© White Panther Produktion GmbH

freizeit Essen & Trinken
05/28/2021

Milliardärin züchtet Luxus-Garnelen in den steirischen Bergen

Ein Start-up nutzt Abwärme eines Holzgaskraftwerks für eine Aquakulturanlage und verschickt fangfrische Garnelen mit der Post.

von Anita Kattinger

Steirische Gebirgsgarnelen sollen fixer Bestandteil des Speiseplans der Österreicher werden: So das ehrgeizige Ziel der Start-up-Gründer "White Panther" rund um Milliardärin Ingrid Flick. Seit Kurzem befindet sich im steirischen Rottenmann auf fast 700 Höhenmetern nahe Liezen ihre Aquakulturanlage für die Aufzucht von Garnelen.

Mit einer angepeilten Jahresproduktion von 60 Tonnen soll die Anlage zu den größten Europas zählen. Hinter der Idee stand zunächst der Wunsch, die Abwärme des Holzgaskraftwerkes in Rottenmann zu nutzen.

Im Kraftwerk entstehen 2.700.000 kWh Wärme, die das mit Meersalz und Mineralien angereicherte Quellwasser für optimale Lebensbedingungen der Tiere auf 28 Grad erwärmt.

"Unsere Garnelenaufzucht ist ein ökologisch nachhaltiger Kreislauf. Die Haltung der Salzwassergarnele erfolgt – vom Ei bis zum ausgewachsenen Tier – ausschließlich in Rottenmann", erklärt Geschäftsführer Maternus Lackner. Am Anfang des Lebenszyklus der Gebirgsgarnele steht die eigene Brutzuchtanlage.

Jedes Muttertier legt je nach Körpergewicht zwischen 200.000 und 300.000 Eier. Nach 24 Stunden ist die Ei-Entwicklung vollendet.

Schlachtreife mit 5 Monaten

Im Alter von rund zwei Wochen werden 30.000 der sogenannten Postlarven in ein 5.000 Liter-Becken ausgesetzt und mit selbst angebauten Algen gefüttert – noch sind die Tierchen mikroskopisch klein. Einige von ihnen werden auch an andere Garnelenfarmen europaweit verkauft.

Mit fünf Wochen übersiedeln die Jungtiere mit einem Gewicht von nur einem Gramm in ein großes Becken mit 70.000 Liter Fassungsvermögen. Nach weiteren 15 Wochen erreichen die Steirer ihr Erntegewicht von 30 Gramm.

Erst nach Eingang der Online-Bestellung werden die Exemplare der Gattung Litopenaeus Vannamei (6,60 Euro pro 100 Gramm) und der blauen Gattung Litopenaeus Stylirostris (zwischen 8,80 und 11 Euro pro 100 Gramm) frisch geerntet und in einer ökologischen Isolier-Verpackung aus Stroh und Vlies verschickt.

Optisches Highlight ist definitiv die blaue Garnele, die wie ihre Schwesterngattung Vannamei ihr natürliches Habitat im Östlichen Pazifischen Ozean an den Küsten Mexikos, Guatemalas und Perus hat. Also in Gebieten, wo Wassertemperaturen das ganze Jahr über jenseits von 20 Grad liegen.

In den 1970ern wurde der Wildfang in den süd- und mittelamerikanischen Ländern durch neu entstandene Zuchtbecken an den Küsten verdrängt. In den Nullerjahren stiegen asiatische Länder dann in die Garnelen-Zucht groß ein.

Die heimischen Delikatessen gibt es neben anderen Produkten wie einem Garnelen-Pesto auch in einem Shop neben der Zuchtanlage zu kaufen. Die fangfrischen Tiere werden nur mit den Hauptgeschmacksträgern Kopf und Schale verkauft.

Im Rahmen eines Forschungsprojektes mit dem Alfred Wegener Instituts hat das Unternehmen eine Ausnahmegenehmigung, die Garnelen mittels Kälteschock statt in siedendem Wasser töten zu dürfen.

Die Züchter empfehlen wegen der hohen Qualitätsstandards den rohen Verzehr: Die Geschmacksnuancen reichen von süßlich-nussig bis zu salzig-mineralisch. Flick: "Es freut uns sehr, dass wir diese europaweite Innovation der Welt anbieten können."

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.