor so ein verlottertes Leben geführt hatte - mit Drogen und als Klein-Zuhälter...

Schrittweise

Was den Roman so spannend macht, auch wenn so manches schon am Anfang vorweggenommen wird, ist die glaubhafte Zeichnung der Hauptfigur(en) – auch wenn sie doch exemplarisch plakativ gezeichnet und damit vielleicht ein wenig zweidimensional gezeichnet sind, ihre schrittweise nachvollziehbare Entwicklung. Alles wird aus der Sicht Jakobs /Ya’qubs erzählt und er wird vom Autor keineswegs von außen und schon gar nicht von oben herab verurteilend, ja nicht einmal wirklich beurteilend, beschrieben. „Wenn einem klar wird, dass diese sogenannte westliche Lebensweise auf der wirtschaftlichen und ökologischen und auch seelischen Ausbeutung der restlichen Welt beruht; wenn man zu verstehen beginnt, dass die Unterdrückung der Frau in Wahrheit ganz bestimmt nicht im Islam stattfindet, sondern auf youporn und in den Casting-Shows im Fernsehen – ist das dann manipulativ?... wie Amerika mit seinen Drohnen und Folterknechten Leichen auf Leichen häuft, als gäbe es für den High-Score ein paar Extraleben?“, lässt Christian Linker etwa seinen Protagonisten in der Diskussion mit einem Alt-68er und Ex-Kommunisten sagen, der antwortet: „Ich teile Ihre Analyse, aber nicht Ihre Schlussfolgerung... Das Paradies lässt sich nicht auf Anordnung von oben errichten.“

 

Dschihad Calling
310 Seiten
dtv
15,40 €; eBook (ePub): 12,99 €

Hier kommst du zu mehr über dieses Buch samt einem Interview mit dem Autor

Nächster Halt: Dschihad

Nächster Halt Dschihad Foto: Verlag Loewe Wenn Themen sich so aufdrängen, dann braucht mehr oder minder jeder Verlag ein Jugendbuch dazu. Also: „Nächster Halt: Dschihad“. Bei fast zeitgleichem Erscheinen konnte niemand abschreiben. Dennoch auch hier – wie bei „Dschihad Calling“ – zwei junge Deutsche, ein Konvertit und ein junger Moslem mit türkischen Eltern. Ersterer heißt Max und mischt sich ein, als im Zug Typen Adil ungut angehen. Agnes Hammer fand also ein nicht unähnliches Ausgangsszenario. Oder umgekehrt Christian Linker ;)

Und dann begleitet Max seinen neuen Freund an einem Freitag zum Gebet in die Moschee. „Ehrlich gesagt war ich gespannt, wie er es mir verkaufen wollte. Ich hatte ja schon alles Mögliche erlebt, den katholischen Vikar in der Grundschule, der immer mit uns Fußball spielen wollte, und die ganzen Gurus, Lamas und Gesundbeter, mit denen meine Eltern bekannt waren...“

Einfach und klar

Und dann das: „Aber innerlich fühlte ich mich erfrischt und klar, so als hätte ich bis jetzt im Brackwasser zwischen Entengrütze und Fischkadavern gelebt. Jetzt trank ich zum ersten Mal einfach nur klares Wasser...“

Das war im Jänner. Und keine vier Monate später zieht sich Max aus dem Konsumwahn und allem was ihn in der westlichen Gesellschaft ankotzt zurück, klinkt sich in Koran-Verteilungen ein, enge „Brüder“ sprechen davon, nach Syrien zu gehen... „und dann werde ich richtig kämpfen. Nicht nur si einen Stand machen, so einen Kinderkram“, lässt die Autorin einen Yusuf sagen.

„Ernste“ Übungen wie Sprengstoff an einen Hund binden, folgen und noch drei Monate später und Max und Adil wollen Anschläge in Zügen verüben... Der eine verhindert in letzter Sekunde seinen eigenen Anschlag, stirbt aber selbst, der andere überlebt. „Sie werden mir nicht vorwerfen, dass ich ein Mörder bin, wahrscheinlich nicht, aber vielleicht bin ich genau das, Adil ist tot. Er war mein Freund, denke ich. Vielleicht der einziger, der kapiert hat, dass alles, unser ganzes Leben, so krank ist wie die Kastanie im Innenhof. Der mich verstanden hat. und ich schaue in den trostlos nebligen Septemberhimmel, bis mir die Augen wehtun...“

Infos
Agnes Hammer
Nächster Halt Dschihad
156 Seiten, ab 14 J.
Verlag Loewe
Taschenbuch: 6,20 €
eBook: 4,99€

Bilderbuch:
Ein Kind auf der Flucht

Buchcover, Karlinchen Foto: Annegert Fuchshuber/Annette Betz (Brand-)aktuell und doch – leider – fast zeitlos ist dieses Bilderbuch, das mit einer düsteren Doppelseite beginnt. Links ein paar Häuser in Flammen, rechts ein trauriges, einsames Kind. Das sich forschen Schritts auf den Weg macht.

Schon auf der nächsten Seite steht Karlinchen vor hellen Häusern eines Dorfes mit Gänsen, Hühnern, Blumen und einem älteren Paar. Aber. Der Schein trügt. „Ja, wo gibt’s denn so was!“ keppelten die beiden als Karlinchen lediglich nach einem Stück Brot fragt. „Ein Kind, das herumstreunt und bettelt!...“ Und als sie gar androhten, die Polizei zu rufen, rannte Karlinchen davon...

Durch das ganze Buch, dunkle Wälder, bei Seidenschwänzen und Nebelkrähen, fröhlichen, sich umarmenden Leuten – aussichtslos, nirgends fand Karlinchen Aufmerksamkeit, geschweige denn auch nur ein bisschen Nahrung oder Unterschlupf.

„Geh fort von hier!“ riefen die, als sie das fremde Kind sahen. Wir können dich hier nicht brauchen. Das Boot ist voll.“

Sätze, die einem vielleicht nicht unbekannt vorkommen.

