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Chronik Wien
09/15/2021

Wiens Spitäler müssen wieder Operationen verschieben

Stufe 5 im Krisenplan ab Montag. 92 Prozent der Intensivpatienten sind nicht vollständig geimpft

von Josef Gebhard, Elisabeth Holzer, Christian Willim, Johannes Weichhart

Nun ist es wieder soweit: „In dieser Situation müssen ab sofort alle geplanten großen Operation, für die entweder fix ein Intensivbett notwendig ist oder eine postoperative Intensivpflichtigkeit nicht ausgeschlossen werden kann, verschoben werden.“ So lautet eine Anweisung des Ärztlichen Direktors des Wiener Klinik Donaustadt aus der Vorwoche, die dem KURIER vorliegt. Anlass ist der „absolute wienweite“ Mangel an Non-Covid-Intensivbetten, heißt es in dem Schreiben.

Auch in einzelnen anderen Spitälern in Wien ist das schon der Fall, sagt ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Generell werde dies erst am Montag umgesetzt, wenn aufgrund der hohen Auslastung mit Covid-Patienten Stufe 5 des Wiener Stufenplans in den Intensivstationen erreicht sein wird.

Konkret geht es um planbare Eingriffe (z. B. Hüft-OP), die entweder verschoben oder in private Spitäler verlagert werden müssen.

Stufe 5 sei zuletzt im Februar erreicht worden, sagt eine Sprecherin des Wiener Gesundheitsverbunds (Wigev). „Damals stand aber breiten Bevölkerungsschichten noch keine Impfung zur Verfügung“, sagt sie. Dass ein großer Teil der Intensiv-Behandlungen vermeidbar wäre, zeigt sich auch in Wien ganz deutlich: Der Anteil der nicht vollständig Geimpften unter den Intensivpatienten beträgt 92,3 Prozent.

Im Vergleich zu früher seien die Patienten im Schnitt jetzt viel jünger. Der Großteil sei zwischen 30 und 60 und habe keine Vorerkrankungen, sagt die Sprecherin. Damit verbunden sei, dass die einzelnen Patienten länger auf der Intensivstation liegen würden. Unter den Patienten befindet sich auch ein Kind, fünf weitere werden auf Normalstationen versorgt.

In Niederösterreich müssen derzeit noch keine Operationen verschoben werden. Mit Stand Mittwoch waren 37 Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt, 87 sind für Corona-Patienten noch frei.

Zur Erklärung: Insgesamt stehen 333 zur Verfügung, 209 sind aber von Nicht-Corona-Patienten belegt.

Dass die Patienten auf den Intensivstationen zunehmend jünger sind, lässt sich auch in Oberösterreich ablesen. Das Durchschnittsalter liegt bei 53 Jahren, zu Beginn der Pandemie war es bei 70 Jahren. Derzeit ist man in OÖ bei Stufe 2 angelangt. Das bedeutet: Bis zu 52 Intensivbetten sind mit Covid-Patienten belegt bzw. freigehalten: „Diese 52 Betten reichen wohl bis Ende des Monats“, sagt Tilman Königswieser, Leiter des Expertengremiums des Landes. Stufe 2a wäre, bis zu 75 Betten für Covid-Patenten freizuhalten. Insgesamt wurde von früher 250 auf nun 333 verfügbare Intensivbetten aufgestockt. Derzeit müssen noch keine elektiven Operationen verschoben werden, aber große Eingriffe (etwa im onkologischen Bereich) „tageweise“, betont Königswieser. „Noch können wir im Hybrid-Modus fahren.“

Hoch ist aktuell auch die Auslastung der Intensivstationen in Vorarlberg. Dennoch wurden dort noch keine Operationen verschoben oder Leistungen reduziert, heißt es bei den Landesspitälern. Die Zahl der Intensivbetten wurde aber zuletzt von 52 auf 68 erhöht.

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