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Chronik Wien
09/03/2020

Gegen Eltern-Taxis: Meidling bekommt zweite Schulstraße

Ab Mitte September gilt in der Rothenburgstraße ein temporäres Fahrverbot. In der Märzstraße in Penzing kommt ein generelles Fahrverbot.

von Stefanie Rachbauer

Die Stadt Wien baut die sogenannten „Schulstraßen“ aus: Wie der KURIER erfahren hat, wird diese Form der Verkehrsberuhigung ab 14. September auch in der Rothenburgstraße in Meidling umgesetzt.

Das heißt: Für Autos gilt eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn ein Fahrverbot. Das soll verhindern, dass Eltern ihre Kinder direkt vors Schultor chauffieren – und so ein gefährliches Verkehrschaos verursachen.

Umgesetzt wird die Regelung mit Fahrverbots-Schildern. Zusätzlich wird der betroffene Straßenabschnitt mit Gittern abgesperrt. „Im vergangenen Jahr haben wir in der Deckergasse die erste Schulstraße in Meidling eingerichtet und sehr gute Erfahrungen gemacht. Die nun beruhigte Verkehrssituation vor der Schule bedeutet viel mehr Sicherheit für unsere Kinder“, sagt Wilfried Zankl, Bezirksvorsteher (SPÖ) in Meidling. 

Die Rothenburgstraße ist nun die zweite Schulstraße in Meidling - und die sechste in der ganzen Stadt. Bei einer weiteren Straße gab es aber Probleme.

Temporäre Fahrverbote gelten außerdem in der Vereinsgasse in der Leopoldstadt (hier auch nachmittags), in der Gilgegasse am Alsergrund, in der Fuchsröhrengasse in Simmering und in der Friesgasse in Rudolfsheim-Fünfhaus. 

Ab dem Jahreswechsel war auch die Märzstraße in Penzing eine Schulstraße. Sie war besonders umstritten - und wird nun aufgelassen. 

Volksanwalt eingeschaltet

Hintergrund für die Debatten: Dort, wo das Fahrverbot galt, befindet sich die Zufahrt zur Tiefgarage eines Wohnhauses. An das morgendliche Fahrverbot mussten sich auch die Bewohner halten, für sie gab es keine Ausnahme.

Und das hat sie so verärgert, dass sie die Volksanwaltschaft eingeschaltet haben – der KURIER berichtete.

Diese ist in der Causa noch zu keinem Ergebnis gekommen. Das Prüfverfahren laufe noch, heißt es aus dem Büro des zuständigen Volksanwalt Walter Rosenkranz.

Autofreier Vorplatz

Das Ende der Schulstraße bedeutet aber nicht, dass in der Märzstraße jetzt wieder uneingeschränkt Autos fahren dürfen.

Der Bereich unmittelbar vor der Schule wird am 7. September dauerhaft mit Betonleitwänden abgesperrt. So entsteht quasi ein autofreier Schulvorplatz. Radfahrer können den Bereich weiterhin passieren. 

Der Bezirk will den Bereich - wie der KURIER berichtete - überhaupt umbauen: "Eine dauerhafte, hübschere und großzügigere Lösung ist bereits in Planung“,  sagt Michaela Schüchner, Bezirkschefin (SPÖ) in Penzing. Ziel ist es, die Schule und den gegenüberliegenden Matznerpark besser miteinander zu verbinden. 

Ausbau geplant

Die grüne Vizebürgermeisterin Birgit Hebein will Schulstraßen jedenfalls weiter ausbauen. Die neue Schulstraße in Meidling werde "ganz sicher nicht die letzte sein", sagt sie. "Wir als Stadt tragen die Verantwortung, dass Kinder auf ihrem Schulweg sicher und selbstbestimmt unterwegs sein können. Da in den Schulstraßen keine Autos fahren, schaffen wir diese Möglichkeit." 

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