Natürlich gibt’s auch in diesem Buch nicht nur solche. Irgendwann – natürlich auf dem letzten Doppelblatt - steht Karlinchen auf einmal vor einem völlig schrägen kunterbunten Baumhaus mit allerlei Gerümpel. „Komm her und beiß vom meinem Käsebrot“, rief der Bewohner. „Du siehst hungrig aus und müde...“

„Wer bist du?“, fragte Karlinchen und betrachtete den Mann, der genauso buntscheckig aussah wie sein merkwürdiges Haus.
„Ein Narr“, sagte der, „das siehst du doch.“
Ach“, sagte Karlinche, das nicht wusste, was ein Narr ist, „heißen so die Leute, die gut sind zu anderen?... Wenn du erlaubst, möchte ich auch gern ein Narr werden wie du.“

Infos
Annegert Fuchshuber, Karlinchen - Ein Kind auf der Flucht
Ab 5 Jahren, Bilderbuch, 32 Seiten, Hardcover;
Verlag Annette Betz; 15,40 € - 1 Euro von jedem verkauften Exemplar geht an die Flüchtlingshilfe von „Save the children“/Rettet das Kind

Warum ...
Zwei Büchlein mit fantasievollen Ausreden

Buchcover, Warum Foto: Heinz Wagner Zum siebenten Mal eine verstorbene Oma als Ausrede für nicht gemachte Ausaufgaben ist nicht die beste Idee. Oder schon wieder den Hund als Schuldigen nennen, der das Heft zerrissen hätte...

Rund zwei Dutzend – meist – ausgefallenere Ausreden ließen sich Autor und Zeichner dieses kleinen fantasievollen gelben „Warum“-Büchleins einfallen.

Dazwischen lässt das Duo auch einmal die Lehrerin auftauchen.

Als der namenlose Bub erzählt: „Wir haben deinen Pinguin gefunden, der sich verirrt hatte, und ihn zurück zum Nordpol gebracht“, wirft sie ein, dass die ja dort gar nicht leben, weshalb diese Ausrede noch eine Fortsetzung braucht: „Genau! Als wir unseren Irrtum bemerkt haben, mussten wir umkehren und ihn zum anderen Pol bringen...“

Weshalb allerdings am Ende auch die fantasievollsten Ausreden nichts brachten? Das überraschende Ende sei nicht verraten.

***

Sind die Nicht-Hausaufgaben-Ausreden einzelne in sich abgeschlossene feine, kleine Fantasiegeschichterln, so haben die beiden für ihr zu-spät-kommen-Büchlein eine durchgängige Geschichte erfunden, die die Hauptfigur von einem Abenteuer ins nächste stolpern, fliegen, und so weiter lässt. Von Riesenameisen bis zu einer Elefantenherde, von Märchenfiguren bis zur Zeitmaschine mit Fehler spannt sich der Bogen des unglaublichen Schulwegs an dem die Lehrerin zweifelt, aber... – auch hier ein überraschendes Schlussbild.

Infos
David Cali, Benjamin Chaud
Warum...
... ich meine Hausaufgaben nicht gemacht habe...
.... ich zu spät gekommen bin...
Je 32 Seiten, Bohem, je 10,30 €

Amir und Martin

Buchcover, Der rote Mantel Foto: Verlag Tyrolia 1700 Jahre heiliger Martin

„Alles war rot. Amir griff im Traum nach dem rot. Es war überall. Es wärmte ihn. Amir wollte dieses Rot festhalten...“ so beginnt der bekannte, vielfach preisgekörnte Kinderbuchautor Heinz Janisch (mit bildern von Birgitta Heiskel) seine jüngst erschienene Version der Geschichte vom heiligen Martin.

Amir ist ein Flüchtlingsbub, der mit seinem Vater hier gestrandet ist. Als ihm kalt war, teilte ein unbekannter vorüber kommender Mann seine rote Decke in zwei Hälften. Eine davon schenkte er Amir. Dann war der Mann verschwunden.

Amit bedauerte, dass er nicht einmal den Namen des Fremden kenne. Eine Frau in der Betreuungseinrichtung, in der Amir und sein Vater Zuflucht gefunden hatten, schlug vor, diesen Unbekannten Martin zu nennen.
Warum?
Sie las Amir die Geschichte vom heiligen Martin vor. Der Bischof von Tours, der vor rund 1700 Jahren lebte (316 bis 397) hatte seinen roten Mantel mit einem armen Mann geteilt, indem er diesen – der der berühmten Legende zufolge, mit einem Schwert entzwei hieb. Später wurde dieser Martin heilig gesprochen. Am Namenstag des Martin, dem 11. November, wird Martini gefeiert – und das Laternenfest: „ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir...

Heinz Janisch, Birgitta Heiskel
Der rote Mantel
Die Geschichte vom heiligen Martin
Verlag Tyrolia; 26 Seiten, 14,95€

Lässt sich alle Weisheit sammeln?

Buch + Autor, Kalebasse voller Weisheit Foto: Heinz Wagner „Du öffnest ein Buch und ein Buch öffnet dich!“ zitiert Patrick Addai bei einer seiner Live-Performances ein afrikanisches Sprichwort. Viele solcher sind - in Geschichten verpackt -, die er nicht vorliest, sondern vor seinen Zuhörerinnen und Zuhörern lebendig werden lässt. Die Art wie er erzählt, sich dazu bewegt und vor allem seine Mimik, seine sprechenden Augen zieht das Publikum in seinen Bann. Wer ihn einmal erlebt hat, kann sich

Ältere Buchtipps

Sprachenvielfalt

Märchen zum Lesen und Hören in 17 Sprachen

Ein armer, schlauer Mann macht seinem König eine „Steinsuppe“ schmackhaft. Dieses Märchen findest du in diesem Buch sowie auf der beigelegten Hör-CD – in den beiden Sprachen Deutsch und Ungarisch.

