Die slowakische Regierung - mit Masken zur Angelobung

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freizeit Leben, Liebe & Sex
03/24/2020

Mundschutz - selbst gemacht oder als Designerware

Anleitung: So schneidert man eine Atemschutzmaske. Allerdings: Viren wehren diese aber nur bedingt ab, warnen Hygieniker.

von Ute Brühl

Atemschutzmasken könnten zum Accessoire des Jahres 2020 werden. So trugen bei der Angelobung alle slowakischen Regierungsmitglieder einen Mundschutz – der von Präsidentin Zuzanna Caputova war sogar Ton in Ton mit ihrem Kleid. Und auch Modedesigner wie La Hong sind schon dabei, Masken aufzuhübschen.

Wiederum andere machen aus der Not eine Tugend und fangen an, Masken zu nähen. Das ist nicht allzu schwierig. Die deutsche Stadt Essen hat eine entsprechende Anleitung ins Netz gestellt.

Das Zubehör

Alles, was man dazu außer einer Nähmaschine braucht, sind:

  • 2 Stoffstreifen à 90 cm Länge und 2 cm Breite aus kochfester Baumwolle
  • 2 Stoffstreifen  à 17 cm Länge und 2 cm Breite aus kochfester Baumwolle
  • einen 5 cm langen dünnen und biegsamen Draht
  • in 17 cm x 34 cm großes Tuch aus kochfestem Baumwollstoff, durch das man atmen kann (z.B. Stoffwindel, T-Shirt-Stoff, leichtes Baumwolltuch).
  • Die Durchlässigkeit für die Atmung prüft man, indem man das Tuch doppelt nimmt, es sich dicht um Nase und Mund schließt und einmal ein- und ausatmet. Ist das möglich, ist das Material geeignet.

So wird genäht

Dieses atmungsdurchlässige Tuch wird an der langen Seite einmal gefaltet und gebügelt – danach werden drei Falten hineingebügelt (Faltentiefe ca. 1,3 cm).

Die vier Stoffstreifen einmal längs zusammenlegen und bügeln. Die kurzen Streifen dienen an den Ober- und Unterseiten als Kantenverstärkung. In die Oberseite wird der Draht mitvernäht. Die eingebügelten Falten zusammenlegen und mittig auf beiden Seiten in die Kopfbänder einlegen und das Ganze vernähen. Fertig!

Doch wie viel Schutz bieten die Masken? Die Designer-Masken von La Hong sind einfache Masken, die kaum Schutz vor Ansteckung bieten.

Hygiene bleicht wichtig

Das Gleiche gilt wohl auch für die meisten selbst genähten Masken, meint Birgit Willinger, Mikrobiologin der Uni Wien. „Wie gut sie schützen, hängt auch immer davon ab, wie dicht sie anliegen und wie durchlässig der Stoff ist.“

Wer eine solche Maske trägt, wähnt sich vielleicht in trügerischer Sicherheit und wäscht sich weniger die Hände. „Wenn jemand dann noch an der Maske zupft, weil sie nicht perfekt sitzt, hat man das Gegenteil von dem erreicht, was man bezwecken will“, gibt Willinger zu bedenken. Wird der Mundschutz zudem nicht häufig genug desinfiziert, indem man ihn auskocht, können sich darunter Bakterien oder Schimmelpilze vermehren. Diese können Infektionen und Allergien auslösen, die das Immunsystem schwächen.

Immerhin könne die Maske das Risiko etwas verringern, dass man andere ansteckt – die beste Prävention bleibt aber: „Häufig Hände waschen und genügend Abstand halten.“ute Brühl