Türkise „Ideengeber“ und ihr  – quasi – Geldgeber: Bezirkschefs Daniel Resch (19. Bezirk), Silke Kobald (13.), Veronika Mickel-Göttfert (8.) und Markus Figl (1.) mit Finanzminister Blümel (Mitte)  

© ÖVP Wien

Chronik Wien
05/27/2020

Wie die Wiener ÖVP die Bezirke aufpolieren will

Jeder Bezirk soll eine „Grätzel-Million“ aus dem "Gemeindepaket" bekommen, das der Bund zur Verfügung stellt

von Julia Schrenk

Rund um die Kennedybrücke in Hietzing fehle ein Verkehrskonzept, bei der U3-Station Stephansplatz gibt es immer noch keinen zweiten Lift. Das Palais Schönborn verfalle. Und zwischen Spittelau und Heiligenstadt brauche es eine weitere U4-Station.

All das in Angriff zu nehmen, ist aus Sicht der vier Wiener ÖVP-Bezirke überfällig. Gescheitert sei es bisher allein am Geld.

Gernot Blümel, Chef der Wiener ÖVP und Finanzminister, hätte eine Lösung parat: Aus den 238 Millionen Euro, die die Stadt in der Corona-Krise vom Bund bekommt, solle jeder Bezirk eine „Grätzel-Million“ für den öffentlichen Raum erhalten.

Freilich: Wie das Geld vom Bund in Wien verwendet wird, das entscheidet die SPÖ.

Neben dem „Geldgeber“ Blümel traten am Mittwoch alle vier ÖVP-Bezirksvorsteher als „Ideengeber“ auf. Viele der genannten Ideen sind nicht zum ersten Mal ein Thema.

Innere Stadt:

Seit vier Jahren wird um den zweiten Lift beim Abgang zur U3-Station Stephansplatz gestritten. Vor allem Behindertenverbände kritisierten, dass dort nur ein einziger Lift zur Verfügung steht.

Zum Problem werde das, wenn der Lift nicht funktioniert. „Das ist ein großes Thema“, sagt Bezirksvorsteher Markus Figl. Die Wiener Linien argumentieren stets, dass der Einbau technisch umständlich und daher zu teuer sei.

Thema Nummer zwei im 1. Bezirk: die Umgestaltung des Schwedenplatzes. Ursprünglich wollte man den Platz so umbauen, dass sich die Wiener dort gerne aufhalten. Gemeinsam mit der damaligen Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) präsentierte Figl die Pläne.

Man habe ihn zu einem Spatenstich „drängen“ worden. Weil auf dem Areal doch nicht 160 Bäume gepflanzt werden können, steht es nun still. Figl sagt: „Zurück an den Start“. Die Bäume seien schließlich „der Gag an dem Projekt“ gewesen.

Josefstadt:

Die dringlichste Forderung von Bezirksvorsteherin Veronika Mickel-Göttfert: die Sanierung des Gartenpalais Schönborn. Das Gebäude, das im Eigentum der Stadt liegt, ist zentral für den Bezirk.

Dort ist das Volkskundemuseum, im Vorjahr zog das Café Hildebrandt ein, im Sommer findet im Hof das Kurzfilmfestival statt. „Das Palais ist ein Hotspot des Bezirks“, sagt Mickel-Göttfert. Und es verfalle zunehmend.

Außerdem müsste im Bezirk dringend der Basketballplatz in der Buchfeldgasse so umgestaltet werden, dass dort auch andere Sportarten ausgeübt werden können.

Hietzing:

Die Kennedybrücke sei ein „Zweckbau aus den 60er-Jahren“, sagt Bezirksvorsteherin Silke Kobald. Sie gehöre längst renoviert, das gesamte Grätzel müsste umgestaltet werden.

Wegen der vielen Passagiere (Schönbrunn!) bedürfe es in der U4-Station Hietzing eines zweiten Ausgangs. Etwa zum Engelstor in Schönbrunn. Derzeit ist es geschlossen, laut Kobald sollte es für Besucher geöffnet werden.

Döbling:

Der Weg zwischen der U4-Station Spittelau und jener in Heiligenstadt ist lang. Aber ist er so lang, dass er eine zusätzliche U-Bahn-Station notwendig macht? Der Döblinger Bezirksvorsteher Daniel Resch sagt: „Ja“. Die Wiener Linien haben das bisher immer abgelehnt.

Resch pocht wie sein Vorgänger Adi Tiller darauf. Investoren in das Stadtentwicklungsgebiet könnten Geldgeber sein.

Ganz neu ist die Idee der „Grätzel-Million“ übrigens nicht: Ende Jänner forderte Standortanwalt Alexander Biach im KURIER genau das. Das Geld sollte vor allem in Erdgeschoßzonen investiert werden, um Einkaufsstraßen außerhalb des Stadtzentrums attraktiver zu machen.

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