VOBIS (Verein für offene Begegnung und Integration durch Sprache) hat mit Menschen, die aus 16 verschiedenen Herkunftsländern nach Österreich geflüchtet sind, Geschichten gesammelt. Darunter sind klassische Märchen der Regionen und Länder ebenso wie Geschichten aus dem eigenen Familienumfeld, wie etwa „Mein Schnuller“ (Mazedonisch). Oder eine historische Geschichte (auf Komorisch), etwa wie das Dorf Bangoi Kuoni überflutet wurde.

Die Sprachen reichen von Arabisch bis Yoruba. Zu den jeweiligen Sprachen gibt es immer eine kurze Erklärung, wo und wie weit sie verbreitet ist und in welcher Schrift oder in welchen Schriften sie geschrieben wird. So ist Kurdisch (wovon es allerdings mindestens drei Varianten, manche bezeichnen sie als eigene Sprachen, andere als Dialekte, gibt) die vielleicht einzige Sprache der Welt, die sogar in drei verschiedenen Schriften geschrieben wird (z.B. in der Türkei lateinisch, Irak und Iran in arabischen Zeichen und in Armenien kyrillisch).

Auch auf der CD sind die Geschichten jeweils in diesen Sprachen sowie auf Deutsch zu hören. Selbst wenn die anderen Sprachen nicht verstanden werden, ist es ganz schön spannend, den unterschiedlichen Sprachmelodien zu lauschen.

Ein Stein in der Suppe, 100 Seiten plus CD; Geschichten aus einer Welt für unsere gemeinsame Zukunft; 18,50 € (plus Versandspesen); http://verein-vobis.com/buchprojekt

Bäume (nicht nur) für Kenia

Angelehnt an den Stil vieler afrikanischer Bilder zeichnet und beschreibt Claire A. Nivola die Geschichte von Wangari Maathai. Als Kind wuchs sie im Hochland Kenias inmitten von üppigem Grün und stark bewaldeten Hügeln auf, Feigenbäume galten als heilig, Bäche und Flüsse führten viel Wasser und beheimateten viele Fische. Als sie nach ihrem Biologie-Studium in den USA wieder nach Hause zurückkam, meinte sie ihren Augen nicht trauen zu dürfen: Bäume gerodet, keine vielfältigen angebauten Früchte, von denen sich die Menschen alle selbst ernähren konnten, sondern große Plantagen mit wenig verschiedenen Sorten – Tee und einigen Feldfrüchten – aber alles für den Verkauf – oft ins Ausland, teilweise staubige, wüstenartigen Landstriche – und wenig Wasser.

„Wenn wir verstehen, dass wir ein Teil des Problems sind“, sagte sie, „dann können wir auch ein Teil der Lösung werden.“ Sie hatte eine einfache, aber großartige Idee.

„Warum pflanzen wir nicht Bäume?“, sagte sie zu den Frauen.

Sie zeigte ihnen, wie man von den übrig gebliebenen Bäumen sammelte. Sie brachte ihnen bei, wie man pflanzenerde herstellte, indem man sie mit Dung mischte. Sie zeigte ihnen, wie man die Erde anfeuchtete, mit einem Stock ein Loch bohrte und den Samen vorsichtig dort hineinlegte. Vor allem aber unterrichtete sie die Frauen darin, wie man die heranwachsenden Setzlinge hegte und pflegte…

Auch Rückschläge konnten sie und die erste Handvoll Gleichgesinnter nicht daran hindern, weiter zu machen. Aus der Idee und den ersten Bemühungen entstand eine große Bewegung. 30 Millionen Bäume wurden mittlerweile in den 30 Jahren von der „Grün-Gürtel-Bewegung“ genannten Initiative gepflanzt. Wangari Maathai bekam dafür als erste Frau aus Afrika 2004 den Friedensnobelpreis, weil sie die Gesundung der Umwelt mit dem Wohlergehen von Menschen als Einheit betrachtete.

Die 2011 in Nairobi verstorbene „Mutter der Bäume“, wie sie immer wieder genannt wurde, war Vorbild für den 2007 neunjährigen Felix Finkbeiner, der in seiner Schule in der Nähe von München sein Referat über Klimawandel mit der Aufforderung beendete: „Lasst uns in Deutschland eine Million Bäume pflanzen!“ Aus dem Vorschlag wurde seither die weltweite – von Kindern und Jugendlichen getragene – Initiative „Plant fort he Planet“, die in 193 Ländern mehr als 12,6 Milliarden (!) Bäume gepflanzt, sich 1000 Milliarden zum Ziel gesetzt hat und für Klimagerechtigkeit kämpft.

Claire A. Nivola, (aus dem Englischen von Susanne Lin), Bäume für Kenia – Die Geschichte der Wangari Maathai, Verlag Freies Geistesleben, 16,40 €; ein Euro geht als Spende an Plant-for-the-Planet; 1 € = 1 Baum

Das Mädchen und der Baum

Bela wächst am Land, mitten in der Natur auf, ein Baum wird ihr Freund. Alles ist gut. Dann jedoch muss das Mädchen mit seinen Eltern in die Stadt übersiedeln. Auch nicht schlecht, Aber irgendwas geht ihr ab. Genau!

Da hilft ein anderes „Stück“ Natur: „Pflanze diesen Samen!“, flüsterte der Wind und überbrachte so dem Mädchen die Nachricht des Freundes. „Wenn du diese Samen pflanzt, wirst du wieder glücklich sein und in der Stadt einen Teil von mir bei dir haben!“

Andere, vor allem Kinder, machten es ihr nach…

Im Nachwort des mit lieblichen Bildern versehenen Buches wird für jene, die’s noch nie gemacht haben, beschrieben, wie Bäumchen pflanzen geht. Und ein bisschen die Initiative „Plant fort he Planet“ beschrieben.

