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Chronik Wien
11/20/2021

Rot-türkise Allianz kämpft für Ärztezentrum beim Wohnpark Alterlaa

Die Ärztekammer bleibt aber dabei: Die Versorgung durch die bestehenden Hausarzt-Praxen ist ausreichend

von Josef Gebhard

Auf Gemeindeebene sind sich ja SPÖ und ÖVP nicht besonders grün. Ganz anders sieht das auf Bezirksebene aus – vor allem wenn man es mit einem gemeinsamen Gegner zu tun hat.

Das zeigt aktuell das Beispiel Liesing, wo der Kampf für eine Primärversorgungseinheit (PVE) beim Wohnpark Alterlaa Rot und Türkis zu einer Allianz zusammengeführt hat, die auch noch von anderen Bezirksparteien unterstützt wird.

Wie berichtet, wäre ein solches Zentrum mit Kassen-Allgemeinmedizinern ursprünglich laut regionalem Strukturplan (RSG) an diesem Standort vorgesehen gewesen. Es hatte sich sogar schon ein Ärzteteam sowie ein passendes Geschäftslokal für die Ordination gefunden.

Doch vor wenigen Monaten legte die Ärztekammer ihr Veto ein: Das Gebiet rund um den Wohnpark sei ausreichend mit bestehenden Kassen-Allgemeinmedizinern vorsorgt. Deren Auslastung sei nicht einmal überdurchschnittlich hoch, wie es seitens der Kammer hieß. Eine PVE sei also nicht erforderlich. Es stehe aber den bestehenden ortsansässigen Ärzten frei, sich zu einer PVE zusammenzuschließen.

Große Empörung seitens der Anrainer in Alterlaa und der Bezirkspolitik war die Folge. Auf Initiative der ÖVP und der SPÖ, die in Liesing mit Gerald Bischof den Bezirksvorsteher stellt, fand nun ein runder Tisch zur Gesundheitsversorgung in Liesing statt.

Geladen waren neben den Bezirksparteien Vertreter der Ärztekammer und der ÖGK sowie jener Bürgerinitiative, die seinerzeit jene Ärzte ausfindig gemacht hatte, die die PVE Alterlaa gerne übernommen hätten.

ÖVP kritisiert Blockade

Noch einmal pochten SPÖ und ÖVP bei dem Treffen auf die Umsetzung des Ärztezentrums in Alterlaa – doch Kammer und ÖGK blieben bei ihrer Argumention.

Einziger Lichtblick aus Sicht der Bezirkspolitiker: Die Ausschreibung der für die Versorgungsregion Atzgersdorf vorgesehene PVE soll demnächst starten.

Liesings ÖVP-Parteichef Patrick Gasselich und der stv. Bezirksvorsteher Dominik Bertagnol beharren dennoch auf die PVE Alterlaa: „Wenn die Vorarbeit bereits am Silbertablett geliefert wird, darf es keine Hindernisse für eine Umsetzung geben. Wir sind erst zufrieden, wenn es dazu kommt und die unverständliche Blockadehaltung endlich beendet wird“.

SPÖ-Parteichef und Gemeinderat Christian Deutsch verweist darauf, dass der Standort Alterlaa im RSG festgelegt worden sei: „Dabei handelte es sich ja um keine willkürliche Planung. Vielmehr erfolgte sie auf Basis von handfesten Daten.“ Er befürchtet, dass man kaum die geplanten Ziele beim Ausbau der PVE (Wien-weit 36 bis 2025) erreichen werde, wenn man so zögerlich vorgehe.

Auch Bezirkschef Bischof will sich nicht von der PVE Alterlaa verabschieden. „Der Standort wäre ideal, allein schon wegen der guten Öffi-Anbindung.“ Er rechnet aber damit, dass dieser wieder ins Spiel kommt, sollten sich für die im Grätzel „In der Wiesen“ (gehört zur selben Zielregion) geplante PVE keine Ärzte finden.

Von den Wien-weit bis 2025 geplanten 36 PVE gibt es derzeit erst fünf, die bereits in Betrieb sind.

 

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