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Chronik Wien
07/02/2020

Strache: "Wien braucht einen Rechtsruck"

Krawalle in Favoriten verschaffen dem Ex-FPÖ-Chef und seiner Partei Rückenwind für die Wien-Wahl.

von Josef Gebhard

Einem scheinen die jüngsten Krawalle rund um Kurden-Demos in Favoriten gerade recht zu kommen: Heinz-Christian Strache, der mit seiner neu gegründeten Liste Team HC Strache bei der Wahl im Oktober um den Einzug in den Wiener Landtag kämpft. Ein gefundenes Fressen für den Ex-FPÖ-Parteichef, der nun gegen die in seinen Augen „gescheiterte Integrationspolitik“ der rot-grünen Stadtregierung wettern kann. „In Wien braucht es einen Rechtsruck“, betont er am Donnerstag vor Medienvertretern.

So auch in der Wohnbau-Politik, in der Strache Deutschkenntnisse als Voraussetzung für die Vergabe von Sozialwohnungen fordert.

Formell gesehen muss das Team HC aber noch eine Hürde überspringen, um im Oktober überhaupt kandidieren zu dürfen. Als neue Liste braucht es Unterstützungserklärungen. Jeweils 50 pro Bezirk und je 100 pro Wahlkreis auf Landesebene. Somit muss Strache 1.800 Unterschriften auf Landes- und 1.150 auf Bezirksebene sammeln, um Wien-weit mit seiner Liste starten zu können. Was allerdings die Partei vor keine größeren Probleme stellen sollte.

Geheimnis um Kandidaten

Strache selbst spricht von mehr als 1.600 aktiven Mitgliedern und Unterstützen, die seine Partei in Wien bereits habe. Im Laufe des Sommers will er seine Liste präsentieren. Fixstarter sind neben ihm die drei ehemaligen FPÖ-Gemeinderäte Karl Baron, Klaus Handler und Dietrich Kops. Weitere Verstärkung aus den blauen Reihen werde es aber keine mehr geben: „Wir wollen keine Überläufer“, sagt Strache. Vielmehr sucht er nach Kandidaten aus der Bevölkerung „vom Arzt bis zum Straßenkehrer“, die sich politisch engagieren wollen sich aber nicht die übliche „Ochsentour durch die Parteiapparate“ antun wollten.

Freilich: Zuletzt nahm Straches Partei auf Bezirksebene bereitwillig eine Reihe von blauen Überläufern auf. Dass Strache nun für die Landesliste verstärkt auf Quereinsteiger setzen will, habe wohl eher damit zu tun, dass sich ihm weniger Blaue als erwartet anschließen würden, ätzt man in Wiener FPÖ-Kreisen.

Namen will Strache aber noch nicht verraten, dafür sein Wahlziel. „Ziel ist die Zweistelligkeit“. Dies scheint noch etwas optimistisch: In Umfragen liegt Straches Partei derzeit bei rund fünf Prozent. Damit ist aber zumindest ein Einzug in den Wiener Gemeinderat realistisch.

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