Roseni Kurányi, Susanne Ward (Illustrationen), Das Mädchen und der Baum, Papermoon Verlag, 11,30 Euro

Jean Giono, Quint Buchholz (Bilder), (Aus dem Französischen von Uli Aumüller), Der Mann, der Bäume pflanzte, Carl Hanser Verlag

Maus im wilden Westen

Buchstaben bilden einen lächelnden Mund, wenn „grinsen“ geschrieben steht. Bei „springen“ hüpft die Schrift. Die Buchstaben von Kleidung hängen wie Wäschestücke an einer Leine. Sehr verspielt wird die Schrift in den Abenteuern der Zeitungs-Mäuse-Familie Stilton neben vielen comicartigen Zeichnungen (kleinen, aber auch doppelseitigen Bildern) zu einem weiteren graphischen Element.

In diesem Band landet Geronimo im „wilden Westen" – oder doch nicht? Wie auch immer – kurzweilig geschrieben und reichlich illustriert kannst du ihn und seine Family bei den Abenteuer begleiten.

Geronimo Stilton - Wirbel im Wilden Westen, 120 Seiten, rororo Taschenbuch, 8,30 Euro

Nervensäge

Robert Zarkoff kauft auf einem Markt eine seltsame Holzmaske. Noch eigenartiger ist eine Art Code in Form einer mathematischen Formel auf dieser. Merkwürdige Dinge passieren dann – meist Missgeschicke. Selbst sein sensationeller Auftritt bei einem Handballspiel, in dem er urviele Tore schießt, wird für ihn zum Bumerang. Nachdem er die Formel entschlüsselt, sieht er den Verursacher seiner neuen Probleme: einen kleinen Teufel, ein ziemlich gemeines Biest. Robert muss etliche abenteuerliche Missgeschicke durchleiden bevor es ihm gemeinsam mit Cousine Zara, seiner Helferin in allen Nöten, gelingt, Asmoduin los zu werden – zumindest bis Teil 2, der nächstes Jahr erscheint.

Jens Schumacher, Asmoduin, Nervensäge aus der Hölle, ca. 170 Seiten, ueberreuter, 10.30 €

(Un-)sichtbare Helfer

Alle anderen können sie nicht sehen, für Florian aber sind sie DIE Helfer in der Not – seine beiden Drachen. Guter und Böser hat er sie genannt. Zweiterer ist rot und kann Feuer spucken, ersterer ist grün und „zaubert“ bunte Seifenblasen aus seiner Nase. Wann immer ihm Gefahr droht, ist Böser Drache zur Stelle. Und wenn er unerfüllte Wünsche hegt, etwa, dass Max sein Freund sein möge, hilft Guter Drache. Sie können schrumpfen und wachsen und ihn sogar – allen Schwierigkeiten zum Trotz – in den Familienurlaub ans Meer begleiten, obwohl sie letzteres so überhaupt nicht mögen.

Christine Nöstlinger/ Jens Rassmus, Guter Drache und Böser Drache; Residenz Verlag; ab 4 J., 40 Seiten; 14,90€.

Kinderreime von Albanisch bis Vietnamesisch

Pliva patka preko Save
Nosi pismo na glave.
Auf Deutsch heißt dieser kroatische Kinderreim:
Eine Ente schwimmt über die Save
Trägt einen Brief auf dem Kopf.  
Seit Jahrzehnten sammelt die Kindergärtnerin Silvia Hüsler aus der Schweiz Verse, wie sie Kinder seit Generationen gerne sagen oder singen und dazu oft tanzen, spielen, springen ... Kinderleicht lernen sie so andere Sprachen kennen, ein bisschen zumindest.
Silvia Hüsler, Kinderverse aus vielen Ländern mit Hör-CD, Lambertus, 17 €

Abenteuerroman mit Grusel- und Echtheitsfaktor

Wie in vielen seiner Bücher baute Robert Klement auch in Warte bis die Nacht anbricht rund um eine echte Geschichte eine erfundene Rahmenhandlung. Die Leiche des Mädchens Kitty Jay wurde tatsächlich im vorigen Jahrhundert in einem englischen Moor gefunden. Der Autor hörte sich in der Gegend um, durchstöberte Archive und Chroniken. Und dachte sich dann einen Burschen aus, der glaubt ihrem Geist begegnet zu sein. Darum macht sich dieser Simon dann auf die Suche nach Spuren des Mädchens und seines Schicksals. Ein spannender Abenteuerroman teilweise mit Gruselfaktor und kaltem Schauer, wenn du daran denkst, dass es Kitty Jay so oder doch ziemlich ähnlich ergangen sein dürfte.   
Robert Klement, Warte bis die Nacht anbricht, G&G Verlag, 11,50 €

Zwei Enden

Ein Kind findet eine (Kunststoff-)Ente. In knappsten Worten und Bildern beschreibt Autorin und Illustratorin Isol, was das Kind damit anfängt, u.a. setzt es sich die Figur als Hut auf. Drehst du das Büchlein um und fängst vom andern Ende her an, siehst du die selben Szenen aus der Sicht des Entleins. Im obigen Beispiel benutzt es das Kind als Aussichtsturm. Dies ist eines der bisher auch auf Deutsch erhältlichen Bücher der kürzlich mit dem Astrid-Lindgren-Preis ausgezeichneten Argentinierin.
Isol, Ein Entlein kann so nützlich sein, Verlag Jungbrunnen, 12,95 €

Eines Morgens… da machte die Hauptfigur des Buches eine höchst merkwürdige Entdeckung. Früher als sonst war sie aufgestanden, sah ihre Mutter, als die das Frühstück herrichtete und – siehe da, die Haare standen ihr in alle Richtungen zu Berge. Huch, Mama ist in Wahrheit ein Stachelschwein…. Ob das bei ihrer Freundin Elisa auch so ist? Als sie eines Tages bei der übernachtete, schlich sie sich auch sehr, sehr früh aus dem Kinderzimmer und: Noch ärger, da stand …

Und welches Tier, fragt Isol am Ende von „Wie siehst du denn aus?“ sind denn deine Eltern… Witzig und frech!

Isol, Wie siehst denn du aus?, Aufbau-Verlag, 48 Seiten, kartoniert: 10, 30 €

Und weil die 41-jährige Marisol Misenta erst vor Kurzem den wichtigsten Preis der Kinderliteratur, den Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis bekam, erscheint ihr nächstes auf Deutsch übersetztes Buch ein Monat früher. Ab 18. Juni gibt es „Überraschung für Nino“.

