Copa Beach ist Nachfolger der Copa Cagrana

© KURIER/Dominik Schreiber

Pleite
09/29/2016

Copa Cagrana: 5,5 Millionen Euro Schulden

Generalpächter soll drei Millionen Euro Steuern hinterzogen haben – 34 Gläubiger bangen um viel Geld.

von Dominik Schreiber, Kid Möchel

Schaut man sich die Gläubigerliste der ehemaligen Copa-Cagrana-Betreiberfirma Boardwalk an, dann könnte man den Eindruck gewinnen, dass das Geschäftsmodell lautete: Keine Steuern und keine Pacht bezahlen. Denn: Der Schuldenberg ist deutlich höher als erwartet. Mit mehr als 5,54 Millionen Euro steht die insolvente Firma Boardwalk des Generalpächters Norbert Weber bei 34 Gläubigern in der Kreide.

Wien will eine Million

Da dürfte alles aus dem Ruder gelaufen sein. Größter Gläubiger mit rund 3,18 Millionen Euro ist die Finanz, ein paar Bootslängen dahinter folgt die Stadt Wien mit etwa 1,1 Millionen Euro. Sogar das Verkehrs- und das Landwirtschaftsministerium stehen auf der Liste. Auch dem alten Vermieter, der DHK, soll die Boardwalk knapp 200.000 Euro schulden. Und einer ihrer Anwälte dürfte auf 260.000 Euro Forderungen sitzen bleiben. Anscheinend die Folge von mehr als 100 Prozessen, in die Pächter Weber verstrickt ist.

Das Ende Juli eröffnete Konkursverfahren ist allerdings geplatzt. Laut Masseverwalter Johannes Jaksch verfügt die Gesellschaft über keinerlei Vermögen, nicht einmal seine Tätigkeit kann bezahlt werden. Der Versuch von der Stadt Wien zwei, drei Millionen Euro für laufende Verträge auf der Copa und dem Donaukanal zu bekommen, wurde abgeschmettert. Die Stadt wollte kein weiteres Geld in dieses "Fass ohne Boden" pumpen. "Die Stadt hat mir erklärt, dass sie nicht bereit ist, auch nur einen Euro Ablöse für einen Verzicht auf Rechte zu zahlen, und dass sie einer Übertragung von Rechten an Interessenten nicht zustimmen wird", sagt Jaksch zum KURIER. "Ohne Zustimmung der Stadt kann ich diese Verträge niemandem übertragen kann." Nachsatz: "Die Stadt hat Forderungen im Konkursverfahren angemeldet, über die man sich einigen hätte müssen. Jetzt bekommen sie gar nichts."

Deal ist geplatzt

Die Stadt Wien geht davon aus, dass sie die anhängigen Prozesse gegen die Boardwalk und ihren Chef Norbert Weber in allen Gerichtsinstanzen gewinnen wird. "Die Stadt will sich nicht vorwerfen lassen, irgendeinen Deal gemacht zu haben, sondern alles soll das Gericht entscheiden", sagt Jaksch. "Das ist auch eine vertretbare Ansicht." Die Angebote von Interessenten für Copa und Donaukanal sind für Jaksch somit Makulatur.

Nach der Aufhebung des Konkurses steht es dem umstrittenen Boardwalk-Chef Weber frei, die rund 100 gestoppten Prozesse fortzusetzen. Da aber kein Cent vorhanden ist, müsste er Verfahrenshilfe beantragen.

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