Spatenstich für die umstrittene Sporthalle der Venediger Au

Spatenstich für die umstrittene Sporthalle der Venediger Au
Die Flächenwidmung der neuen Sporthalle im 2. Bezirk soll illegal sein. Grüne wollen klagen.

"Kein Verbau der Venediger Au“ schreien Mitglieder der Grünen und der Partei Links hinter einem Zaun beim Venediger-Au-Park. Dabei pfeifen sie, halten Text-Schilder hoch. Auf der anderen Zaunseite fotografieren Medienvertreter Politiker und Bauunternehmer, während sie mit Schaufeln in Sand stechen: Es ist der Baustart für die neue Sport & Funhalle am Praterstern. Der alte Standort (2., Engerthstraße), der derzeit als Ankunftszentrum für ukrainische Flüchtlinge dient, weicht demnächst dem Fernbusterminal.

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Angekündigte Demonstration

Vor dem Baustart hatten die Bezirksgrünen eine Demo angekündigt.

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Pfiffe und Geschrei

Auch Anrainerinnen und Anrainer protestierten gegen das Bauvorhaben.

Spatenstich für die umstrittene Sporthalle der Venediger Au

Symbolischer SpatenstichAnrainerinnen und Anrainer protestierten gegen das Bauvorhaben

Beim Spatenstich waren unter den Bauherren Sportstadtrat Peter Hacker (SPÖ) und Bezirksvorsteher Alexander Nikolai (SPÖ)  zu finden.

Spatenstich für die umstrittene Sporthalle der Venediger Au

Widerstand hinter dem Zaun

Der Bezirksvorsteher-Stellvertreter der Leopoldstadt, Bernhard Seitz (Grüne), bezeichnete den Bau in der Venediger Au hingegen als "illegal". Laut Flächenwidmung sei der Bau "verboten".

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Stadtrat Peter Hacker (SPÖ)

„Klimapolitik ist wichtig, aber mir liegen die Kinder, die hier Sport machen können, noch mehr am Herzen“,  entgegnet Sportstadtrat Peter Hacker dem Vorwurf auf dem Areal der neuen Halle eine Grünfläche der Stadt zu verbauen. 

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Blick auf Riesenrad

Die noch leere Grünfläche wird bis 2023 zu einer Sport- und Funhalle. Insgesamt gibt es in Wien vier Sport- und Funhallen.

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Kein Verbau der Venediger Au

Die Halle würde Grünräume verbauen, kritisieren die Grünen. Sie wünschen sich, dass die Halle auf bereits betonierten Plätzen gebaut wird. Etwa bei der neuen Sportarena und beim neuen Fernbusterminal beim Handelskai.

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Klage

Die Grünen wollen gegen die Stadt eine Klage einreichen.

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Venediger Au

Die neue Halle wird nach dem Bau direkt an der U1 Station Praterstern zu finden sein.

Zurück zur Venediger Au:„Das war hier ein desolates Gebäude, in welches viel Geld hineingesteckt wurde, die Anlage war nicht die Schönste“, verteidigt Bezirkschef Alexander Nikolai (SPÖ) den bereits erfolgten Abriss der Bezirksjugendsportanlage. Er selbst spielte früher auf der Anlage im Freien Fußball. Die bis 2023 erbaute neue Halle soll für 16.000 Schüler im Umfeld ein Gewinn sein. 180 Euro werden Schulen im Jahr zahlen, Kinder zahlen 2 Euro.

Der Vorwurf der Grünen: „Hier gab es eine Halle und einen Sportplatz, nachdem Bau der Sport- & Funhalle gibt es nur noch eine Halle.“

Sportstadtrat Peter Hacker (SPÖ) entgegnet, dass es die erste begrünte Sporthalle sein wird: mit grünem Dach und begrünter Außenfassade. Es werde also, so Hacker, mehr Grünflächen geben als davor. „Und Klimapolitik ist zwar wichtig, aber die Kinder, die hier Sport machen können, liegen mir mehr am Herzen“, sagt er. Die Grünen hätten damals, als sie noch Bezirkschefs waren, etwas ändern können.

Sporthalle als Zirkuszelt

„Wir werden klagen“, sagt Bezirk-Vizechef Bernhard Seitz (Grüne). Die aktuelle Flächenwidmung verbiete, seiner Meinung nach, den Bau der Halle. Und es dürfe derzeit (laut Paragraf 71 der Bauordnung) nur ein temporäres Grundstück entstehen, wie etwa ein Zirkuszelt. „Das sei ein Trick der Stadt“, meint er. Von der zuständigen Wiener Standortentwicklung heißt es, dass man eine Änderung der Flächenwidmung beantragt habe, denn die Stadt wolle dort bauen, wo eben früher keine Halle stand. Das sei ein normaler Vorgang.

Die Baupolizei (MA 37) bestätigt dem KURIER den Erhalt des Antrags zur Flächenwidmungsänderung. Die Baueinreichung (nach § 71) für eine befristete Bewilligung (5 Jahre) wurde genehmigt. Die Bewilligung war möglich, da ein Ersatz für die alte Sport- und Funhalle notwendig sei. Wenn die neue Flächenwidmung beschlossen werde, werde die befristete in eine dauerhafte Bewilligung umgewandelt. „Im (unwahrscheinlichen) Fall, dass die neue Widmung nicht beschlossen wird, müsste das Gebäude wieder entfernt werden“, so der Chef der Baupolizei.

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