Nino hat viele Geburtstagswünsche, ist neugierig, was er davon wohl kriegen wird und stöbert… Und da sieht er im Kasten auch wirklich ein großes rotes Packerl. Er kann’s nicht erwarten und reißt es auf und – ist zunächst einmal enttäuscht. Aber nur fürs erste…

Isol, Überraschung für Nino, 36 Seiten, Hardcover, ab 18. Juni, 13,40 €

Kleiner Mäuserich sieht Häsin fliegen – in Reimen mit Bildern

So herrlich verrückt, so fröhlich und frei. Sie springt einfach los, als wär nichts dabei!“
Der Mäuserich namens Braun bewundert Frau Hase. Wenn er zuschaut, wie sie sich bewegt, sieht er sie fliegen. Und verspürt dabei frühlingshafte Gefühle. Die werden nur durch das Auftauchen von Herrn Hund gestört. Diesen hält der kleien Mausmann für eine große Gefahr. Darum muss er seine Angebetete retten – in Reimen, witzig illustriert.

Einziger Wermutstropfen ist eine kurze Passage nach dem Motto: "Rettet dem Dativ", wenn es heißt, dei Häsin "zieht ihm  (den Hund) am Ohr und zupft ihm am Zeh..."

Julia Hubery, Jonathan Bentley, Frau Hase, Herr Hund und der Mäuserich Braun; Annette Betz; 15,40 €

Eine Welt in der Bücher fliegen und sprechen

Geheimnisvoll.Das Leben von Morris Lessmore ändert sich schlagartig, als er eine  schöne Dame trifft,   die von einem Schwarm Bücher durch die Luft gezogen wird. Sie wirft ihm ihr Lieblingsbuch zu. Das Buch hat einen blauen Einband und entpuppt sich als lebendig. Es  führt Morris zu einem geheimnisvollen  Gebäude. Dort leben Lexika, Romane und Comics – sie alle können fliegen und sprechen.
Die fliegenden Bücher des Mr. Morris Lessmore von William Joyce ist die Geschichte zum oscarprämierten Kurzfilm; Boje Verlag; 15,50 Euro

Ausgezeichnet: Rita mit der roten Badekappe: Mut, etwas nicht zu tun

Was sind schon Luftschiffe oder Seiltänzer gegen dieses Mädchen. Rita mit der roten Badekappe. Die traut sich etwas ganz Besonderes, nämlich einfach vom Sprungturm die Leiter wieder runter zu steigen. „Fische springen nicht von Türmen.“
Für den knapp und punktgenau formulierten Text sowie die beeindruckenden Bild-Collagen gab’s einen der vier österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreise.
Heinz Janisch, Ingrid Godon, Rita, Bloomsbury, 14,40 €.

Ausgezeichnet: Die Beste Bande der Welt

Alle Kinder sind in irgendeiner Bande – nur nicht Oskar. Einmal ist er zu klein, ein anderes Mal zu groß oder zu wenig gefährlich, falsch gekleidet ... Mist. Was tun? Nun, Oskar gründet einfach seine eigene Bande. Ganz alleine sucht er  sich ein Hauptquartier und macht andere neugierig ... Mehr sei aber jetzt nicht verraten, höchstens noch so viel, dass es dafür einen der Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreise gab.
Saskia Hula (Text), Ina Hattenhauer (Illustrationen), die beste Bande der Welt, Nilpferd in Residenz, 14,90 €

Woher die Babys wirklich kommen

Ausgezeichnet: DAS machen?

Mit der Geschichte vom Storch, der die Babys bringt lässt sich kein Kind mehr abspeisen.  Woher aber kommen sie dann? Was hat es mit Liebe, Sex, Zärtlichkeit und anderen Gefühlen auf sich?  Wo ist es wichtig, Grenzen zu fühlen und zu setzen? Dazu findest du vieles im Buch „DAS machen?“ Es wurde mit einem der vier österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreise ausgezeichnet. Anregungen und Zitate haben Autorin und Illustratorin in vielen Workshops mit Schulklassen gesammelt.
Lilly Axster/Christine Aebi, DAS machen? Projektwoche Sexualerziehung in der Klasse 4c, de’A Panoptikum; 24,50 €; www.dasmachen.net

Ausgezeichnet: Schräges Trio erlebt verrückte Storys

Und wieder ein Preis für den Shootingstar der heimischen Kinder- und Jugendbuch-Szene: Michael Roher schickt – geschrieben und gezeichnet – das schräge Trio „Oma, Huhn und Kümmelfritz“ durch verrückte und sehr witzige Geschichten. Der Letztgenannte ist Omas Enkel Fritz – mit einem nie geklärten Spitznamen - und lebt mit einem sprechenden, großgoscherten Huhn. Der ungefähr achtjährige Bub liebt die Landkarten im Atlas und da vor allem Namen von Städten, Ländern, Flüssen und Bergen. Wenn er sich freut, überrascht ist oder bei allen möglichen anderen Gelegenheiten stößt er dann unvermittelt Kasachstan oder Fischamend, Missisippi, Islamabad oder was auch immer aus. Und er mag seine Mitschülerin Maya. So sehr, dass er als einziger Bub der Klasse nicht in die Bande einsteigt, die ein Klassenkollege gründet, weil Mädchen nicht aufgenommen werden. Da hilft das Huhn, es schlägt vor, einfach eine eigene Bande zu gründen – natürlich mit ihm als Ober-Chef… Zu dritt erleben sie ihren ersten Detektivfall – mit überraschendem Ergebnis, unter anderem die erste Nacht allein außer Haus – in einem Zelt.
Wie sonst mit seinen Zeichnungen und da wiederum vielen Details, spielt Roher hier mit Geschichterln, beschriebenen Bildern und vor allem auch mit Wörtern – nicht zuletzt erfundenen. So wird in einem Kapitel das Hendl zum Huhnfuzius – mit „weisen“ Sprüchen, die er dem Fritz bei einer komplizierten Mathe-Hausübungen anstelle der Rechenlösungen ins Heft diktiert. Beim Beispiel mit 56 und drei Mal so viel Bonbons, die dem Fritz Kopfzerbrechen bereitet, fällt dem Huhn ein: „Schreibe: Weise, wer nicht Bonbon behält, sondern ganze Süßkram schenken bedürftigem Huhn.“
Was der Lehrerin nicht nur gefällt, aber … immerhin verschafft sie ihren Schüler_innen ein Rezept für Glückskekse (das auch im Buch abgedruckt ist..

