Chronik | Wien
15.09.2017

Copa Cagrana: Beste Saison seit 20 Jahren

Heuer gelang der Copa Cagrana der Durchbruch – nun startet die große Umgestaltung.

Dass die Wiener eigentlich weltbekannte Nörgler sind, davon ist nichts zu spüren, wenn man fragt, wie es heuer auf der Copa Cagrana war. Egal ob Verantwortliche der Stadt, Geschäftsleute, Anrainer oder Gelegenheitsbesucher: Wer von ihnen negatives hören will, muss zweimal nachfragen. Der Copa Beach, wie er jetzt heißt, scheint mittlerweile allen zu gefallen. 20 Jahre nach der Hochblüte ist der "Hausmeister-Strand" nun wieder zu einem Markenzeichen der Stadt geworden.

Bobos, Prolos, Anrainer und Touristen

"Es kamen Deutsche, Spanier und ebenso Franzosen", sagt Anrainerin Birgit Krassnitzer, die heuer vielfach Gast auf der Gastromeile war. Tatsächlich sah man viele Touristen mit Stadtplan. Vom Prolo bis zum Bobo war eigentlich alles zu finden. Obwohl diesmal die Lokale rund um die Mariahilferstraße hier ihre Dependancen aufgebaut haben.

"Also alles in allem war es Spitze und ich freue mich ein Teil des Aufbaues sein zu dürfen", meint Patrick Burger vom Cocktail-Lokal "Cocobello", der Filiale der Bar Italia. "Wir werden uns für kommendes Jahr gleichzeitig um einen Platz am Donaukanal und an der Copa bewerben. Aber müsste ich mich entscheiden, denke ich jetzt, dann würde ich wieder die Copa wählen."

Neue Zielgruppe

"Wir sind sehr zufrieden mit der Insel, es ist eine ganz neue Zielgruppe. Es kamen nicht die Leute von der Stadt hinaus, sondern Menschen, die dort im Umfeld wohnen", berichtet Fredinand Freninger, der den "G’spritzen Ferdl" dort als Außenstelle des "G’schupften Ferdl" positioniert hat. "In der zweiten Hälfte des Sommers sind aber dann immer mehr draufgekommen, dass man vom Stephansplatz bereits in zehn Minuten bei uns ist. Die Copa hat sehr viel Potenzial, ich will hier einen fixen Standort haben."

Denn ab dem kommenden Jahr werden die Karten neu gemischt. "Wir starten jetzt die Ausschreibungsphase für den Umbau", berichtet Martin Jank. Der Chef des Wiener Gewässermanagements ist der " Mister Copa Beach" der Stadt und verantwortlich für alles, was in diesem Bereich passiert.Ein Viertel des Gebiets wird über den Winter umgebaut werden. Als Baustart wird der Jahreswechsel angepeilt, bis Mai soll der Bereich am Ufer vom hölzernen Lokal bis zur Reichsbrücke in neuem Glanz erstrahlen. Dann wird auch der große Run auf die fixen Lizenzen starten.

Offenbar ist man nicht mit allen Betreibern heuer so ganz glücklich gewesen, heißt es im Rathaus-Umfeld. Diese wiederum wünschen sich vor allem einen Bootsverleih, bessere Webung, auch eine Namensänderung in Copa Wien wäre etwa ein genannter Vorschlag.

Seitenwechsel

Während sich die Anrainer seit Jahren wünschen, die Copa sollte zumindest so werden wie die andere Hofbauer-Seite auf der Donauinsel, so ist es nun langsam umgekehrt. Die "andere Seite" sorgte neben einem Mordfall vor allem durch nächtelangen Lärm-Terror für negative Aufmerksamkeit. Mit der gehobenen Copa-Gastronomie kann die Inselseite nicht mithalten. Es bleibt spannend, ob dort auch nachgelegt wird. Für Martin Jank wäre also ein weiteres Beschäftigunsfeld bereits in Sichtweite.