© Berufsrettung Wien

Chronik Wien
01/13/2021

Wiener Rettung: Zu lange Wartezeiten bei Notrufen

Ursache sind lauf Stadtrechnungshof Mängel bei der Dienstplanung. Interner Grenzwert für die Annahme müsste auf 30 Sekunden gesenkt werden.

von Josef Gebhard

Täglich rund 1.000 Notrufe hat die Wiener Berufsrettung (MA 70) zu bearbeiten. Mitunter sind die Wartezeiten allerdings zu lang, bis der Anruf entgegengenommen wird. Das stellt nun der Stadtrechnungshof fest. Seine Prüfer untersuchten die Annahmewartezeiten im Zeitraum von Mai bis Juli 2019.

In dieser Zeit wurden insgesamt 80.663 Notrufe entgegengenommen. Insgesamt 92,4 Prozent der Notrufe lagen mit bis zu 60 Sekunden innerhalb der im Organisationshandbuch der MA 70 festgelegten Vorgaben.

Bei den übrigen Notrufen lag sie hingegen zum Teil deutlich darüber. So warteten insgesamt 19 Anrufer länger als fünf Minuten auf die Entgegennahme ihres Notrufes, wobei die maximale Wartezeit im betrachteten Zeitraum 7 Minuten und 9 Sekunden betrug.

Zudem erachten die Prüfer den MA-70-internen Grenzwert von 60 Sekunden als zu hoch. Sie empfehlen eine Senkung auf 30 Sekunden. Hätte dieses Limit schon im Untersuchungszeitraum gegolten, wären nur mehr 82,1 Prozent der Anrufe rechtzeitig angenommen worden.

Planungsfehler

Die Prüfer haben auch die möglichen Ursachen für die Verzögerungen analysiert: Sie sei zumeist nicht auf einen generellen Mangel an Personalressourcen zurückzuführen […]. Vielmehr waren diese durch eine zu geringe Präsenz der im Dienst befindlichen Mitarbeitenden an den Telefon- bzw. Bildschirmarbeitsplätzen bedingt, was sich bei allen in die Betrachtung einbezogenen Schichten in den jeweils aufgetretenen Auslastungsspitzen manifestierte.

Der Stadtrechnungshof empfiehlt daher: Die MA 70 möge den Personaleinsatz in der Rettungsleitstelle flexibler als bisher dem tatsächlichen Bedarf anpassen.“  Bei der MA 70 betont man, dies zu befolgen. Vor allem bei den Disponenten im Tagdienst soll die Diensteinteilung flexibler gestaltet werden.

Kritik kommt von der Opposition: „Wenn es um Leben und Tod geht, zählt jede einzelne Sekunde! Das Notrufsystem in Wien muss endlich besser aufgestellt werden“, sagt ÖVP-Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec.

Bei der SPÖ verteidigt man die Wiener Rettung: "Die im Bericht erwähnten längeren Wartezeiten stammen aus dem Frühjahr und Sommer 2019. In genau diesem Zeitraum kam es zu zwei großen Schadensfällen - dem Großbrand in Simmering und der Gasexplosion in der Preßgasse, wo sehr viele Notrufe gleichzeitig eingingen", sagt Gesundheitssprecher Kurt Wagner. „Solche Ereignisse verursachen ein hohes Anrufaufkommen und verlängern die Antwortzeiten. Mit der Aufstockung an Personal können wir nun noch flexibler auf erhöhte Anrufzahlen reagieren." Für Wagner sind die Notruf-Wartezeiten "vorbildlich".

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