Mit diesem, seinem ersten (Nicht-Bilder.)Buch wurde Roher mit einem der vier Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreise 2013 ausgezeichnet. Die anderen drei stellen wir demnächst vor.

Michael Roher, Oma, Huhn und Kümmelfritz, Jungbrunnen, 13,95 €.

Zwerge, Riesen und ein Goldschatz: Oper als Hör- & Bilderbuch

Wagner-Jahr: Zwerge, Riesen, Drachen, Kröten, Nixen, ein Goldschatz und ein verfluchter Ring –  Zutaten für eine spannende Geschichte. Dieses Bilderbuch erzählt verständlich „Rheingold“, den ersten Teil der längsten Oper aller Zeiten, „Der Ring des Nibelungen“. Die CD mit 23 Musikstücken ermöglicht es dir, in die Oper hineinzuhören. Komponist Richard Wagner wurde übrigens vor 200 Jahren geboren.
Rudolf Herfurtner, Anette Bley: „Das Rheingold“, Oper von Richard Wagner, Begleit-CD, Annette-Betz-Verlag, 20,60 €.

Ben Becker und Bruno

„Schuld“ ist grüne Seife. Die färbt Brunos Haar. Das hat so manch ungeahnte Folgen. Im Zirkus löst er ziemliches Chaos aus, weil ein Pferd seinen Kopf mit einem Büschel Gras verwechselte. In Paris hingegen hilft ihm der ungewöhnliche Haarschopf. Während sich die Mutter beim berühmten Museum Louvre um Tickets anstellt, spielt Bruno mit Kindern Fußball. Dabei kommt er immer weiter weg, findet den Weg nicht zurück, fährt auf den Eiffelturm. Und... aber das wird hier nicht verraten.
Ben Becker (Text), Annette Swoboda (Zeichnungen), Geschichten vom Bruno mit den grünen Haaren, Ravensburger, ca. 90 Seiten, 13.40 €

Comic-artig durch Wien

Wien-Reiseführer.  Woher hat die Pummerin ihren Namen? Wie viele Räume hat die Hofburg?  Und wie viele Kinder leben eigentlich in Wien?  Egal, ob Du als Tourist in unsere Bundeshauptstadt kommst oder  hier lebst, mit diesem Reiseführer  lernst Du Wien spielerisch  kennen.  Rätsel, Suchaufgaben und Comics vermitteln Wissenswertes  von den großen Sehenswürdigkeiten, dem Wiener Dialekt und dem U-Bahn Netz.
„Wien für dich! Der Reiseführer mit Comics und Rätseln“, Lonitzberg Verlag, um 12,95 Euro im Buchhandel

Sprachspielerei

Vielfältig: 53 Gedichte aus 35 Ländern von Spanien, Finnland, Japan bis Brasilien,
übersetzt ins Deutsche laden ein zum Selberdichten.Illustriert mit  Krokodil, Elefant und vielen schönen Bildern aus der ganzen Welt.
Der Arche-Kinder-Kalender 2013 Gesehen um 13,00 € bei Thalia,
auch erhältlich unter http://www.amazon.com oder unter http://www.arche-kalender-verlag

Hier wird die Geschichte selbst zur Erzählerin gemacht...

Die Autorin und Illustratorin haben sich für dieses Buch Ungewöhnliches ausgedacht: Die Geschichte soll sich selbst  erzählen, also  zur Hauptperson werden. Und das beginnt so: „Zuerst erzählt die Geschichte, ist da einfach nur ein grünes Viereck. Ich nenn es Wiese. Das ist hochspannend...“

Doch die Zuhörer im Buch klagen: „Das ist aber noch nicht sehr viel. Ein bisschen mehr Jubel und Trubel bitte“, verlangen sie. Doch als sich die sich selbst erzählende Geschichte daraufhin mehr Abenteuer einfallen lässt, sind sie auch nicht zufrieden. Adelheid Dahimène, Heide Stöllinger:
„Ein bisschen mehr Jubel und Trubel bitte“, Bibliothek d.er Provinz; 18,99 Euro

Gregs Tagebücher

Bücher Bevor Jeff Kinney „Gregs Tagebuch" schrieb, veröffentlichte er die Geschichten im Internet. Das erste Buch kam  2007 in Amerika heraus, ein Jahr später in Österreich.

Sei kreativ und lerne dabei!

Kreiere  deine eigene Piratenflagge oder gestalte den Dschungel  nach deinen Vorstellungen. „Auf einen Blick" ist ein Malbuch mit Wissensthemen zum Weiterzeichnen.
Erhältlich im Buchhandel um 10,30 €.

Auf Entdeckungstour in Weltstädten

Du machst einen Städtetrip nach Paris, London oder Wien? Entdecke die Stadt mit Max und Lilly, die interessante Infos, knifflige Rätsel, spannende Fragen und tolle Ausmalbilder für dich haben. Lerne über die Stadt und dokumentiere deinen Urlaub gleich im Reiseführer. Viel Spaß mit Max und Lilly!N. Ehrlich-Adam & C. Salzer: „Globetrotter Kids Paris/London/Wien",
Nele Verlag, 9,90 € (6-12 Jahre).

