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Chronik Wien
08/28/2019

Schulwegsicherheit Wien: Was von den Versprechen der Stadt bleibt

Nach einem tödlichen Unfall hat die Stadt angekündigt, die Sicherheit um die 250 Volksschulen zu verbessern. Ist das passiert?

von Stefanie Rachbauer

Als im Jänner ein Sattelschlepper im dritten Bezirk beim Abbiegen einen neunjährigen Buben überrollte, zog das nicht nur tiefe Betroffenheit, sondern auch eine Welle der politischen Ankündigungen nach sich.

Die Stadt Wien etwa versprach, im Umfeld aller 250 Volksschulen die Straßen zu entschärfen, Verkehrsregeln nachzubessern und Ampelschaltungen zu überprüfen. Das solle die Verkehrssicherheit steigern, hieß es. Doch welche der Ankündigungen wurden – wenn am 2. September die Kinder wieder zur Schule gehen – realisiert?

Kurz gesagt: Nur wenige. Was allerdings nicht bedeutet, dass die Stadt untätig war. Das Ziel sei zwar gewesen, mit Schulbeginn erste Verbesserungen umzusetzen, sagt Markus Raab, Leiter der zuständigen MA 46 (Verkehrsorganisation). Notwendige Sondierungsgespräche mit den Bezirken hätten das Vorhaben aber hinausgezögert. „Es gab etwa die große Befürchtung, dass Parkplätze verloren gehen“, sagt Raab.

Maßnahmen um elf Schulen fixiert

Mittlerweile konnten zumindest für elf Volksschulen in acht Bezirken Verbesserungen fixiert werden. Sie sollen „so rasch wie möglich“ umgesetzt werden, sagt Raab – einige davon möglicherweise noch im September.

Konkret hat die Stadt ein „Nachrüstungsprogramm“ in drei Bereichen versprochen. Erstens sollen Straßen im Umkreis von Schulen mit Fahrbahnanhebungen an Kreuzungen, Bodenmarkierungen oder Gehsteigverbreiterungen sicherer gemacht werden.

Rote Zebrastreifen

Letzteres ist nun in der Kummergasse, die zur Volksschule Schumpeterweg in Floridsdorf führt, geplant. An der Ecke Okopenkoweg wird der Gehsteig vorgezogen und den Schülern eine bessere Sicht auf die Fahrbahn verschafft.

Rund um die Volksschule Vorgartenstraße in der Leopoldstadt werden vier Zebrastreifen rot eingefärbt. Zusätzlich wird auf die bestehenden Verkehrszeichen die Zusatztafel „Schulweg“ montiert.

Damit Autofahrer querende Schulkinder früher sehen, wird außerdem die Kreuzung mit der Sturgasse von parkenden Fahrzeugen befreit. An zwei Stellen sind deshalb Sperrflächen mit Pollern vorgesehen.

Ähnliche Verbesserungen wurden laut MA 46 für sieben weitere Schulen vereinbart.

Autos raus

Zweitens hat die Stadt zugesagt, vor Schulen Tempo-30-Zonen und Fahrverbote zu forcieren. Aus der Pannaschgasse in Margareten werden Autos künftig ausgesperrt: geplant ist ein dauerhaftes Fahrverbot. Dadurch fallen alle Parkplätze in der Straße weg.

Bereits länger bekannt ist, dass es für Autos auch in der Gilgegasse am Alsergrund, in der Deckergasse in Meidling und in der Fuchsröhrengasse in Simmering eng wird. Sie werden zu sogenannten Schulstraßen. Das heißt: Sie werden eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn für Kraftfahrzeuge gesperrt (diese Regelung gilt bereits ab 2. September).

In der Linzer Straße in Penzing soll von der Bergmillergasse bis zur Straßenbahnschleife Bujattigasse Tempo 30 gelten. Änderungen bei Ampelschaltungen – also Punkt drei – seien im Umfeld der bisher überprüften Schulen laut Raab nicht notwendig.

Bis rund um alle 250 Volksschulen Verbesserungen umgesetzt sein werden, dauert es aber noch: Das Ziel ist der Schulbeginn 2021. Kostenpunkt: eine Million Euro.