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11/23/2020

Per Mausklick zum Home-Office

Zwei estische Brüder haben ihr bereits erfolgreiches Modul-Hotelkonzept zum Home-Office-Bestseller umgemodelt. Jetzt wollen sie es als Amazon-Office online vertreiben.

Jetzt kann man natürlich ein lustiges Gedankenspiel anstellen. Und das geht so: Stellen Sie sich vor, Sie sind aus Pandemiegründen ins Home-Office verbannt. Jetzt haben Sie etwas mehr Zeit als sonst, um sich in diversen Online-Shops herumzutreiben und stoßen – auf ein spektakuläres Home-Office. Es wird Ihnen nämlich auf Amazon angeboten. Wenn Sie jetzt noch aus dem Homeoffice Ihr neues Amazon-Office bestellen, dann hat das schon irgendwie was …

Amazon-Office für besondere Nächte

Nein, so weit ist der Autor dieser Zeilen nicht gegangen. Aber in der Tat ist das Konzept, das die estischen Brüder Jaak und Andreas Tiik über digitale Kanäle in die Welt hinausschicken, nicht nur optisch ein Highlight. Es ist einfach wirklich clever gedacht. Und das liegt wohl auch daran, dass die zwei Entwickler ihr so genanntes ÖÖD-Haus („ööd“ heißt auf Deutsch „Nächte“) – ursprünglich auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten entwickelt haben.

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Die Geschichte zum heutigen Amazon-Office geht nämlich so: Andreas und Jaak Tiik wollten ein Wanderwochenende in der estnischen Natur erleben. Allein, ihre Suche nach einem kleinen Haus, um zu übernachten, entpuppte sich als nahezu unmöglich. Alles, was sie fanden, waren Blockhäuser für größere Gruppen oder kleine Häuser von mittelmäßiger Qualität, wie sie rückblickend erzählen.

Tiny House, weiter gedacht

Die Häuser waren also entfernt von der Idealvorstellung des Hauses, das sie suchten. Und so entsprang an diesem dann nur mäßig erfüllenden Wanderwochenende die Idee, besondere Module anzubieten, die gemeinsam größere oder kleine Hotels ergeben würden.

Ein Konzept, das einem heute in Form des „Tiny House“-Booms immer wieder begegnet. Allerdings waren die Brüder mit ihrer Entwicklung vor einigen Jahren nicht nur Trendsetter, sie haben seither ihr Modulhäuschen kontinuierlich weiterentwickelt und es jetzt ganz auf das Thema der Zeit zugeschnitten: Die Coronavirus-Pandemie.

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Konkret haben sie ihr Konzept in Windeseile zu einer erschwinglichen und aus mehreren Blickwinkeln überraschend interessanten Home-Office-Lösung umgebaut. "Die grundsätzliche Form des Objekts existierte bereits", erzählt Kristi Kivilaid von ÖÖD-Haus. "Wir mussten allerdings die perfekte Größe für ein Home-Office finden, das leicht weltweit zu versenden und einfach zu installieren war.“ Denn die smarten Architekten hatten gleich erkannt: Der Bedarf musste weltweit einfach und unter Corona-Bedingungen gedeckt werden können. Schließlich hat sich die Pandemie auch weltweit ausgebreitet.

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Genau aus diesem Grund aber musste das von Anfang an als Amazon-Office gedachte Büro so gestaltet sein, dass es auch in jede Umgebung passt. Schließlich ergibt moderne Architektur in der Regel nur dann Sinn, wenn sie die Welt, in der sie entsteht, auf irgendeine Weise aufnimmt.

Spieglein, Spieglein als große Wand

Wenn man allerdings vorher nicht weiß, wo das Häuschen errichtet wird, gibt es vermutlich nur einen Weg, diesem Anspruch gerecht zu werden: Man verspiegelt die Wände und lässt das Gebäude so nahezu mit seiner jeweiligen Umgebung verschmelzen.

Genau das hat das ÖÖD-Team gemacht. Und zwar auf wirklich eindrucksvolle Art und Weise: Für die großflächige Verglasung wurde eine Beschichtung entwickelt, die ausreichend Licht in den Raum lässt aber so gut wie keines hinaus. Daraus ergibt sich, dass man hinaus- aber nicht hineinsehen kann!

Von außen nahezu unsichtbar

Und das bedeutet wiederum nicht nur, dass das Amazon-Office von außen fast unsichtbar wird. Vielmehr arbeitet man inmitten der gesamten Umgebung, die man mittels Panoramablick einsieht. Egal wo man sein Amazon-Office also aufstellt – man arbeitet entweder im Hinterhof, im Wald, am Strand oder aber, wie es gerade ein Dänisches Paar versucht zu realisieren, am Dach eines Hochhauses.

Und wenn die Kinder spielen?

Einen weiteren Vorteil führt Kivilaid an: „Auch wenn die Kinder gerade im Garten spielen, können die Eltern ungestört weiterarbeiten und ihre Sprösslinge dennoch jederzeit im Auge behalten.“

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Wo auch immer das ungewöhnliche Büro aber steht, die Office-Ausstattung bleibt überall die gleiche: Auf den 10,5 Quadratmetern können zwei Schreibtische, ein kleines Sofa und zwei Regale locker untergebracht werden.

Außerdem verfügt das Amazon-Büro über eine kleine Holzbank, die an der hölzernen Seitenwand befestigt ist. "Das verleiht einem normalerweise einheitlichen Raum etwas Spaß, Persönlichkeit und Überraschung", sagt Kristi Kivilaid. "Es ist ein Ort, an dem man sich an die frische Luft setzen oder bei einer Tasse Tee seinen Garten genießen kann, wenn man eine kleine Arbeitspause braucht.“

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Stellt sich nur noch die Frage, was denn dieses Amazon-Office für einen Preis hat: Das Standardbüro kostet derzeit 19.000 € plus Transportkosten. Derweil allerdings noch ausschließlich auf der eigenen Website – die Verhandlungen mit Amazon sind noch nicht ganz abgeschlossen. Vermutlich deshalb, weil die Amazon-Mitarbeiter durch die Pandemie so gefordert sind, wie noch nie. Oder, weil sie womöglich in weniger schicken Home-Offices arbeiten müssen …

Text: Johannes Stühlinger Bilder: ÖÖD

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