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Chronik Wien
09/28/2020

Döbling: Der Leopold-Ungar-Platz wird grün

Gemeinderat nahm Antrag der Neos an. Platz soll nun eine "parkähnliche Grünanlage" werden.

Es wird ein bisschen grüner in Döbling. Manche werden nun fragen, wozu? Der Bezirk mit den Ausläufern des Wienerwalds und den Weinbergen hat durchaus viel grün zu bieten. Allerdings nicht überall gleich viel.

Derzeit wird im Stadtentwicklungsgebiet Muthgasse der neue Leopold-Ungar-Platz gestaltet. Die ersten Bilder des künftigen Zentrums des 46 Hektar großen Siedlungsbegietes, in dem künftig bis zu 5.000 Menschen leben sollen, zeigen jedoch einen Platz mit viel Beton.

Für die Neos Döbling in Zeiten des Klimawandels keine gute Lösung. Für sie gleicht der Platz einem Parkplatz mit einigen Grünstreifen. Bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstag haben sie daher einen Antrag auf Errichtung "einer parkähnlichen Grünanlage" gestellt - und dieser wurde angenommen."Die Planung wird nun hoffentlich überarbeitet", sagt Neos-Klubvorsitzende Angelika Pipal-Leixner.

Vorbild Türkenschanzpark

Bereits im Vorjahr hat sich die Döblinger Bezirksentwicklungskommission bereits mit der Gestaltung des Leopold-Ungar-Platzes auseinandergesetzt. Passiert sei damals aber nichts, meint Pipal-Leixner. Vielmehr sei bei dem Projekt mit der Nähe zu den Weinbergen geworben worden. Aber: Die Nähe helfe nichts gegen Hitzeinseln im Bezirk.

Umso froher sind die Neos nun, dass ihr Antrag angenommen wurde. Wie der Platz nun künftig aussehen soll, ist aber  noch völlig offen. Nur: Grünflächen, Wege, Sitzmöglichkeiten und Blumen wie in einem richtigen Park soll es geben, meint die Neos-Politikerin. "Ein bisschen nach dem Vorbild des Türkenschanzparks. Nur moderner", schwebt Pipal-Leixner vor.

Schlechte Karten für neue Volksschule

Keinen Erfolg hatten die Neos dafür mit ihrem Antrag auf einen neuen Volksschulstandort im Stadtquartier Muthgasse. Einen solchen hätten sie lieber gesehen, als die Verbauung des Schulgartens der Volksschule in der Grinzinger Straße.

Wie berichtet, will die Stadt die Volksschule vergrößern. Neun weitere Klassen sollen in einem zusätzlichen Gebäude neben der Schule Platz finden. Damit gebaut werden kann, muss der Bereich umgewidmet werden: von Grünland mit einem Sportplatz und Freiflächen in ein Wohngebiet mit Bauhöhen bis 10,5 Meter. Auch der Bereich um das frühere, leer stehende Fernmeldeamt wäre von der Umwidmung betroffen.

Kampf um Grünraum

Das rief erst die Bürgerinitiative „Rettet Heiligenstadt“ auf den Plan und später die Bezirkspolitik. Eine Petition an den Gemeinderat verordnete dem Projekt vorerst eine Pause.

Kürzlich wurde die Petition nämlich im Petitionsausschuss behandelt. Der Ausschuss empfahl der zuständigen Planungsstadträtin Birgit Hebein (Grüne), das Widmungsverfahren vorerst auszusetzen.

Erst müsse geklärt werden, ob im Zuge des Stadtentwicklungsprojektes auch eine Schule in die Muthgasse zieht, hieß es.

Die Ablehnung des Neos-Antrag empfinden diese nun als herben Rückschlag - auch im Kampf um den Erhalt des Grünraums. Allerdings ist das letzte Wort bezüglich neuer Schule nicht gesprochen.

Aus dem Büro von Planungsstadträtin Birgit Hebein heißt es, dass der nächste Petitionsausschuss das Projekt noch mal prüfen wird - auch in Hinblick auf eine Dependance der Volksschule.

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