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Chronik Wien
08/24/2021

PCR-Tests in Wien nur mehr 48 Stunden gültig

Der Wiener Bürgermeister verkürzt die Gültigkeit nicht nur für PCR-Tests in der Bundeshauptstadt. Eine andere Maßnahme geht in die Verlängerung.

von Laura Schrettl, Bernhard Ichner

Stadtchef Michael Ludwig (SPÖ) hat am Dienstagnachmittag neue Schritte in Sachen Corona-Maßnahmen verkündet. Die Maßnahmen fielen überraschend milde aus. 

Die Gültigkeitsdauer von Corona-Tests wird ab 1. September verkürzt werden. Damit wird die Gültigkeit von PCR-Tests von 72 Stunden auf 48 Stunden reduziert, für Kinder unter zwölf Jahren bleibt es bei 72 Stunden. Die Gültigkeit von Antigentests wird von 48 Stunden auf 24 Stunden reduziert. Die Corona-Tests bleiben zumindest in naher Zukunft weiterhin gratis.

Da Wien ein engmaschiges Testangebot anbiete, sei die Stadt als Pilotregion für diese Maßnahme gut geeignet, heißt es dazu aus dem Büro von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne). Kritik kommt dagegen von der FPÖ. Stadtparteichef Dominik Nepp sieht eine „zusätzliche Schikane für die Wiener Bevölkerung“.

Ferienende

Ludwig begründet die Maßnahme mit  dem aktuellen Infektionsgeschehen. Von Montag auf Dienstag gab es  in Österreich 1.002 Corona-Neuerkrankungen und fünf neue Todesfälle im Zusammenhang mit Covid. „Die 7-Tages-Inzidenz verdoppelt sich in Europa alle zwei Wochen“, erklärt der Bürgermeister.

Wien bereite sich auf einen weiteren Anstieg der Fälle im Herbst vor. Treiber dürften der Schulbeginn und die hohe Anzahl an Reiserückkehrern sein. Neben dem Ausbau des Impfangebots seien daher nur zuverlässige und regelmäßige Tests ein probates Mittel gegen die Verbreitung des Virus. 

Insbesondere bei Kindern unter zwölf Jahren, die noch nicht geimpft werden können. Zeichne sich derzeit doch ab, dass vor allem Schüler von der Corona-Welle im Herbst betroffen sein werden. „Wo die Ferien schon zu Ende sind, sieht man erhebliche Steigerungen der Infektionszahlen, zum Beispiel im deutschen Nordrhein-Westfalen“, so Ludwig. Die Gefahr, dass Kinder das Virus in die Familien tragen, sei groß.

3-G in der Schule

Wien plädiere daher auch an Schulen für PCR-Tests. Im Bildungsministerium verweist man insofern darauf, dass die 3-G-Regeln künftig auch an Österreichs Schulen gelten. Zum Schulstart soll es wöchentlich drei verpflichtende Tests für Schüler und Lehrer geben – auch für geimpfte, kündigt Minister Heinz Faßmann an. Einer der drei sei ein PCR-Test.

Für Wiener bleiben die PCR-Tests im Rahmen der Aktion „Alles gurgelt“ kostenlos, versichert Ludwig.

Impfen bei Billa und Co.

Um die Impfquote zu erhöhen, setzt die Stadt Wien auf den Aufbau des niederschwelligen Angebots. Zu Impfboxen, Impfbussen und einem Impfboot kommt in Favoriten, Simmering und der Brigittenau am Mittwoch eine weitere  Möglichkeit hinzu, sich das Vakzin von Johnson & Johnson ohne Anmeldung verabreichen zu lassen. Und zwar bei Supermärkten und Supermarktkassen der Rewe-Gruppe.

Bereits verordnete Maßnahmen, die zum Teil über die Vorgaben der Bundesregierung hinausgehen, bleiben in Wien aufrecht. Etwa die Maskenpflicht im gesamten Handel oder die Testpflicht für Kinder ab sechs Jahren beim Besuch von Freizeiteinrichtungen und Gastronomie.

1G in der Gastronomie kommt vorerst nicht

Der von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) vorgeschlagenen 1-G-Regel für Gastronomie und Nachtgastronomie – also Eintritt nur für Geimpfte  – erteilt Ludwig vorerst eine Absage. In dem Zusammenhang spricht er sich auch gegen eine allgemeine Impfpflicht aus.

Sollte es die Infektionsentwicklung im Herbst erfordern, sei  1G aber ebenso denkbar wie eine Rückkehr zu den FFP2-Masken.

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