Wirt Josef Kainz wird das "Hutschn Bräu" führen.

© Kurier/Franz Gruber

Chronik Wien
05/14/2021

Böhmischer Prater bekommt Biergarten mit 970 Plätzen

Der Bier-Erlebnispark im nostalgischen Favoritner Vergnügungspark soll mit Angeboten für Kinder vor allem Familien ansprechen.

von Bernhard Ichner

Noch ist es still im Böhmischen Prater. Nur vereinzelt passieren Spaziergänger den kleinen geschichtsträchtigen Vergnügungspark im Laaer Wald (10.). An einem grünen gusseisernen Tor bleiben die meisten stehen, um neugierig über den Zaun zu schauen. Dahinter herrscht emsige Betriebsamkeit: Unternehmer Ernst Hrabalek und sein Team nützen die Zwangspause bis Fahrgeschäfte und Gastronomie am 19. Mai wieder öffnen dürfen, um dem „Hutschn Bräu“ den letzten Schliff zu verleihen.

Hinter dem Namen verbirgt sich mehr als bloß eine Wirtshaus-Brauerei. Mit 750 Sitzplätzen im Außen- und 220 im Innenbereich und einem Unterhaltungsangebot für Kinder soll der „Bier-Erlebnispark“ die Besucherfrequenz im Böhmischen Prater beträchtlich steigern.

Bio-Bier auch für Zuhause

Dafür holte der Betreiber, dem auch der gegenüber liegende „Park Hrabalek“ mit Europas ältestem Holzkarussell gehört, zwei Profis mit an Bord.

Zum einen Braumeister Petr Hubrt (ohne E geschrieben), der hier helles und dunkles Bier aus bio-zertifizierten Rohstoffen brauen wird – das man entweder frisch gezapft aus 0,4-Liter-Gläsern (angeblich eine Maßeinheit, die Männer wie Frauen gleichermaßen begeistert) genießen oder in Flaschen mit individualisierten Etiketten mit nach Hause nehmen kann.

Und zum anderen Wirt Josef Kainz, der mit seiner Frau Ania früher das Gasthaus „Lustige Witwe“ in Favoriten betrieben hat. 

Letztere wird das Café, das Hrabalek neben dem Bier-Park im ehemaligen Spenglerwirt eröffnet, am Laufen halten. Ab 19. Mai können die Gäste hier im Glas-Pavillon Kaffee, Mehlspeisen und Eis genießen.

Ringelspiel von 1903

Im „Hutschn Bräu“, wo mitten im Gastgarten eine Riesen-Doppelrutsche in den Himmel ragt und eine Bühne Platz für Konzerte bietet, startet der Betrieb am 29. Mai. „Mit Bierbrunnen und vorerst mit Selbstbedienung“, kündigt Hrabalek an.

Der  geborene Monte Laaer – im Brotberuf Chef einer Gießerei in Mödling – entschied sich erst mit über 70 Jahren, in den Böhmischen Prater zu investieren. „Um der Stadt etwas zurückzugeben“. Weil das rote Wien seiner Familie ein Zuhause war. Und nicht nur, weil seine Mutter Putzfrau beim damaligen Bürgermeister und späteren Bundespräsidenten Franz Jonas war und er selbst „ein guter Freund vom Helmut Zilk“.

Statt auf Fahrgeschäfte aus Plastik, setzt er auf nostalgische Attraktionen. Auf ein 1903 erbautes Ringelspiel etwa, das noch mit Lederriemen angetrieben wird und das er extra aus Belgien nach Favoriten bringen ließ. Auf eine Sandkiste in der Mutter-Kind-Ecke des Schanigartens. Oder auf eine Original-Kutsche aus der Zeit der vorvorigen Jahrhundertwende.

Ganz verschließt sich Hrabalek aber auch der modernen Unterhaltungstechnik nicht. Größere Kinder dürfen sich deshalb im Laser-Labyrinth austoben.

Info: www.hutschn-braeu.at

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