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Chronik Österreich
02/20/2020

Verschärfte Lkw-Fahrverbote kurbeln Schienenverkehr an

Heuer fuhren in Tirol bereits 5.000 Lkw mehr mit der Rollenden Landstraße als im selben Zeitraum 2019

von Christian Willim

Der Ministerrat in Wien hat am Mittwoch offiziell die „Task Force“ zur Vorbereitung der im Programm der türkis-grünen Bundesregierung vereinbarten ökosozialen Steuerreform eingesetzt.

Der Tiroler Hermann Weratschnig, Verkehrssprecher der Tiroler Grünen, sieht darin einen „Meilenstein“. Die Abschaffung des Dieselprivilegs sei eine wichtige Maßnahme, „die im Gesamtkontext der Expertenverhandlungen zu bewerten ist“, sprach er eines der heikelsten Themen der Task Force an.

Für das Tiroler Problem mit dem Transitverkehr ist der Ausgang der Debatten von besonderer Bedeutung. Denn Österreich und damit die Brenner-Route locken Frächter mit Billigdiesel.

VP-Bundeskanzler Sebastian Kurz und Tirols Landeshauptmann Günther Platter stellten bei einem gemeinsamen Auftritt am Dienstag aber lieber den zweiten Pull-Faktor in den Fokus und forderten von Deutschland und Italien die Anhebung der Maut auf deren Teil des Korridors.

Enormer Umwegverkehr

So soll die Strecke, über die 2019 schon 2,5 Millionen Lkw fuhren, teurer werden und ein diesbezüglicher Nachteil gegenüber der Schweiz ausgeglichen werden. 40 Prozent der Lkw, die über den Brenner fahren, machen das trotz kürzerer Alternativrouten.

Um die Belastung der Bevölkerung zu senken, soll auch der Güterverkehr von der Straße auf die Schiene gebracht werden. Die Landesregierung versucht, den Frächtern – so gut es im Rahmen der eigenen Möglichkeiten geht– die Fahrt über die Autobahn zu vergällen.

So wurde etwa das sogenannte sektorale Fahrverbot, das den Transport bestimmter unverderblicher Massengüter mit schadstoffreichen Lastwagen untersagt, heuer einmal mehr verschärft.

Das scheint erste zarte Effekte zu zeigen. „Das neue Jahr hat mit einem starken Start für die RoLa (Rollende Landstraße) begonnen“, erklärte Tirols Verkehrslandesrätin Ingrid Felipe (Grüne) am Mittwoch bei einer Verladestelle in Wörgl. Bei den transportierten Lkw gäbe es ein Plus von 32 Prozent.

Mehr Kapazität

Konkret fuhren vom 1. Jänner bis 15. Februar des Vorjahres 16.165 Lkw auf der Schienen-Brennerachse. Im Vergleichszeitraum 2020 waren es 21.394. Für eine echte Entlastung auf der Straße müssten die Zahlen freilich deutlich steigen. Die RoLa-Kapazität soll heuer jedenfalls um 150.000 Lkw gesteigert werden.

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