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Chronik Wien
06/30/2021

Corona-Maßnahmen in Wien: Auch Sechsjährige brauchen Eintrittstests

Zudem müssen sich Berufsgruppen weiter testen lassen. In Krankenhäusern sind FFP2-Masken auch im Sommer verpflichtend.

von Teresa Sturm, Josef Gebhard

Ab dem 1. Juli gibt es wieder Lockerungen der Corona-Maßnahmen. So muss man etwa in der Gastronomie, im Tourismus, in Kultur- und Freizeitbetrieben sowie Sportstätten keine Maske mehr tragen. Dort gilt aber nach wie vor die 3-G-Regel Getestet/Genesen/Geimpft. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) hat im Vorfeld immer wieder angekündigt, dass es möglich sei, dass Wien einen anderen, etwas strengeren Weg geht.

Die wichtigsten Punkte hat Ludwig nun in einer Pressekonferenz präsentiert. "Die Gesundheitskrise ist noch nicht vorbei", warnt Ludwig. "Wir haben es mit einer Virus-Mutation zu tun, die sehr ernstzunehmen ist. Das Virus macht keine Ferien." Der Bürgermeister weist auch darauf hin, dass es durch die Delta-Variante etwa auch bei der Fußball-Europameisterschaft im Freien vermehrt zu Ansteckungen gekommen sei.

 

Keine "unkontrollierten Tests"

Die beste Möglichkeit, sich gegen das Virus zu schützen, sei die Impfung, appelliert Ludwig erneut, sich impfen zu lassen. Bis zu einer Vollimmunisierung werde man in Wien Maßnahmen setzen, um den bisherigen Weg der Sicherheit weiterzugehen.

So werde man "unkontrollierte Antigen-Tests", also die sogenannten Nasenbohrer-Tests für Zuhause, nicht mehr erlauben. Auch die Antigen-Tests, die man bisher in den Lokalen durchführen durfte, seien als Eintrittsmöglichkeit nicht mehr erlaubt. Ludwig begründet dies mit der geringen Genauigkeit dieser Methode. Am genauesten sind die PCR-Tests, wie sie im Rahmen der Aktion „Alles gurgelt“ zum Einsatz kommen. Das Programm wird daher ab Herbst auf alle Wiener Schulen ausgeweitet, kündigt der Bürgermeister an. Weiters werden die regelmäßigen Berufsgruppentests fortgeführt.

Die Registrierungspflicht bleibt außerdem in Restaurants bestehen, um das Contact-Tracing zu erleichtern. Der Bund will ja diese Verpflichtung ab 22. Juli erlassen.

Zudem brauchen Kinder ab sechs Jahren in Wien ebenso Eintrittstests für Einrichtungen, wo sie etwa auch Erwachsene brauchen. Davon betroffen sind etwa Theater, Lokale oder Schwimmbäder. Ludwig begründet dies mit der starken Verbreitung der neuen Virus-Variante gerade in dieser Altersgruppe. Zudem würden in den Ferien die Schultests wegfallen.

In den Krankenhäusern ist weiterhin die FFP2-Maske verpflichtend zu tragen, auch die Besucherbeschränkung bleibt bestehen. Das bedeutet pro Patient maximal ein Besucher pro Tag. Bei den Alten- und Pflegeheimen übernimmt die Stadt hingegen die vom Bund beschlossenen Lockerungen. Dies sei aufgrund der hohen Durchimpfungsrate der dortigen Bewohner möglich, sagte Ludwig.

Reaktionen

Am meisten betroffen von den Maßnahmen ist man in der Gastronomie. Dort kann man aber damit leben: „Die Verschärfungen sind mit Maß und Ziel erfolgt“, sagt Peter Dobcak, Gastro-Fachgruppenobmann in der Wiener Wirtschaftskammer. Schlimmer wäre es gewesen, die Stadt hätte zum Beispiel die Öffnungszeiten der Nachtgastronomie eingeschränkt.

Das Aus für die Antigen-Selbsttests sei laut Dobcak angesichts der aktuellen Impfkampagnen bei jüngeren Menschen zu verschmerzen.

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) unterstützt den Wiener Vorstoß, wie er via Twitter betonte: „Im urbanen Raum ist das Testangebot ein besonders gutes. Ich begrüße daher die Initiative.“ Die Pandemie sei noch nicht vorbei. „Wir müssen wachsam bleiben und einen sicheren Herbst immer im Blick haben“, hielt der Minister fest.

Ganz und gar nicht einverstanden zeigte sich hingegen Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp. „Testzwang“ für Kinder ab sechs Jahren sei eine Frechheit, befand er in einer Aussendung. Dies werde etwa der Gastronomie weitere Einbußen bringen, warnte Nepp.

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