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Konsumentenschutz
12/21/2016

Lebensmittel-Check: Die größten Tricksereien im Jahr 2016

Versteckte Preiserhöhungen, Mogelpackungen oder verwirrende Herkunftsangaben: Der Verein für Konsumenteninformation erstellte eine Negativliste für das Jahr 2016.

von Anita Kattinger

Die Konsumentenschützer haben heuer eine ganz spezielle Liste erstellt: Sie ließen ihre Leser über die größten Tricksereien der Lebensmittelindustrie in Bezug auf versteckte Preiserhöhungen, Mogelpackungen oder verwirrende Herkunftsangaben abstimmen. 1200 Leser beteiligten sich auf der Plattform www.lebensmittel-check.at, die Negativliste stellt das Testmagazin Konsument in seiner Jänner-Ausgabe vor.

Die drei größten Aufreger des Leservotings

Nestlé Smarties & Vanillejoghurt: Noch immer wirbt die Lebensmittel-Industrie gerne mit den gesundheitlich positiven Effekten von Milch. Nestlé bewarb das Joghurt mit einem Milch-Anteil in der Höhe von 71 Prozent, in der Zutatenliste suchten die Konsumentenschützer Milch aber vergeblich.

Stattdessen lasen sie dort Vollmilchjoghurt, Magermilchpulver, Molkenerzeugnis und diverse Zusatzstoffe. Auf Nachfrage erklärte der Konzern, dass das Produkt zu 65 Prozent aus Magermilch und zu sechs Prozent aus Schlagobers bestehe. Daraus ergebe sich 71 Prozent Vollmilch mit mindestens 3,5 Prozent Fett.

Fazit des VKI: Wo keine reine Vollmilch enthalten ist, sollte auch keine beworben werden.

Spar Natur pur Bio Pufuleti: "Bio-Maisgrieß aus Österreich" lässt vermuten, dass die Zutat in Österreich angebaut und verarbeitet wurde. Noch dazu, wenn auf der Verpackung ein rot-weiß-rotes Band abgebildet ist.

Auf der Rückseite entdeckten die Konsumentenschützer unter dem grün-weißen Bio-Zeichen allerdings die Abkürzung RO für Rumänien. Laut Spar stammt zwar der Grieß aus Österreich, werde aber in Rumänien weiterverarbeitet, da es an heimischen Produzenten mangle, die vergleichbare Qualität herstellen könnten.

Fazit des VKI: Produkte sollten nur dann mit Österreich-Bezug beworben werden, wenn sie aus österreichischer Rohware in Österreich erzeugt wurden.

Milupa Aptamil Milch-Getreidebrei Weizen-Hirse-Hafer: Den klassischen Fall von Mogelpackung orteten die Konsumentenschützer bei einem Kinder-Getreidebrei: Das Pulver für den Brei war in einem Beutel abgepackt, der in einem Überkarton steckte. Ein Röntgen-Scan zeigte, dass der Beutel nur zu einem Drittel gefüllt war. Das Unternehmen Milupa erklärte auf Nachfrage, dass die Füllhöhe technisch bedingt sei. Um die Qualität und Sicherheit zu gewährleisten, werde das Pulver unter Schutzatmosphäre verpackt und daher sei eine komplette Befüllung nicht möglich.

Fazit des VKI: Andere Hersteller bieten ähnliche Produkte in kleineren Verpackungen an, die konsumenten- und umweltfreundlich gestaltet sind.

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