Der Tatort

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Chronik Wien
10/04/2019

Leiche in Kühltruhe soll Freund des Verdächtigen sein

Nachbarn berichten über den Verdächtigen, der delogiert werden sollte: "Er war ganz normal." Der will den Toten leblos gefunden haben.

von Dominik Schreiber, Konstantin Auer, Michaela Reibenwein, Birgit Seiser

Nach der Obduktion der am Donnerstag gefundenen verwesten Leiche in einem Kellerabteil, gab die Polizei am Freitag bekannt, dass es sich bei dem Toten um einen Mann handelt. Vorerst konnten keine Hinweise auf ein Fremdverschulden gefunden werden. Der festgenomme Michael K. (45) wurde in der Nacht auf Freitag bereits einvernommen.

Er gab laut Polizei an, dass es sich um die Leiche seines Freundes handeln soll. Dieser soll einige Zeit bei ihm gewohnt haben. Sein Gesundheitszustand habe sich zunehmend verschlechtert, als er ihn eines Tages leblos auffand, habe er ihn in Plastiksäcken verpackt in seine Kühltruhe gelegt. Entgegen erster Annahmen dürfte der Leichnam nicht zerstückelt gewesen sein. Ein toxikologisches Gutachten im Rahmen der Obduktion ist noch ausständig.

Strom ausgefallen

Die Bewohnern des Hauses in der Mengergasse in Wien-Floridsdorf sind entsetzt. Die Polizei stellte am Donnerstag mehrere Plastiksackerl in einer Tiefkühltruhe im Keller sicher. Kurz vor 11.45 Uhr hatten Bewohner den Notruf gewählt, weil sich extremer Gestank ausgebreitet hatte. Wie sich bei den Ermittlungen herausstellte, war der Strom ausgefallen - deshalb dürften die Leichenteile aufgetaut sein.

"Ich war im Büro, als das passiert sein muss. Ich habe dann nur diesen furchtbaren Gestank bemerkt", sagt Hausbewohner Arpit Goyal. "Es ist tragisch, er wirkte sehr normal." Das sagt er über den Verdächtigen Michael K.

"Ich hatte regelmäßig Kontakt zu ihm", berichtet Nachbarin Hermine Hiersche dem KURIER. "Er war ruhig und zurückgezogen, aber manchmal auch aufbrausend."

Außerdem habe er häufiger die Handys gewechselt, schildert sie. Die Gründe dafür sind allerdings unklar.

K. war in dem Haus in Floridsdorf nur Untermieter, stand aber vor der Delogierung.Laut Hiersche wollte er die Wohnung kaufen, hatte aber den richtigen Zeitpunkt verpasst. Vermutlich zahlte er deshalb keine Miete mehr. Zuletzt wurde ihm sogar das Wasser abgedreht, deshalb duschte er meist bei seiner Freundin.

Beruflich habe K. "etwas mit Computern gemacht", sagt die Nachbarin. Er sei in Berlin bei seiner Großmutter aufgewachsen. "Ich kann nicht glauben, dass er das war", meint Hiersche.

Der Verdächtige befindet sich derzeit in Polizeigewahrsam und wird vom Landeskriminalamt zu den Geschehnissen befragt. Einen Anwalt soll er bisher abgelehent haben.

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