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Chronik Wien
09/13/2019

Wie der Wiener Donaukanal auch im Winter belebt werden soll

Winterruhe am Wiener Donaukanal? So schnell wird sich das nicht ändern.

von Stefanie Rachbauer

Demnächst wird es am Donaukanal wieder ruhiger werden – allerdings nicht so ruhig wie sonst nach Saisonschluss. Der Grund: Die Ufereigentümerin Donauhochwasserschutzkonkurrenz (DHK) hat für vier Lokalflächen (Central Garden, Tel Aviv Beach, Badeschiff-Vorkaifläche und Adria) Ganzjahresverträge vergeben. Sie dürfen, bzw. müssen also auch im Winter bespielt werden.

Wegen eines Konflikts mit dem Vorpächter wird das aber nicht vollständig gelingen. Der KURIER weiß, wo man im Winter einkehren kann und wie die restlichen Lokale den Saisonschluss feiern.

Central Garden

Einen fixen Kiosk und eine überdachte Terrasse hatte der Central Garden unweit der Franzensbrücke bereits im Sommer. Nun arbeitet Betreiber Florian Schmeiser daran, den Sitzbereich mit Schiebeelementen vor Wind zu schützen. Dann kann er ihn auch beheizen. Im November will er fertig sein.

Bis dahin stimmt Schmeiser seine Gäste im Oktober sonntags mit Sturm und Maroni auf den Winter ein. Danach wird der kulinarische Schwerpunkt vermehrt auf asiatischem Streetfood liegen.

Info: täglich geöffnet (derzeit ab 16 Uhr, ab November ab 12 Uhr).

Tel Aviv Beach

Die Bar ist unter jenen, die ihren neuen Vertrag nicht voll ausnutzen können. Die DHK hat die Fläche an die Gastro-Familie Molcho vergeben. Gerold Ecker, Vorpächter und Badeschiff-Betreiber, will das Areal aber nicht hergeben.

Er streitet vor Gericht mit der DHK um die Vergabe. Durch einen rechtlichen Kniff konnte die Bar im Sommer zwar aufsperren, im Winter macht sie aber dicht.

Die Grundeigentümerin

Die Donauhochwasserschutz-Konkurrenz (DHK) besteht aus den drei Kurien Bund, Land Niederösterreich
und Stadt Wien. Ihr gehört der Großteil des Kanal-Ufers.

Die Vergabe

Vergangenes Jahr vergab die DHK neue Pachtverträge für sechs Uferabschnitte. Die Betreiber von Feuerdorf, Tel Aviv Beach, Hafenkneipe und Central Garden erhielten den Zuschlag. Sie dürfen somit weitere zehn Jahre bleiben. Badeschiff-Macher Gerold Ecker bewarb sich nicht um einen neuen Vertrag – Adria- und Badeschiff-Vorkaifläche gingen somit an neue Pächter.

Info: Party zum Saisonschluss mit Livemusik und DJs am 14. September ab 17 Uhr.

Badeschiff-Vorkaifläche und Adria

Diese beiden Abschnitte hatte bisher ebenfalls Gerold Ecker gepachtet. Auch sie gingen an neue Betreiber – und auch dagegen wehrt sich Ecker. Der Unterschied zum Tel Aviv Beach: Die neuen Projekte – Fräuleins fabelhafter Sommergarten und Vienna Waterfront – konnten nicht einmal nur im Sommer starten. Stattdessen bespielte Ecker die Areale selbst.

Die DHK hat inzwischen die gerichtliche Räumung der Vorkaifläche beantragt. "Sobald ein Gerichtsvollzieher verfügbar ist, wird geräumt", sagt Martin Jank, Chef des Wiener Gewässermanagements. (Er nimmt im Auftrag der Stadt Wien an den Prozessen teil.)

Ecker gibt dennoch nicht auf: Er hat beim Obersten Gerichtshof Revision eingelegt. Eine Reaktion habe er noch nicht erhalten, sagt er zum KURIER. Die Adria-Fläche kann erst geräumt werden, wenn das zweitinstanzliche Urteil da ist.

Diese Unsicherheiten halten Ecker nicht davon ab, Pläne für den Winter zu schmieden. Die Hauptbar der Adria (und das Glashaus im Zentrum) werden Punsch und Suppen anbieten. Auf der Vorkaifläche wird Ecker wahrscheinlich wieder eine Eisstockbahn aufbauen. Das Lokal im Badeschiff ist im Winter geöffnet.

Ecker hat das Schiff (für das er einen langristigen Vertrag hat) in den vergangenen Monaten renoviert: "Wir haben jetzt eine Rampe vom Haupt- zum Sonnendeck und sind damit barrierefrei", erzählt er. Zudem wurde die Fassade erneuert und die obere Terrasse verbreitert.

Der Abschluss der Arbeiten wird am 19. Oktober (ab 15 Uhr) gefeiert: mit Musik sowie Lesungen - und einer Überraschung für die Gäste. "Eine künstlerische Installation wird das Badeschiff nach außen zum Strahlen bringen", sagt Ecker.

Info: Adria und Glashaus täglich ab 10 Uhr geöffnet. Eisstockschießen ab November.

Feuerdorf

In der Hütten-Siedlung auf der Freda-Meissner-Blau-Promenade werden im Oktober wieder Grillmenüs – heuer auch mit Wild – zubereitet.

Info: ab 11. Oktober, Reservierung erforderlich.

Hafenkneipe

Das Steckerlfisch-Lokal hat wie das Feuerdorf keinen Ganzjahresvertrag und wird - abhängig vom Wetter - spätestens am 15. Oktober abgebaut.

Info: Öffnungszeiten auf Facebook abrufbar.

Summerstage

Die Terrasse und der Pavillon am Wasser unweit der Friedensbrücke sind noch bis 22. September (täglich von 17 bis 1 Uhr) geöffnet. Eine Abschlussparty ist nicht geplant.

Die Restaurants auf der oberen Ebene haben bereits seit dieser Woche geschlossen. 

Blumenwiese

Die Blumenwiese zwischen Marien- und Schwedenbrücke serviert - abhängig von der Witterung - noch bis Mitte bzw. Ende Oktober Burger, Salate und Cocktails. Ein Abschlussfest sei nicht geplant, sagt Inhaber Philipp Pracser, "dafür ein umso größeres Fest zum Saisonstart."

Strandbar Herrmann

Die Beachbar gleich bei der Urania-Sternwarte feiert den Saisonschluss am 26. September ab 18 Uhr. Das Motto: "Austauschen und trinken."

Bis dahin ist die Strandbar Herrmann täglich von 10 bis 2 Uhr geöffnet.