Nikolos Sommer-Spaß

Was macht der Nikolaus, wenn ihm fad ist? Er kommt auf die Idee, dass er die Kinder doch einmal im Sommer besuchen könnte und nicht nur am 6. Dezember – geheim natürlich. So verkleidet wird er in einem Kindergarten prompt für einen Praktikanten gehalten. Doch die Kinder durchschauen ihn schnell
Ursula Stich: "Nikolaus in geheimer Mission", Wiener Dom Verlag, 26 Seiten, 14,90 € (ab 3 Jahren).

Ausgezeichnete Löwen

Am Mittelfuß  ein kleines Steak, am Fußballen ein echtes "Fake". Frau Mona Lisa, die da lacht... Michael Stavarič  und Renate Habinger haben mit viel Bild- und Sprachspielen ein kunterbuntes Buch rund um einen voll bemalten menschlichen Körper gestaltet. Hier gibt es Löwen (Residenz Verlag) ist eines der vier mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichneten Werke.

Zu Besuch in einer fremden Welt

Die Heimat der Eltern ist für Mina eine völlig fremde Welt. Zu Besuch im Libanon, vermittelt ihr der  Onkel in Fantasiegeschichten diesen Kosmos. In die Traumwelt bricht jedoch die nahöstliche Kriegsrealität ein. (Tee mit Onkel Mustafa, Picus-Verlag) ist eines der vier mit dem österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichneten Werke.

Harry und Miriam

Ort: Berlin
Zeit: 1942, also im zweiten Weltkrieg.
Harry begegnet einem Mädchen namens Miriam. Du darfst nicht mit mir reden", versucht sie ihn zu warnen. Seine Mutter macht ihm zusätzlich Angst, die ganze Familie könne darunter leiden. Das Mädchen muss einen gelben Stern tragen, auf dem JUDE steht. Die seine alle böse. Warum? Das will Harry wissen. Sein Freund Klaus setzt sich allein schon der Frage wegen von ihm ab. Und das mit der Weltverschwörung, das der Fähnleinführer auf seine frage antwortet kommt ihm als große Lüge vor. Wenn die so mächtig sind, wieso würden dann die Engländer auf Berlin Bomben abwerfen und auch Miriam dabei töten können?
Und überhaupt, die Klasse ziehe unter der Führung der Lehrerin mit dem Lied "Bomben auf England" in den Luftschutzkeller…
Irgendwie will er Miriam retten, denkt sich schon aus, wie er dafür ein leeres Kellerabteil herrichten würde, zweigt Lebensmittelmarken ab… Doch Miriam und ihre Familie wurden mittlerweile schon "abgeholt", in eines der Konzentrationslager gebracht.
Eine kurze Geschichte über das aufkeimende Teenager-Gefühl zwischen Harry und Miriam, das "nebenbei" Geschichte erlebbar beschreibt.
Sigmar Schollak, Das Mädchen aus Harrys Straße, Donat Verlag

Warum fliegt ein Bumerang? Wie kann man einen Elektromotor selbst bauen? Mit ganz einfachen Experimenten können Kinder die fabelhafte Welt der Physik verstehen. Bernhard Weingartner erklärt sie in dem Buch "Schlaue Tricks mit Physik" , das am 24. August im Verlag "Perlenreihe" erscheint. (12,95 Euro)

Tausende Pfadfinder fahren im Sommer auf Ferienlager. Jetzt erscheint ein Buch darüber: In "Lagerkoller" (12,90 €) beschreiben die Autoren die großen und kleinen Probleme der Gruppenleiter. Mit zwielichtigen Gestalten wird die Geschichte zu einem Krimi. "Alle Pfadfinder, die schon ein Großlager mitorganisiert haben, werden sich hier gerne wieder finden", meint der Leiter des Pfadfindermuseums.
www.lagerkoller.at

Im berühmten Metropolitan Museum of Art in New York hängen viele bekannte Kunstwerke. Wie man die Bilder richtig betrachtet, zeigt jetzt ein neues Buch. Von 15 Bildern wird jeweils ein Detail besprochen, das man durch einen ausgestanzten Kreis sehen kann: die Fransen eines Schals, die Frisur einer Dame oder eine Hand in der Hosentasche. Und eigentlich ist alles anders, als es aussieht.
Knesebeck Verlag, 17,50 €

Traumleben

Bianca, Rosalind und Violetta verbringen auf dem elterlichen Schloss ein Traumleben - sie tollen herum, denken sich Streiche aus - und führen diese auch aus, wie dem Vater die Krone verstecken und so weiter. Den Herrn König nerven seine drei Töchter sehr, und er verfällt auf die Idee, sie zu verheiraten.
Erst meldet sich kein Prinz. Dann doch einer, Waldomir. Die drei erfüllen dem Vater einmal sogar den Wunsch, sich so richtig klischeehaft wie Prinzessinnen herzurichten. Während des Wartens auf den Herrn, beginnen sie zu streiten, wer von ihnen denn nun die schönste und beste Prinzessin sei. Ein Streitpunkt, wer am besten klettern könnte. Und so steigt jede in einen der Obstbäume, schmeißen von dort aus Birnen und Kirschen aufeinander - mit sichtbaren Folgen auf einem der Kleider, plumpsen und springen in den Teich, tauchen… und Violetta schleudert ihr vermeintliches Drachenei von dem die beiden Schwestern sagen, es wäre nur ein Stein, durch die Gegend. Es landet - auf Waldomirs Knie, der eben antanzt. Und sich schnell aus dem Staub machen will. Er hätte noch einen Drachen zu besiegen. Was gut zwei Jahre dauern könnte.
Da lachen ihn die drei Schwestern aus, zeihen selber in die Berge und bringen einen Drachen nach dem anderen zur Strecke, die sie per Post ins Schloss schicken…
Dabei haben sie ihre Hetz und streiten auch nur mehr ganz selten.
Ursula Poznanski und Sybille Hein, Die allerbeste Prinzessin, Dachs-Verlag

Maleno ja sam ja, Küçük ben benim

Auf der bunten Blumenwiese
geht ein buntes Tier spazieren,
wandert zwischen grünen Halemn,
wandert unter Schierlingspalemn,
freut sich, dass die Vögel sindn,
freut sich an den Schmetterlingen,
freut sich, dass sich`s freuen kann.
Aber dann...
aber dann...
stört ein Laubfrosch seine Ruh
und fragt das Tier; Wer bist denn du?"
....
Vielleicht kennst du dieses berühmte Kinderbuch über die Suche des buntes Tiers danachm wer es ist?! Nun ist es neu - in vier Sprachen erschienen: Deutsch, Kroatisch (maleno ja sam ja), Serbisch (in cyrillischen Buchstaben) und Türkisch (Küçük ben benim).
Mira Lobe, Susi Weigel (Illustrationen), Das kleine Ich bin Ich - in 4 Sprachen, Verlag Jungbrunnen, 17,40 €

Kippa, Purim...

