Bezirkschef Daniel Resch (ÖVP) will die Parkplätze erhalten.

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Chronik Wien
02/06/2021

Krottenbachstraße: Radweg für ÖVP abgesagt, Neos beharren darauf

In Döblinger wird heftig gestritten, die Entscheidung wird letztlich aber im Rathaus fallen.

von Stefanie Rachbauer

Eigentlich ist die Sache ganz einfach. Ob in der Krottenbachstraße ein Radweg gebaut wird, entscheidet letzten Endes nicht die Bezirkspolitik. Die Krottenbachstraße ist nämlich eine sogenannte Hauptradroute (also eine für Radfahrer besonders wichtige Verbindung).

Geplant und ausgebaut werden derartige Strecken über das Rathaus, auch das Geld dafür kommt aus dem Zentralbudget. Das heißt: Das letzte Wort hat Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ).

Und dennoch ist zwischen der ÖVP und den Neos im Bezirk ein heftiger Streit um das Projekt entbrannt. Nun geht er in die zweite Runde.

Debatte um 270 Parkplätze

Ausgangspunkt für den Disput ist eine Machbarkeitsstudie  aus dem Rathaus, die im Dezember in Döbling aufgeschlagen ist. Sie untersucht  drei baulich getrennte Radwege: in der Krottenbachstraße (von der Agnesgasse in Richtung Billrothstraße), in der Obkirchergasse und in der Cottagegasse.

Parallel dazu hat das Bezirksparlament mit den Stimmen von Neos, SPÖ und Grünen einen pinken Antrag beschlossen, in dem Sima ersucht wird,  in der Krottenbachstraße einen  Radweg umzusetzen - der KURIER berichtete.

Bezirkschef Daniel Resch  (ÖVP) stellte sich medienwirksam gegen den Plan – unter anderem, weil dadurch in Summe circa 270 Parkplätze verloren gehen würden.

ÖVP sucht Alternativen

Am Donnerstag hat nun auf Betreiben der Wirtschaftskammer ein digitaler Runder Tisch zur Causa stattgefunden. Sämtliche Fraktionen aus dem Bezirk nahem teil.  Was dabei beschlossen wurde, darüber ist man aber uneins.

Aus Sicht von  Resch  sind Neos, SPÖ und Grüne bei dem Treffen zurückgerudert:  Die Radwege in der Krottenbachstraße und in  den beiden angrenzenden Gassen seien vom Tisch, sagt er im Gespräch mit dem KURIER.

Die Verkehrskommission des Bezirks werde  nun eine Lösung erarbeiten, die für alle tragbar sei. Eine der Optionen: Ein Radweg in der Weinberggasse oder in der Hutweidengasse, die parallel zur Krottenbachstraße verlaufen.

Radweg kommt laut Neos

Die Neos sehen das anders: Auf den Radweg in der Obkirchergasse könne man verzichten, jener in der Krottenbachstraße dürfe jedoch „nicht verwässert“ werden, sagt Mobilitätssprecherin Angelika Pipal-Leixner.

Und auf Twitter schrieb sie: „Der Radweg in der Krottenbachstraße kommt. Nächster Schritt ist die Entscheidung für eine Ausführungsplanung in der Verkehrskommission.“

Wie derartige Debatten um das Radwegenetz ausgehen können, das konnte man zuletzt übrigens anhand der Linken Wienzeile sehen: Die grüne Ex-Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou ließ dort einen Radweg – ebenfalls eine Hauptroute – bauen.

Trotz  Widerstands des Bezirks.

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