Kiku
28.10.2018

„Im Informationsfluss navigieren können“

KiKu-Besuch bei Jugendlichen in einem Medien-Workshop der Demokratie-Werkstatt des Parlaments. Nun auch mit SchauTV-Beitrag.

Hängen und wenn ja wie Medien mit Demokratie zusammen? Genauer gesagt, freie und unabhängige Medien, denn auch diktatorische Regimes halten sich Medien. Allerdings nur solche, die sie direkt oder indirekt kontrollieren. So hatten die Machthaber des deutschen Faschismus dafür gesorgt, dass möglichst jede und jeder zu einem billigen Radiogerät (Volksempfänger) kam. Sie sollten alle die Nazi-Propaganda hören, das Hakenkreuz war gleich Teil des Designs der Apparate. Wer allerdings wagte, unabhängige Nachrichten etwa über die deutschsprachige Welle des britischen seriösen Senders BBC zu hören, wurde härtest bestraft – bis hin zur Ermordung (Todesstrafe).

Der Kinder-KURIER und SchauTV (sobald dieser ausgestrahlt wird, wird er auch in diesem Beitrag eingebettet zu sehen sein) besuchten am Tag vor dem Nationalfeiertag im diesjährigen 8er-Jubiläumsjahr einen Medien-Workshop der Demokratiewerkstatt des Parlaments, stand für Fragen der Jugendlichen zur Verfügung und interviewte selbst - Jugendliche, einen Lehrer und einen Sprecher des Parlaments - siehe eigene Abschnitte dieses Beitrags.

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Untergehen oder sich orientieren

Führt aber die Überflutung durch unzählige Medien, wie wir sie seit einigen Jahren mit dem Aufkommen von Internet und noch mehr sozialer Netzwerke kennen, nicht dazu, in dieser zu „ertrinken“. Was stimmt, was nicht? Wie sich zurechtfinden? Wie überprüfen? Diese und ähnliche Fragen spiel(t)en speziell in der vor kurzem zu Ende gegangenen Woche der Medienkompetenz eine wichtige Rolle. Und sie stehen immer auf der Tagesordnung der genannten Medien-Workshops in der Demokratie-Werkstatt (für 8 bis 14-Jährige). Medien ist eines von sechs verschiedenen Modulen im Parlament – von der Entstehung eines Gesetzes über Mitbestimmung bis zu EU sind die anderen Themen.

Sidestep: Frieden mit oder ohne Waffen sichern

Bei unserem Besuch trafen wir auf Jugendliche der 4a vom Wiener Schulschiff, das nach der Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner benannt ist. Plötzlich während einer der Interview-Runden ein heftiger, sehr lauter Knall. Ach ja, draußen – am Tag vor dem Nationalfeiertag – war wie in der halben Innenstadt „Leistungsschau“ des Bundesheeres: Panzer, Hubschrauber und anderes Militärgerät zum Anschauen, Anfassen und drauf spielen. Offenbar meinten einige, auch Explosionen vorführen zu müssen.

Aber das wäre Teil eines anderen Workshops: EU als Friedensprojekt und ist Frieden sichern ausschließlich und vor allem eine Frage von Waffen oder eher von zivilen friedenssichernden oder -stiftenden Maßnahmen?! (Siehe dazu die beiden folgenden Beiträge.)

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Am Ende: Rohfassung einer 8-seitigen Zeitung

Also, zurück zum Medien-Workshop der Bertha-von-Suttner-Gymnasiast_innen: Mit den Informationen aus Recherchen, Umfragen unter Passant_innen und den Gesprächen mit dem KiKu erarbeiteten die Jugendlichen in vier Arbeitsgruppen in dem Fall Zeitungsartikel. (In jedem Workshop in der Demokratiewerkstatt werden Medien produziert – Zeitung, Radiosendung oder Videobeitrag.) Die Headline (Schlagzeile), die die Jungredakteur_innen der achtseitigen Zeitung gegeben haben, haben wir uns hier ausgeborgt und auch zur Überschrift dieses Beitrags gemacht: „Im Informationsfluss navigieren können“. Nicht alles sofort glauben, hinterfragen, am besten nicht nur ein Medium konsumieren, auch nachdenken, ob etwas überhaupt möglich sein kann, Skepsis bei zu vielen Verbrechensmeldungen, besteht doch die Welt und das Land nicht nur aus und nicht einmal aus so viel Kriminalität wie berichtet wird... 

Am Ende des Workshops ist das Medienprodukt immer in einer Rohfassung fertig, um es allen vorstellen zu können. Selbstverständlich können da noch die einen oder anderen Fehler übersehen der eine Handzeichnung zu blass gescannt worden sein. Darum dauert es noch ein bisschen, bis die korrigierte Fassung online gestellt wird – Link unten:
www.demokratiewebstatt.at

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Das Video vom Beitrag auf SchauTV

gedreht von Martin Weissenbacher