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Chronik Wien
12/09/2020

Corona-Massentest: Deutlich mehr Zulauf, wenn Anmeldepflicht fällt

Wiener Messezentrum verzeichnete Dienstag ein Plus von 6.700 Tests. Salzburg verzichtet überhaupt auf Anmeldung.

von Josef Gebhard

Ein reines Online-Anmeldesystem hält offenbar tatsächlich zahlreiche Menschen ab, beim Corona-Massentest mitzumachen. Das zeigt das Beispiel Wien, wo das Screening noch bis kommenden Sonntag läuft. An drei Standorten hat man Kapazitäten für die Testung von 1,2 Millionen Menschen geschaffen, gekommen sind bis einschließlich 8. Dezember aber nur 114.000.

Schlecht ausgelastet

Besonders schlecht ausgelastet ist das Messezentrum, weshalb man dort – wie berichtet – am Montag die Anmeldepflicht aufhob. Mit spürbarem Effekt: Für den 8. Dezember hatte die Messe  7.246 Anmeldungen, gekommen sind aber 13.951, rechnet man im Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) vor. Das heißt: Dank Aufhebung der Anmeldepflicht wurden rund 6.700 Personen mehr getestet.
 

Die verpflichtende Anmeldung bei den beiden anderen Standorten (Stadthalle, Marx-Halle) will man aber auf der dort deutlich stärkeren Auslastung beibehalten, um keine unnötig langen Wartezeiten zu provozieren. Dennoch ließen sich Lehren für die zweite Runde des Massentests ziehen, die dem Vernehmen nach am 7. und 8. Jänner über die Bühne gehen könnte, ist man in der Stadtregierung überzeugt.

„Eine reine Online-Anmeldemöglichkeit schließt viele Menschen aus. Wir brauchen daher eine bundesweite Telefon-Hotline“, sagt ein Hacker-Sprecher. Erst wenn man die Service-Qualität mit Schritten wie diesen erhöht habe, könne man über Maßnahmen wie Belohnungen für Teilnehmer oder gar eine Verpflichtung nachdenken.
 

Von Vornherein verzichtet auf eine Anmeldung hat man in Salzburg, wo am Freitag die Tests starten. Sie sind dort ähnlich wie eine Wahl organisiert. „Ich sehe unser System ohne Anmeldung als komfortabler für die Bevölkerung“, sagt Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP). „Die rund 30 Prozent von Tirol und Vorarlberg wollen wir überbieten.“

Inzwischen liegen auch Daten zur Genauigkeit der Schnelltests vor: An den ersten beiden Tagen gab es in Wien insgesamt 106 Antigentests mit einem positiven Ergebnis. Bei der darauffolgenden Überprüfung mittels PCR-Test stellte sich jedoch heraus, dass 61 davon negativ und nur 45 positiv waren. Viel aussagekräftiger ist aber die Falsch-Positiv-Rate bezogen auf die Gesamtzahl aller Testungen. Sie lag an den beiden ersten Testtagen in Wien bei rund 0,14 Prozent. Die Positiv-Rate bei 0,2 Prozent.

In Tirol wurden mit 70 Prozent deutlich mehr positive Schnelltest-Ergebnisse durch einen anschließenden PCR-Test als positiv bestätigt. Das dürfte laut Experten rein mathematische Gründe und mit der stärkeren Verbreitung des Erregers dort zu tun haben.

Weiterer Fahrplan

Morgen, Donnerstag, starten auch im Burgenland die Massentests, die dort bis 15. Dezember dauern. Es folgen am Freitag Kärnten und Salzburg (11. bis 13. Dezember) und OÖ (11. Bis 14. Dezember). Als letzte Bundesländer sind NÖ und die Steiermark an der Reihe (12. und 13. Dezember).

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