BVT-U-AUSSCHUSS: FAYMANN

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Chronik Wien
12/09/2021

Faymanns Immo-Deals werden zum Politikum

Die FPÖ ortet eine Wunschwidmung für den Ex-SPÖ-Kanzler bei einem Grundstück in Liesing.

von Josef Gebhard

Ein 603 m² großes Grundstück in der Dirmhirngasse, direkt an der Südbahn-Trasse, das aktuell noch von einer Firma als Lagerplatz verwendet wird. Keine Frage, es gibt in der Stadt attraktivere Liegenschaften als diese Fläche im 23. Bezirk.

Die Umwidmung des Grundstücks von Bauklasse I auf III, die am Dienstag Thema im Gemeinderatsausschuss war, sorgt nun aber für politische Aufregung. Das hat damit zu tun, wer hinter den seinerzeitigen Käufern der Liegenschaft steckt. Sie befand sich bis Anfang des Vorjahres im Eigentum der Stadt Wien, ehe sie an ein privates Unternehmen verkauft wurde.

Und zwar im Rahmen eines Bieterverfahrens um 910.000 Euro, was dem Dreifachen des Schätzwertes entsprach. Eine Umwidmung sei kurzfristig nicht geplant, hieß es damals in der Stellungnahme der zuständigen MA 21. Diese hohe Summe für eine Liegenschaft, auf der höchstens ein Einfamilienhaus errichtet werden kann, sorgte schon damals für Debatten.

Nicht zuletzt aufgrund eines pikanten Details: Käufer ist die DHG Immobilienentwicklung GmbH, die sich auch drei Nachbargrundstücke sicherte. An der GmbH hielt damals über ein Firmengeflecht die Imfarr Beteiligungs GmbH Anteile. Und an dieser ist Ex-SPÖ-Bundeskanzler und Ex-Wohnbaustadtrat Werner Faymann beteiligt. Seine Immo-Deals mit Geschäftspartnern aus dem öffentlichen Bereich (etwa den ÖBB) sorgen immer wieder für Diskussionen (der KURIER berichtete).

Und zu einem lukrativen Deal könnte sich dank der nun doch erfolgenden Umwidmung auch jener im 23. Bezirk entwickeln. Für die FPÖ ist nun klar, warum einst für so ein relativ unattraktives Grundstück so viel bezahlt wurde. „Es handelt sich um eine klassische Wunschwidmung für Faymann“, sagt Klubchef Maximilian Krauss. „Die Wiener Steuerzahler werden geschädigt, nur damit rote Günstlinge ein Millionengeschäft machen können.“

Alles korrekt gelaufen

Seitens der Stadt weist man diese Vorwürfe zurück: Die Umwidmung betreffe nicht nur jene Grundstücke, die von besagter Firma gekauft wurden, sondern ein viel größeres Gebiet in der Umgebung mit vielen unterschiedlichen Eigentümern, sagt Bernhard Steger von der zuständigen MA 21 A. Alles sei korrekt abgelaufen, die Umwidmung sei von mehren Fachstellen geprüft worden.

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