Chronik | Wien
04.05.2018

Partyschiff wurde um 22.500 Euro versteigert

Johann Strauss wurde zum Ausrufungspreis verkauft, es gab nur einen Interessenten

Das Partyschiff, lange Zeit Schandfleck am Wiener Donaukanal, hat nun neue Besitzer. Die heruntergekommene Johann Strauss wurde am Freitag in der Früh um 22.500 Euro an einen Grazer und einen Slowaken verkauft. Die beiden - zwei Schrottunternehmer - waren gemeinsam die einzigen Bieter und wollen das Schiff offenbar Ende Mai in die Slowakei bringen und dort verschrotten.

Die gerichtlich angesetzte Versteigerung des Schiffes, das im Freudenauer Hafen vor Anker lag, musste zuletzt Anfang März wegen Anträgen des ehemaligen Besitzers verschoben werden. Nun ist alles unter Dach und Fach. Offenbar wird das Boot nicht mehr restauriert, die Kosten dafür wurden auf mindestens 800.000 Euro geschätzt. Martin Jank, Vertreter der Stadt Wien, zeigte sich erfreut, dass eine Lösung gefunden wird: "Wir bekommen nun zumindest einen Teil unserer Kosten wieder zurückerstattet."

Die „Johann Strauss“ wurde im Jahr 1913 in Linz gebaut, erhielt aber im zweiten Weltkrieg (1945) einen Bombentreffer. Eine Sanierung war damals zu teuer. Seit 1985 lag es als Partyschiff im Donaukanal, wo es zuletzt als Partyschiff fungierte. Nach einem Brand 2011 wurde die Genehmigung entzogen, hochtrabende Pläne für ein Kaffeehaus wurden niemals umgesetzt.

Die " Johann Strauss" hatte vergangenen Dezember ihre vorerst letzte Fahrt angetreten. Das Schiff wurde nach Abschluss aller rechtlicher Verfahren und intensiver Vorbereitungsarbeiten endgültig abgeschleppt. Dem vorausgegangen war ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen der Stadt Wien und dem Besitzer des Schiffes Norbert Weber, welcher laut eigenen Angaben jedoch gar nicht mehr Eigner des Schiffes ist. Belege dafür gibt es vorerst aber nicht, weshalb die Stadt davon ausgeht, dass die "Johann Strauss" Waldenburg, wie er mittlerweile heißt, gehört.

Die Kosten für die Abschleppung des Schiffes, die auf mindestens 100 000 Euro beziffert werden, soll Norbert Waldenburg tragen. Ob das Geld eintreibbar ist, ist allerdings mehr als fraglich. Gegen Weber-Waldenburg laufen auch noch immer Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Der Verdacht besteht, dass bei der Copa Cagrana die Finanz um mehrere Millionen Euro gebracht wurde. Der einstige Generalpächter bestreitet alle Vorwürfe.