Straßenbahn 40er-Linie mit grüner Ampel

© gilbert novy

Planungen
03/25/2013

Grüne Welle für Wiens Straßenbahnen?

Neue Ampeln, größere Haltestellen und weniger Parkplätze sollen Bims beschleunigen.

von Elias Natmessnig

Bereits 39 Prozent der Wege in Wien werden mit den Öffis zurückgelegt. Für den grünen Verkehrssprecher Rüdiger Maresch kein Grund, sich auszuruhen. Vor allem der Westen Wiens sei noch unterversorgt. „Da die U5 Zukunftsmusik ist, muss man den Menschen schon jetzt eine Alternative anbieten“, sagt Maresch. Er will daher eine grüne Welle für die Wiener Straßenbahnen.

Derzeit werden viele Bim-Garnituren von abbiegenden Autos aufgehalten, etwa der 44er auf der Ottakringer Straße, Ecke Haberlgasse. Mittels neuer Funk-Ampeln könnten herannahende Straßenbahnen auf Grün schalten und vor ihr wartende Autos „wegschieben“. Dazu sollen Parkplätze geopfert werden, um die Autos von den Straßenbahngleisen zu bekommen. „Vor allem in den neuen Parkpickerlbezirken ist das nun möglich“, glaubt Maresch. Ein Vorstoß, den Verkehrsexperte Michael Meschik vom Institut für Verkehrswesen an der BOKU Wien begrüßt: „Die schnellsten Straßenbahnen sind jene mit eigenem Gleiskörper.“ Doppelhaltestellen sollen ein „Auffädeln“ der Bims verhindern.

Freiraum

Zusätzlich sollen so gut wie alle Haltestellenbereiche autofrei werden, um Fahrgästen das Aus- und Einsteigen zu erleichtern. Aus dem selben Grund wurden in einer 43er und der 6er Straßenbahn je sechs Sitze entfernt, laut Wiener Linien sind die Rückmeldungen dazu sehr positiv.

Insgesamt will Maresch so fünf bis zehn Minuten an Fahrtzeit einsparen. „Dadurch könnte man die Intervalle weiter verdichten.“ Bei den Wiener Linien ist man zurückhaltender: „Ziel ist es, den öffentlichen Verkehr zu beschleunigen, ohne die Verkehrsteilnehmer gegeneinander auszuspielen“, sagt Sprecher Answer Lang diplomatisch.

Man habe aber bereits einiges realisiert, etwa eine Datenfunkampel für die Linien 43 und 44 in der Alser Straße, Ecke Kochgasse. „So kann die herannahende Straßenbahn die Ampel beeinflussen“, sagt Lang. Derzeit laufen mit dem 16. und 17. Bezirk Verhandlungen über fünf weitere Ampelschaltungen und Möglichkeiten, die Gleise durch Bodenmarkierungen in einigen Bereichen vom Autoverkehr zu trennen – damit Wien bald bei 40 Prozent Öffi-Anteil ist.

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