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UBM Development
02/26/2020

Eine Frage der Perspektive

Der vom Büro Ole Scheeren entworfene MahaNakhon Tower in Bangkok ist auf der Finalisten-Liste für die diesjährigen MIPIM-Awards. Nicht ohne Grund: Vor allem die Fassade löst Erstaunen aus.

Bangkok hatte schon bisher eine der spektakulärsten Skylines weltweit und ist in Sachen Modernität so mancher europäischen Metropole weit voraus. Das anstehende Immobilien-Event des Jahres, die MIPIM, ruft ein Mal mehr den MahaNakhon Tower in Bangkok in Erinnerung. Das vom Büro Ole Scheeren entworfene Hochhaus ist auf der Liste der Finalisten für die diesjährigen Awards in der Kategorie „Best mixed-use development“ (Mehrzweckgebäude).

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Der Supertall-Wolkenkratzer – die offizielle Definition ist: jedes Gebäude, das höher als 300 Metern ist – wurde zwar bereits eröffnet. Noch immer aber lässt die Fassade die Passanten vor Staunen kurz innehalten und hochblicken.

Von oben oder von unten

Denn das Markante daran ist, dass sich die Fassade spiralig in eine Höhe von 314 Metern hochschraubt. Oder andersherum betrachtet, von oben, könnte man sagen, der Wokenkratzer fließt nach unten, zum Boden hin.

Der Wolkenkratzer verschmilzt mit der Stadt, indem er sich allmählich „auflöst”, während er nach unten fließt und auf den Boden trifft.

Büro Ole Scheeren
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Großartiger Blick auf die City

Die Fassade ist von einem pixeligen Muster durchbrochen. Und die wie hineingeschnitzt wirkenden Bauteile geben Einblicke in das Innenleben des Gebäudes frei. Gleichzeitig bietet sich von dort, von den Grünflächen und Balkonen aus, eine großartige Aussicht auf die Hauptstadt.

Das Projekt begann als ein Entwurf von Ole Scheeren für den lokalen Entwickler Pace Development. Es wurde nach dem Ausscheiden Scheerens im Jahr 2010 aus der Architektur-Schmiede OMA von seiner dann eigenen Firma fertiggestellt.

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Schon überflügelt

Der im Central Business District von Bangkok gelegene Turm mit 77 Stockwerken ist aber nicht mehr das höchste Gebäude Thailands. Es wurde bereits von den „Magnolias Waterfront Residences” (auch bekannt unter Icon Siam Tower 1) überholt. Die (architektonische) Höhe dieses Gebäudes liegt bei 317,95 Metern.

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Aktuell zählt Bangkok 22 Gebäude, die mehr als 200 Meter hoch sind. Damit belegt die Stadt den vierten Rang der südostasiatischen Metropolen mit den meisten Wolkenkratzern. Nach der malayischen Hauptstadt Kuala Lumpur ist Thailands Hauptstadt derzeit in Südostasien das zweitgrößte Bau- und Stadterweiterungsgebiet.

Rama 9 Super Tower in der Warteschleife

Auf Eis liegt derzeit der Bau des Rama IX Super Tower. Er wäre mit einer geplanten beeindruckenden Höhe von 615 Metern fast doppelt so hoch wie MahaNakhon. Der Super Tower sollte 125 Stockwerke haben und wäre der höchste Wolkenkratzer in den ASEAN-Staaten beziehungsweise auf Platz 7 der Weltrangliste. Der bislang höchste Skyscraper ist immer noch der fast 830 Meter hohe Burj Khalifa in Dubai.

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Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich das Council on Tall buildings and Urban Habitat. Das ist ein Büro des Illinois Institute of Technology in Chicago. Es befasst sich mit der Bewertung der höchsten Gebäude der Welt und stellt dafür Regeln auf.

CTBUH

Rekordjahr für Superhochhäuser

2019 war laut dem Council on Tall buildings and Urban Habitat (CTBUH) ein Rekordjahr für Superhochhäuser. Im Vorjahr wurden rekordverdächtige 26 Türme mit über 300 Metern Höhe fertiggestellt (2018: 18 Supertürme). Unter den Neuen ist das 530 Meter hohe Tianjin CTF-Finanzzentrum von SOM der höchste „Supertall”. Es ist der siebthöchste Wolkenkratzer der Welt, zusammen mit seinem Schwestergebäude, dem Guangzhou CTF-Finanzzentrum.

Das zweithöchste 2019 fertiggestellte Gebäude ist das von RMJM entworfene Lakhta-Zentrum in St. Petersburg in Russland. Mit seinen 462 Metern Höhe ist es gleichzeitig das höchste Gebäude in Europa. Das Land, in dem im Vorjahr die meisten Wolkenkratzer mit mehr als 200 Metern Höhe gebaut wurden, ist China – das fünfte Jahr in Folge.

Text: Linda BenköFotos/Renderings: Hufton + Crow, Ole Scheerer, Architects 49 Ltd.

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