Genuss
15.11.2018

Haferwurzel: Dieses vergessene Urgemüse liegt wieder im Trend

In England hält die Haferwurzel wieder Einzug in die Küche. Warum das Gemüse bei uns zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist.

Geschält sieht sie aus wie eine Pastinake, geschmacklich erinnert sie an Austern – mit einem Hauch von Artischocke und Lakritze: Zugegeben, die Haferwurzel mag zunächst wie ein reichlich bizarres Gemüse wirken. Dabei war die winterharte Wurzel, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum kommt, schon in der Antike als Nahrungsmittel beliebt. Auch im Viktorianischen Zeitalter wurde die Austernpflanze, wie sie auch genannt wird, von den Briten zu allerlei Gerichten verkocht.

Seither ist das Wurzelgemüse aus der Gattung Bocksbärte innerhalb der Familie der Korbblütler aber in Vergessenheit geraten. Zumindest in Großbritannien bahnt sich nun eine Renaissance an.

Die Supermarktkette Waitrose nimmt die Haferwurzel wieder ins Sortiment. Für umgerechnet knapp 3,50 Euro kann man 350 Gramm des Gemüses erstehen. Verkauft werden sowohl die weiße als auch die schwarze Haferwurzel. Letztere heißt auch Schwarzwurzel, ist leichter zu schälen und ergiebiger, da sie mehr Wurzelfleisch liefert.

Extravagante Beilage

Aber was kann man denn nun kulinarisch mit der Wurzel anstellen? Aufgrund ihres extravaganten und dennoch milden Geschmacks eignet sie sich perfekt als Beilage.

Die milchsafthaltige Wurzel schmeckt etwa im Gratin, auch als Püree oder Basis für cremige Suppen kann sie verwendet werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Wurzelgemüsen kann Schwarzwurzel auch roh gegessen werden. Als Zutat im Krautsalat macht sie sich geraspelt besonders gut.

Und die Inhaltsstoffe? Auch da kann die nahrhafte Haferwurzel punkten. Sie liefert reichlich Magnesium (sogar mehr als Bananen), wie auch Kalium, Kalzium Eiweiß und Vitamine.

Tipp: Die Zubereitung von Haferwurzeln ist nicht ganz angenehm. Denn die Wurzeln sondern beim Schälen einen milchig-klebrigen Saft ab, der Haut und Kleidung einfärbt, indem er bräunt. Dagegen hilft das Schälen unter Wasser, Einweghandschuhe – oder aber man reibt Hände und Küchenwerkzeug nach der Zubereitung mit Zitronensaft ab.