Wofür ist eine Kippa da?, Was wird zu Purim gefeiert? Und was spielt sich - und warum - beim Laubhüttenfest ab? Alexia Weiss und Friederike Großekettler schildern in Dinah und Levi (Annette Betz Verlag, 12,95 €) jüdische Bräuche und Sitten. Ein längliches hölzernes Teil, das aussieht wie ein flaches Schifferl mit geschnitzten Verzierungen erklärt am Ende jeden Kapitels - in der Regel eine Doppelseite - das Fest oder den Brauch.
Im ersten Kapitel werden die beiden Kinder und ihre Familien, die im selben Haus wohnen vorgestellt - streng religiös die von Levi, nur die großen jüdischen Feste feiernd Dinahs Eltern. Vorgestellt wird auch das Erklärungs"schifferl". Eine an Türpfosten befestigte "Mesusa", die das wichtigste Gebet des Judentums, das Schma Jisrael beinhaltet, das an den Glauben an den einen Gott sowie die Einhaltung der 613 Ge- und Verbote dieser Religion erinnern soll.
Wenngleich das Buch über die beiden Kinder und ihre Begegnung versucht, die Higlights dieser Religion leicht fasslich darzustellen, wirkt es doch teils schwer und recht krampfhaft "lehrreich", betulich und obendrein eher altbacken illustriert.

Du verdienst deine Augen nicht, denn du siehst nicht, was du sehen müsstest!

Nachts steht das zehnjährige Mädchen Lina verzweifelt auf dem Hausdach, ein Brotmesser in ihrer Hand. Vor ihr thront ein großer, hölzernen Engel, dem sie nun mit aller Kraft seine Augen auskratzt. "Hohl und leer blickt er nun über das Tal".
Die Geschichte spielt in der Zeit kurz vor Ostern, genaue Zeit- und Ortsangaben gibt es nicht. Lina wohnt mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf, wo jeder jeden kennt und alles über den anderen weiß. Sie alle kennen auch das Leid und den Schmerz, der Lina bald bevorstehen wird: Nach der Osterprozession werden alle Mädchen, die kurz zuvor an der Erstkommunion teilnehmen, von den Männern des Dorfes in einer Höhle, hoch auf einem Berg, gewaltsam missbraucht.
Das alles geht auf eine 150-jährige "Tradition" zurück und wird zusätzlich durch eine Bibelstelle in den Köpfen der Menschen als gerechtfertigt verankert.
Niemand weiß, dass Lina all diese "Geheimnisse" kennt und heimlich fast täglich den Berg und die Höhle besucht, um Schutzengel auf Steinen am Rande des Weges zur Höhle und vor dieser zu zeichnen. Ihre Engel haben große, schwarze Augen und sie hofft, dass sie sie vor diesem Martyrium beschützen und nicht auf sie vergessen, so wie es die anderen bei ihrer Schwester und ihrer Freundin getan haben. An einem Nachmittag, während sie eifrig malt, lernt sie eine Frau namens Gabriela kennen, die sich schließlich als ihr persönlicher Schutzengel erweist und die Missbrauchsfälle in ihrem Dorf endlich publik macht.
Das Tal der blinden Engel von Carolin Philipps (Verlag Bibliothek der Provinz) ist eine Geschichte, die sehr unter die Haut geht und mich nachdenklich gemacht hat, weil ich nicht verstehe, wie man so viel Leid so lange verschweigen kann. Wie ist es möglich, dass alle Bewohner des Dorfes zusehen, wie ihre Kinder diese Gewalt erleben, obwohl sie selbst einmal in dieser Situation waren?
"Es sind die Worte, die nicht herauskommen, und die Tränen, die sie nicht weinen kann."
Wie können sie wegsehen und die Mädchen unterdrücken, über ihr Leid kein Wort zu verlieren? "Sei still Kind, du bringst uns noch alle ins Unglück."
Leider haben viel zu viele Menschen lange weggesehen. Leider haben viel zu viele Menschen das Leid hingenommen und ihren Schmerz totgeschwiegen.
Carolin Philipps` Geschichte endet mit einem Happy-End, einem Schutzengel, der Lina vor dem Schicksal bewahrt.
Wieviele solcher Engel gibt es heute unter uns? Sind wir nicht auch oft viel zu blind und lassen uns leiten, nur, um nicht verstehen zu müssen? Die Augen zu öffnen, nicht blind zu sein und zu helfen - das ist die Aufforderung, die uns die Autorin mit dieser Geschichte versucht, mit auf den Weg zu geben.
Nicole Osimk, 16

Cathy

Aber ich war nur sein Dienstmädchen. Auch wenn ich mein Herz an ihn verloren hatte. Das kleine Mädchen Cathy, aus armen Verhältnissen stammend, wird im Hause Worthington als Dienstmädchen angestellt. Sie bekommt den Hausherrn nie zu Gesicht - bis zu seiner Geburtstagsfeier, bei der sie das Fest durch ein Terrassenfenster beobachtet.
Von da an sucht sie seine Gesellschaft und er will auch nur sie sehen und mit ihr sprechen. Sie wartet förmlich darauf, in seine N

Schalom und Grüß Gott

Bücher über Religionen

Hier geht's zu Büchern über Religionen

https://kurier.at/leben/kiku/schalom-und-gruess-gott/788.825

(KiKu) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?