Blattgold ist zwischen 0,00015 und 0,0003 Millimeter dick.

© Kurier / Novy Gilbert

Gesund
01/09/2019

Riberys 1200-Euro-Steak: Das passiert, wenn man Gold isst

Das Edel-Metall wird heute häufig zum Verzieren von Pralinen, Torten und zunehmend auch von salzigen Speisen verwendet.

Der französische Fußballer Franck Ribery sorgte mit einem vergoldeten Steak, das ihm in Dubai serviert wurde, für Aufsehen. Das vom kurdisch-türkischen Star-Gastronom Nusret Gökçe zubereitete Steak war mit 24-karätigem Blattgold verziert worden und hatte einen Wert von 1200 Euro. Der Fußballer erntete viel Kritik für ein Video, indem er mit dem Gold-Steak zu sehen ist.

Doch was passiert im Körper, wenn man das vergoldete Fleisch isst?

Menge entscheidend

Das kommt ganz auf die Menge an. In kleinen Mengen hat zertifiziertes Blattgold im Körper keine negativen Effekte. "Gold ist als Zusatzstoff E175 in der EU zugelassen und in der für Lebensmittel verwendeten Menge gesundheitlich unschädlich. Es wird unverändert wieder ausgeschieden", sagt Ernährungswissenschaftlerin Angela Mörixbauer von eatconsult. Blattgold ist somit ein Lebensmittelfarbstoff. Es wird zum Verzieren von Speisen und vor allem von Desserts verwendet, darunter Pralinen, Torten, Sekt oder aber zunehmend auch salzige Gerichte wie Riberys Steak.

Mörixbauer: "Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA bemängelt fehlende Angaben zur Partikelgröße bei Blattgold - Nano-Teilchen wären durchaus resorbierbar. Dazu gibt es aber kaum Studien derzeit. Dass Gold nicht als kritisch angesehen wird, zeigt auch der Umstand, dass sich Menschen Gold als Zahnersatz direkt in den Mund einbringen lassen."

Mittel gegen Rheuma

Wird Gold allerdings in größeren Mengen verzehrt, kann es zu gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen kommen. So wurde Gold Anfang des 20. Jahrhunderts etwa als Medikament gegen Rheuma, Syphilis und Tuberkulose verwendet. Tatsächlich half intravenös verabreichtes Gold bei rheumatischen Beschwerden. Allerdings kann es zu Nebenwirkungen kommen wie allergische Hautreaktionen, Blutbildveränderungen, Entzündungen der Mundschleimhaut, Magen-Darm-Beschwerden oder Schädigungen der Leber.

Heute wird Gold in der Medizin kaum mehr eingesetzt, da es aufgrund der Nebenwirkungen einer intensiven medizinischen Überwachung bedarf.

Wie schmeckt Blattgold?

In der Gastronomie wird Blattgold lediglich zum Zweck des Verzierens eingesetzt. Geschmacklich hat es keinen Zusatznutzen, denn es schmeckt nach rein gar nichts. Selbst wer sich ein Stück Blattgold pur auf die Zunge legt, wird nichts schmecken. Einen Geschmack bekommt Blattgold erst dann, wenn es verunreinigt ist, etwa durch andere Metalle. Dann sollte es allerdings keinesfalls verzehrt werden.

Blattgold wird so behandelt, dass es nur noch eine Stärke von 0,00015 bis 0,0003 Millimeter aufweist. Das ist der Grund, weshalb es auf der Zunge auch kaum zu spüren ist.

Qualität wichtig

Wer selbst in der Küche Blattgold verarbeiten möchte, sollte sich genau anschauen, woher es stammt, um Verunreinigungen auszuschließen. Mittlerweile bieten einige Tortenfachgeschäfte kleine Packungen an, beim Kauf im Internet ist zu Vorsicht geraten. Wichtig ist die Kennzeichnung E175 als Lebensmittelfarbstoff.