Mara schreibt (rechts), in der Mitte ihr Text und links der die begonnene Elefanten-Zeichnung

Mara schreibt (rechts), in der Mitte ihr Text und links der die begonnene Elefanten-Zeichnung

© Mara/Montage: KiKu

Kiku
11/23/2020

Junge Text-Gewinnerin beim Kinderrechte-Bewerb: "Wir alle sind Gott!"

UNICEF-Bewerb „Denk dir die Welt“ hatte neben vier Altersgruppen für Zeichnungen auch eine Kategorie Text. Fast 13-Jährige aus Tirol gewann. Interview mit dem Kinder-KURIER.

von Heinz Wagner

„Mein größter Wunsch war, dass ich mit meinem Text sagen wollte, dass jedes Ding auf Welt mit allen anderen zusammenhängt und dass wir Menschen zusammenhalten müssen, damit diese wunderbare, tolle Welt nicht zerstört wird. Und dazu gehört vor allem, dass wir andere akzeptieren, egal welche Hautfarbe sie haben, oder wen sie lieben oder welche Religion sie haben. Hauptsache, sie glauben an irgendetwas.“

Obwohl sie schon vorher informiert worden war, dass sie in der Kategorie Text gewonnen hatte, sprudelte es fast überschwänglich aus der gerade noch 12-jährigen Mara voll erfreut über den ersten Platz heraus.

Nach der Online-Preisverleihung durfte der Kinder-KURIER sie telefonisch interviewen.

Die – nicht nur – ihr wichtigsten, drängendsten Probleme, die die Menschheit auf der Welt geschaffen hat, packte Mara, gerade noch 12, in wenigen Tage 13 Jahre jung aus Innsbruck in einen spannenden Text, der recht ungewöhnlich beginnt: „Hallo, ich bin Gott, so nennen mich zu mindestens die Menschen. Ich heiße nicht Gott, ich habe keinen Namen, keine Bestimmung oder Geschlecht. Ich bin kein Wesen, welches man sich vorstellen und anfassen kann. Ich bin eine Seele oder besser ausgedrückt ein „Licht" voller Hoffnung. …“ und in einem großen Bogen nach Beschreibung der wichtigsten Herausforderungen damit endet: „Alles wäre so einfach, würden die Menschen daran, an sich glauben, etwas bewirken. Ich glaub daran, denn wir sind Gott.“

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Sollte besonders sein

Dabei hätte sie, als der Deutschlehrer in der Klasse vom Bewerb erzählte und einige mitmachten, „zuerst ein Bild malen wollen. Das ist dann nicht fertig geworden, hängt aber bei mir im Zimmer an der Wand. Dann hab ich viel mehr Lust bekommen, einen Text zu schreiben und ha schnell drauflos geschrieben. Auch das mit dem Anfang, … ich bin Gott … ist mir gleich so eingefallen… Ich wollte, dass alle beim Lesen gleich am Anfang denken, wowh, das ist was Besonderes.“, erzählt sie dem Kinder-KURIER.

Mara schreibt ganz oft und viele Geschichten. Nicht selten kombiniert sie Malen und schreiben auch. „Als ich vier und fünf war, hab ich zuerst gezeichnet und meiner Mama dann angesagt, was sie dazu schreiben soll. Solche kleine Büchlein hab ich sicher 100. Ab der Volksschule hab ich dann selber geschrieben und meistens die Bilder weggelassen. Am Anfang haben meine Charaktere fast immer nur Lisa oder Lena geheißen.“

"Adventkalender": Jeden Tag ein Kapitel

Vor drei Jahren erinnert sie sich im KiKu-Gespräch hat sie eine lange Geschichte geschrieben – „Unterwegs in geheimer Mission“. Ein Wichtel hatte den Job des Geschenke-Auslieferers und dabei so ziemlich alles bei der Zustellung vertauscht. Zwei Engel haben ihm dann geholfen, in geheimer Mission wieder schnell alles hin und her zu bringen, damit alle die richtigen Geschenke bekommen. „Die Geschichte hab ich in 24 Kapitel geteilt, kopiert und allen Verwandten vor der Adventzeit geschenkt, dass sie jeden Tag ein Kapitel lesen können.“

Manches schreibt sie mit der Hand, manches am Computer. „Das kommt drauf an, wie ich mich gerade fühle. Wenn ich eher müde bin, dann am Computer. Wenn ich richtig Lust zum Schreiben hab, dann oft mit der Hand.“

Schriftstellerin war einmal ein Berufswunsch, „jetzt ist es schon was mit Schreiben, vielleicht Regisseurin oder aber auch Moderatorin“, eine, die eben ihre Texte selbst schreibt.

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Corona

Sie hätte mit eigenen Texten schon eine Lesung gehabt, „aber wegen Corona konnte die nicht stattfinden.“

Apropos Corona: Wegen Home-Schooling „haben wir jeden Tag sechs Stunden Video-Konferenzen hintereinander, manchmal sogar acht Stunden wenn wir Nachmittagsunterricht haben. Das ist schon ganz schön anstrengend. Dafür kriegen wir ein bisschen weniger Hausübungen.“

Der Kontakt mit Freundinnen beschränke sich auch auf Videotelefonie.

Zu ihrem Text und dass sie gewonnen hat, merkt Mara übrigens an: „Mein Papa hat am Anfang gesagt, dass er glaubt, dass ich nicht gewinnen kann, weil ich über Gott rede.“

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Übrigens verrät die talentierte junge Texterin: „Meine ganze Klasse war im Live-Stream bei der Preisverleihung dabei und aus unserer Klasse hat auch noch Isabel mit ihrer Zeichnung einen Spitzenplatz gemacht.“ – Zweite in ihrer Altersgruppe.

Follow@kikuheinz

Zu allen Gewinner_innen und einem Bericht über die Online-Preisverleihung geht es hier unten.

Und zu einem Überblick samt Bilder-Galerien aller Top-10-Bilder in den vier Altersgruppen sowie den drei besten Texten und den drei Corona-Sonderpreisen im Artikel darunter.

Und darunter zu den Interviews mit anderen Gewinner_innen.

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