Zuletzt wurden jede Woche rund 2,4 Millionen Schnelltests an den Schulen durchgeführt. Am Freitag waren 240 dieser Tests positiv.

© APA/dpa/Jörg Carstensen

Chronik Wien
07/05/2021

Michael Ludwig hält an umstrittenen Kinder-Tests fest

Der Unmut über „Schikanen“ für Sechs- bis Zehnjährige reißt nicht ab. Im Rathaus verteidigt man die Maßnahme.

von Josef Gebhard

Für böses Blut sorgen weiterhin die schärferen Corona-Maßnahmen, die die Stadt Wien im Alleingang verhängt hat. Vor allem, dass sich in der Bundeshauptstadt auch Sechs- bis Zwölfjährige testen lassen müssen, wenn sie sich an Orten aufhalten wollen, an denen die 3-G-Regel gilt (z. B. Lokale).

„Man öffnet alles, auch die Discos, und sekkiert Sechsjährige. In der Vorschule wurden die Nasenbohrtests das ganze Schuljahr bei meinem Enkel durchgeführt, jetzt gelten sie als unsicher“, schreibt eine verärgerte KURIER-Leserin. Sie kritisiert auch, dass man mit den Kindern zum Testen unter anderem an Apotheken verwiesen wird, diese aber erst Kinder ab zehn Jahren testen würden.

Groß ist der Unmut aber auch in der Gastronomie. Der Grund: Unbeaufsichtigte Antigen-Schnelltests („Nasenbohrertests“) sind in Wien nicht mehr als Eintrittstests für die Lokale erlaubt.

„Über das Wochenende habe ich viele Beschwerden von Wiener Betrieben bekommen“, sagt Mario Pulker, Obmann der Gastronomie-Fachgruppe in der Wirtschaftskammer. „Wegen der 3-G-Regeln haben die Wirte ohnehin schon 20 bis 40 Prozent Einbußen, jetzt müssen sie noch einmal Verschärfungen hinnehmen.“ Pulker ist sich sicher, dass viele Gäste in Lokale in NÖ und im Burgenland ausweichen werden.

Stadt verteidigt Kurs

Wie berichtet, hat zuletzt auch die Epidemiologin Eva Schernhammer (MedUni Wien) den Nutzen der Tests von Kindern massiv in Zweifel gezogen.

„Genauso gibt es Experten, die diese Maßnahme für richtig und notwendig befinden“, kontert ein Sprecher von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Daher denke man derzeit nicht daran, die in der Vorwoche verhängten Reglen wieder abzuändern. Nachsatz: „In Zeiten einer Pandemie kann sich natürlich immer etwas ändern.“

Laut dem Ludwig-Sprecher sei nicht nachvollziehbar, warum nach den Vorgaben des Bundes die Tests in dieser Altersgruppe mit den Sommerferien unterbrochen werden sollen. Der Sprecher verweist auch auf die zahlreichen Testangebote in der Stadt, allen voran der kostenlose Gurgeltest, der auch für Kinder sehr einfach zu handhaben sei.

Am Dienstag wird sich Ludwig gemeinsam mit Experten selbst zu Wort melden, um die Bevölkerung von der Notwendigkeit der umstrittenen Maßnahmen zu überzeugen.

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