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Chronik Wien
04/19/2022

Alle Fakten zur neuen Sporthalle in der Leopoldstadt

Bei der Venediger Au am Praterstern entsteht eine neue Sport & Fun-Halle. Das Prestigeprojekt der Stadt ruft aber auch Kritiker auf den Plan.

von Agnes Preusser, Christoph Schwarz

Viele Bezirke wollten sie haben, die Leopoldstadt hat sie bekommen: Wiens neue Sport & Fun-Halle. Der 2. Bezirk hatte bei den Verhandlungen allerdings einen kleinen Startvorteil. Eine neue Halle ist schließlich deswegen notwendig, weil die alte, ebenfalls im 2. Bezirk ansässige Halle dem künftigen Fernbusterminal weichen muss.

Dazu später mehr.

Das Projekt der Sport & Fun-Halle hat aber nicht nur Jubel ausgelöst. Grund ist unter anderem der Standort der neuen Halle in der Venediger Au. Die Grünen und die Links-Partei sorgen sich um den dortigen Grünraum und die Bäume – und sie fürchten ein erhöhtes Verkehrsaufkommen.

Der KURIER hat die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die neue Sporthalle.

Leidet die Venediger Au unter der Halle?
Nein. Die neue Halle entsteht auf dem Areal der alten und sehr sanierungsbedürftigen Sporthalle der MA 51. Die benachbarte öffentliche Parkanlage Venediger Au wird nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Hätte es keine besseren Standorte gegeben?
Geprüft wurden alternative Standorte im Umkreis des Ernst-Happel-Stadions. Dort hätten jedoch mehr Bäume gefällt werden müssen, zudem gab es Sicherheitsbedenken. Etwa wären Fluchtwege verbaut worden, die bei Events im Stadion benötigt werden.

Wie viele Bäume müssen gefällt werden?
Ein alter Nussbaum. Dieser sei ohnehin schon am Ende  seiner Lebenszeit angekommen, sagt Bezirksvorsteher Alexander Nikolai (SPÖ).

Wird die Halle ein hässlicher „Blechklump“?
Laut Bezirksvorstehung wolle man genau das nicht. Die Halle werde darum als Holzbau errichtet – mit einem Kern aus Stahl. Zusätzlich soll sie mit einem Gründach, mit Fassadenbegrünung und mit einer Fotovoltaikanlage aufgewertet werden. Die neue Halle soll eine Grundfläche von 40 mal 70 Metern umfassen und wird eine Höhe von 12,85 Meter haben.

Wann wird das Projekt fertig und was kostet es?
Die Fertigstellung ist fĂĽr Sommer kommenden Jahres geplant. Die erwarteten Kosten liegen bei 15 Millionen Euro.

Wer darf die Halle kĂĽnftig nutzen?
Alle Wienerinnen und Wiener. Die Sportfelder in der Halle oder auf den Freiflächen (z. B.: Fußball, Beachvolleyball, Badminton) können von Gruppen gebucht werden. Kinder und Jugendliche können die Einrichtung ab zwei Euro nutzen, Gruppen ab 15 Euro pro Stunde. Es werden auch Saisonkarten angeboten. Sportgeräte kann man kostenlos ausborgen. Der Außenbereich steht kostenfrei zur Verfügung.

Ist mit mehr Verkehrsaufkommen zu rechnen?
Es werden vor der Halle keine zusätzlichen Parkflächen geschaffen, auf dem Areal werden sie aufgelassen. Man wolle auf diese Weise erwirken, dass die meisten Besucher mit Öffis, Rad oder E-Scooter kommen, sagt Bezirkschef Nikolai.

Wie sehr war die Bevölkerung eingebunden?
Das ist einer der größten Kritikpunkte der Grünen. Nach der Projektbekanntgabe im Dezember durch Bezirkschef Nikolai und die beiden roten Stadträte Peter Hanke (Finanzen) und Peter Hacker (Sport) sprachen die Grünen von einer „Geheimpolitik von vorgestern und einer Missachtung der Bevölkerung“. Auf ihre Initiative hin findet am 29. April um 17 Uhr eine Bürgerversammlung im Haus der Begegnung (2., Praterstern 1) statt.

Fernbusse: Zeitplan fĂĽr neuen Terminal soll halten

Die Debatten über einen neuen Fernbusterminal zogen sich mehrere Jahre in die Länge – im Frühjahr 2019 kam dann Bewegung in die Planungen. Die Stadtregierung, damals noch in rot-grüner Besetzung, verkündete, dass der neue zentrale Busbahnhof im 2. Bezirk zwischen den Ferry-Dusika-Stadion und dem Einkaufszentrum Stadioncenter entstehen soll.

Später war klar: Der Terminal soll auf ganzen 35.000 Quadratmetern entstehen und 34 unterirdische Haltestellen umfassen.  Das architektonische HerzstĂĽck wird eine markante Dachkonstruktion, die aus abwechselnd verglasten und begrĂĽnten Flächen besteht. Geplant sind auch ein Hotel und BĂĽros – und zwar in einem 90 Meter hohen Turm am Ende der EngerthstraĂźe.

Die Kosten sollen sich auf rund 200 Millionen Euro belaufen, für die die Stadt – im Rahmen einer Public Private Partnership – aber einen privaten Investor fand. Betrieben wird der Terminal dann von der BGR Busterminal GmbH, hinter der sich drei Verkehrsunternehmen verbergen: Blaguss, Gschwindl und Dr. Richard.

Die Eröffnung soll ĂĽbrigens wie geplant 2024/2025 stattfinden: Die Pläne zur Flächenwidmung wurden offengelegt, EinsprĂĽche wurden eingesammelt. In der nächsten Sitzung des Gemeinderats soll darĂĽber debattiert werden. Baubeginn könnte Ende 2022 sein. 

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