Ein Ohrring mit einem transdermalen Patch: Der weiße Ring ist das Pflaster, das das Verhütungshormon enthält.

© Mark Prausnitz/Georgia Tech

Gesund
03/29/2019

Verhütungsschmuck: Kann man bald mit Ohrringen verhüten?

Forscher testen eine neue Form der Empfängnisverhütung: Kontrazeptiver Schmuck könnte die Bandbreite verfügbarer Methoden erweitern.

Er sieht aus wie ein Ohrring, wird verwendet wie ein Ohrring – und doch gibt es einen entscheidenden Unterschied zu herkömmlichen Schmuckstücken: Jene Ohrstecker, die Forscher des Georgia Institute of Technology derzeit testen, sollen ungewollte Schwangerschaften verhindern.

Futuristisches Medizinprodukt

Die Wissenschafter haben für den Verhütungsschmuck, der auch Uhren und Ringe umfasst, eine Technik entwickelt, mit der Verhütungshormone über eine am Schmuck angebrachte Trägerschicht verabreicht werden.

Wie die Forscher in einem in der Fachzeitschrift Journal of Controlled Release veröffentlichten Bericht schreiben, hätten erste Tests gezeigt, dass empfängnisverhütender Schmuck die Trägerin mit einer ausreichenden Menge an Hormonen versorgen kann, um als Verhütungsmittel zu wirken.

Bisher wurden noch keine klinischen Tests an Menschen durchgeführt. Lediglich an Tieren wurden die Medizinprodukte getestet. Die Wissenschaftler testeten diese etwa an den Ohren von Schweinen, bevor sie auf der Haut haarloser Ratten getestet wurden.

Um das Verhalten einer Frau nachzuahmen, die ihren Schmuck vor dem Zubettgehen ablegt, wurden die Patches 16 Stunden lang auf die Haut der Tiere gelegt, bevor sie wieder für acht Stunden entfernt wurden

Mehr Vielfalt

"Je mehr Verhütungsoptionen zur Verfügung stehen, desto wahrscheinlicher ist es, dass Bedürfnisse einzelner Frauen erfüllt werden können", sagte Mark Prausnitz, Professor an der School of Chemical and Biomolecular Engineering am Georgia Institute of Technology, dem Independent.

Da das Anlegen von Schmuck oft zum Alltag einer Frau gehöre, könne "diese Technik die Verabreichung des Medikaments erleichtern".

Transdermale Pflaster

Der empfängnisverhütende Schmuck fügt sich eine Reihe von Produkten ein, die auf einer transdermalen Pflastertechnologie beruhen. Mit transdermalen Pflastern werden Arzneistoffe in Pflasterform verabreicht. Sie werden auf die Haut geklebt und setzen den jeweiligen Wirkstoff kontrolliert frei, der dann über die Haut aufgenommen wird.

Beispiel für die Verwendung der transdermalen Pflastertechnologie sind etwa Nikotinpflaster – und auch das hormonelle Verhütungspflaster. Das Pflaster wird am ersten Tag der Menstruation am Bauch, Gesäß oder den Außenseiten der Oberarme für sieben Tage auf die Haut geklebt. Danach muss das Pflaster durch ein neues ersetzt werden. Dieser Wechsel sollte immer am selben Wochentag erfolgen. Nach drei Wochen wird eine Pause von sieben Tagen eingelegt, in der es zur Blutung kommt. Nach der pflasterfreien Woche wird wieder ein neues Pflaster aufgeklebt – auch wenn die Blutung noch andauert.

Praktische Größe

Den Vorteil des Verhütungsschmucks sehen die Forscher auch in der kleineren Größe der Produkte. Die auf Schmuck getesteten Träger messen etwa einen Quadratzentimeter. Verhütungspflaster sind meistens 4,5 mal 4,5 Zentimeter groß.

Sollte der empfängnisverhütende Schmuck tatsächlich auf den Markt kommen, müssten die Hormonpatches wahrscheinlich wöchentlich gewechselt werden.

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