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Nicht alle sind "United" beim Song Contest: Viele Gegendemos in Wien

Die erste Aktion gegen die Teilnahme von Israel findet am Dienstag statt. Änderungen gibt es beim "Song Protest".
Ein Mann mit Sonnenbrille hält eine israelische Flagge, neben ihm stehen zwei lächelnde Frauen im Freien.

Mit dem Auftritt des israelischen Teilnehmers Noam Bettan im Halbfinale des Eurovision Song Contests am Dienstag in der Wiener Stadthalle gehen auch die angemeldeten Protestaktionen für den Ausschluss des Landes vom ESC in Richtung Finale. Am morgigen Nachmittag werden am Schwedenplatz symbolisch unter dem Motto "Keine Musik für Hinrichtungen. Kein Glitzer über dem Blutvergießen" Särge aufgestellt.

Die Särge werden von Aktivistinnen und Aktivisten der "Plattform Palästina Solidarität Österreich" ab 16.30 Uhr abgelegt. Die Gruppe kritisiert, dass "Israel trotz seiner Verbrechen die Möglichkeit erhält, sich diese Woche in Wien als demokratische und friedliche Regenbogennation feiern zu lassen".

"Song Protest" nun am Maria-Theresia-Platz

Bei den anderen großen Protestaktionen gab es Änderungen: Der "Song Protest" am Freitagnachmittag findet nicht wie ursprünglich geplant in der Venediger Au beim Prater statt, sondern wurde wegen Auflagenproblemen auf den Maria-Theresia-Platz verlegt - also unweit der "MQ Kantine" im Wiener MuseumsQuartier, dem offiziellen Fan-Café für den israelischen Teilnehmer Noam Bettan. Auch das Eurovision Village am Rathausplatz ist gleich in der Nähe. Angemeldet ist die Veranstaltung für 1.000 Personen.

Auf die Frage, wie diese Verlegung zustande gekommen sei, meinte der Wiener Landespolizeivizepräsident Dieter Csafan, der ursprüngliche Veranstaltungsort habe die Auflagen nicht erfüllt. Der gewünschte Ersatzort sei dann geprüft und genehmigt worden: "Es hat nichts dagegen gesprochen."

Der 15. Mai ist auch der Nakba-Gedenktag, der eine zentrale Rolle beim "Song Protest" einnehmen wird. Dabei wird an die Flucht und Vertreibung von etwa 700.000 bis 750.000 Palästinensern während der Gründung des Staates Israel und des ersten Arabisch-Israelischen Krieges 1948 erinnert. "Mit lauten Stimmen bringen wir eine Alternative auf die Bühne", hieß es seitens der Organisatoren. Unter diesen Stimmen ist auch der Musiker Dinis Mota, der als portugiesischer Beitrag gehandelt wurde, aber bereits im Vorfeld angab, wegen der Teilnahme Israels nicht beim ESC antreten zu wollen. Unterstützt wird die Veranstaltung unter anderem von Roger Waters und Michael Barenboim.

Routenänderung bei der Demo

Bei der Demo am Freitag gibt es eine Routenänderung: Der Treffpunkt 14.00 Uhr am Christian-Broda-Platz in Mariahilf bleibt gleich. Die Route verläuft jetzt aber nicht über den Gürtel, sondern über die Äußere Mariahilfer Straße und den Rustensteig hinter die Stadthalle. Die Schlusskundgebung ist im Arik-Brauer-Park.

Die Demonstration ist weiterhin für 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet. Neben Bussen aus den Bundesländern werden wohl auch Aktivisten aus dem nahen Ausland nach Wien reisen. Konkrete Anfragen gab es bisher etwa aus Slowenien und der Slowakei.

Derzeit sind insgesamt Gegenveranstaltungen "im einstelligen Bereich" offiziell angemeldet, meinte Polizeivizepräsident Csefan bei einem Medientermin in der Landespolizeidirektion (LDP). Die Exekutive rechnet darüber hinaus mit größeren Versammlungen an den Halbfinaltagen und vor allem am kommenden Wochenende.

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