Der Klimawandel schlägt sich in Tirol in Naturkatastrophen nieder

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Tirol
07/05/2021

VP-Landeshauptmann Platter sieht Schwäche bei Klimaschutz

Mit einem Zukunftsdialog startet die Tiroler ÖVP bereits die programmatische Ausrichtung für die Wahl 2023.

von Christian Willim

Zwei Monate nachdem Tirols VP-Landeshauptmann Günther Platter seine Landesregierung umgebildet hat, denkt der Obmann seiner Partei bereits an die kommenden Landtagswahlen im Jahr 2023. Dass er dabei noch einmal in den Ring steigen will, hat der 67-Jährige bei der Vorstellung seiner zwei neuen Landesräte bereits klargestellt – wohl auch, um mögliche Nachfolgedebatten im Keim zu ersticken.

Nun verordnet der Langzeitlandeschef seiner Volkspartei einen „Zukunftsdialog“. „Wir geben uns selbst ein Update“, erklärte Platter am Montag bei einer Pressekonferenz nach einem Landesparteivorstand in Innsbruck, bei dem das Prozedere für das programmatische Nachjustieren abgesegnet wurde.

Das sei „nicht als Wahlkampfauftakt zu sehen“, betont der Landeshauptmann auf Nachfrage, der seiner Partei aber eben bis kurz vor den Landtagswahlen 2023 Zeit für den „Zukunftsdialog“ geben will. Die Ergebnisse aus den in verschiedenen Themengruppen geführten Debatten sind dann jedenfalls bereits Basis für das Wahlprogramm.

Und hier hat Platter offenbar ein Thema für sich entdeckt, das eigentlich das Kernthema seines grünen Koalitionspartners ist, mit dem er seit 2013 regiert.

Als eines der „großen Themen der Zeit“, das es in Angriff zu nehmen gelte, macht der VP-Chef den Klima- und Umweltschutz aus: „Die Entwicklung weltweit ist sehr bedenklich.“ Tirol dürfe sich hier nicht zurücklehnen.

Der Klimawandel sei in Tirol bereits massiv zu spüren. Extremwetterereignisse mit massiven Schäden – Sommer wie Winter – seien spürbare Zeichen dieser Veränderung, von der der Alpenraum stark betroffen ist.

„Ich glaube, dass wir den Klima- und Umweltschutz zu wenig beachtet haben. Das Thema ist mir vernachlässigt worden“, gibt sich Platter nachdenklich. Von seiner Partei fordert er, dass „wir hier das Tempo vorgeben“. Die Grünen sahen sich in ihren eigenen Bestrebungen von der Tiroler ÖVP freilich eher oft gebremst.

Der nun gestartete Reformprozess der Partei soll sich auch den Schwachstellen widmen, die von der Coronapandemie aufgezeigt wurden. „Wir haben gesehen, dass man auf solche Krisensituationen nicht vorbereitet war“, sagt Platter.

Verletzlicher Tourismus

Auch Tirol müsse sich breiter aufstellen. „Da geht es um das Gesundheitssystem.“ Die Pandemie habe zudem gezeigt, dass der Tourismus in Tirol – in der Finanzkrise 2008 noch ein Stoßdämpfer gegen den Abschwung – selbst zum Problem werden kann. Man habe die Verletzlichkeit gesehen, sagt der Landeshauptmann und Tourismusreferent darauf angesprochen.

„Es ist alles fokussiert auf den Tourismus. Das ist eine extrem wichtige Säule.“ Aber: „Der Wirtschaftsstandort muss noch breiter werden“, gibt Platter zu.

Jede Menge Stoff für die parteiinternen Debatten also. Beim Zukunftsdialog sollen sich Parteifunktionäre auf allen Ebenen in Foren austauschen und vor allem Junge eingebunden werden, wie der ÖVP-Chef betont.

Der hat indes schon die Gemeinderatswahlen im kommenden Februar im Blick. Das Ziel: „Zumindest das gleiche erreichen, wie letztes Mal.“ 236 der 279 Tiroler Bürgermeister werden von der ÖVP gestellt oder stehen ihr nahe.

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