© Kurier/Franz Gruber

Reportage
08/19/2020

Die furchtlosen Balearen-Urlauber

Nach Ankündigung der Reisewarnung gibt es für Ibiza- und Mallorca-Rückkehrer Gratistests. Von einer großen Rückreisewelle war am Mittwoch noch wenig zu spüren.

von Konstantin Auer

Gebräunt und tiefenentspannt kehren sie von ihrem Urlaub auf Mallorca zurück. Am Mittwoch um 11.50 Uhr landet in Wien der erste Wizz-Air-Flieger aus Palma, seit die Regierung am Dienstagabend eine Reisewarnung für die Balearen (Mallorca, Menorca, Ibiza, Cabrera, Formentera) angekündigt hat.

Diese gilt aber erst ab kommendem Montag. Extra abgereist scheint deshalb noch niemand zu sein, das Flugzeug ist nicht voll.

Vor einer Ansteckung auf Mallorca hätte man sich auch nicht fürchten müssen, meint etwa Michael. Er verbrachte mit seiner Familie „sehr entspannte“ Tage auf der Insel. Dort hätte es strenge Schutzmaßnahmen gegeben, sagt er. Er habe keine Menschenansammlungen gesehen, die Menschen hätten Abstand gehalten und Masken getragen.

Dennoch geht Michael mit seiner Familie direkt nach der Gepäckausgabe in das Health Care Center am Flughafen, um einen Corona-Test zu machen. „Wir wollen es einfach wissen“, sagt er.

Wohl auch, weil der Test für Balearen-Rückkehrer seit Mittwoch und bis 28. August in ganz Österreich gratis ist. Voraussetzung: Man landet vor dem Inkrafttreten der Reisewarnung. Ab dann wird der Test kostenpflichtig – das gilt auch für die Gesundheitshotline 1450.

Rückkehrer fuhren heim

Am Mittwoch läuft der Test am Flughafen noch recht fließend. Etwa 20 Minuten beträgt die Wartezeit. Noch kommen die wenigsten von den Personen in der Schlange von den Balearen.

„Die meisten sind vom Flieger direkt heimgefahren“, schildert Michael. Obwohl bei der Einreise auf die Möglichkeit hingewiesen wurde und zahlreiche Wegweiser zum Testzentrum führen. Am Flughafen sieht man sich für die zusätzlichen Rückkehrer jedenfalls gewappnet: Während Anfang Mai rund 150 Tests am Tag absolviert wurden, seien es jetzt rund 800.

Ab Montag werden ungefähr 1.000 Pauschalreisende sowie 1.500 bis 2.000 Individualtouristen aus Österreich von der Reisewarnung betroffen sein, schätzt Josef Peterleithner, Präsident des österreichischen Reiseverbands und TUI-Prokurist. Der Andrang auf die Balearen sei heuer also deutlich geringer gewesen als sonst.

Die meisten Menschen in der Schlange vor der Teststation kommen am Mittwoch aus Drittstaaten (aus dem EU-Ausland) oder müssen für die Arbeit in ein anderes Land reisen und dort ein negatives Ergebnis vorweisen. Für sie alle kostet der Test 120 Euro.

Nicht für Michael: Er bekommt mit seiner Board-Karte einen Voucher. „Balearen Rückkehrer“ steht darauf geschrieben. Dann geht es in eines von vier Glasbüros, wo seine Daten aufgenommen werden. Wenige Minuten später befindet er sich in der Ordination eines Arztes der Flughafen-Ambulanz, wo mittels eines Wattestäbchens ein Abstrich genommen wird.

Drei bis sechs Stunden später sollte Michael das Testergebnis dann per Mail erhalten. „Ich bin zuversichtlich“, meint er und lacht

Warum die Balearen?

Warum es mit der Reisewarnung jetzt genau die Balearen getroffen hat, versteht Michael nicht ganz: „In der U-Bahn stehen die Menschen sicher gedrängter und aus anderen Ländern dürfen Touristen auch noch hin“, sagt er.

Ob er sich heuer noch eine Reise antut, das weiß er noch nicht. Und so scheint es vielen Österreichern zu gehen, denn die Ankunftshalle und die Abflugstraße am Flughafen waren selten so leer. Selbst an der Trafik hängt mittlerweile ein Schild mit der Aufschrift: „Vorübergehend geschlossen“.

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