Special Olympics-Gewinn soll in Olympia 2026 fließen

Grazer Koalition wll die Olympischen Ringe nach Gaz holen © Bild: APA/Ralf Hirschberger

Einzige Bürgerinformation Montagabend. Zuvor gab es politische Aufregung um Fnanzierung der Bewerbung.

Bevor Montagabend die einzige, groß angelegte "Informationsveranstaltung" für Bürger in der Grazer Stadthalle über die Bühne ging, gab es eine kleinere für Politiker: Die Kritiker von " Olympia 2026" erzwangen hierzu Sonderausschüsse im Gemeinderat.

Dort wurde laut KPÖ, Grünen und SPÖ dann aber klar, wie Schwarz-Blau die Bewerbung finanzieren will, zumindest teilweise: Das Geld könnte aus jenem Überschuss fließen, der von den Special Olympics aus dem Vorjahr übrig blieb.

Diese Überlegung ließ die Skepsis der Opposition dann noch wachsen. "Wer Graz mit rosaroter Olympiabrille in Verhandlungen mit dem IOC treiben will, riskiert ein Riesenloch im Budget", glaubte Karl Dreisiebner, Klubobmann der Grünen, nach der Sondersitzung. SPÖ-Stadtchef Michael Ehmann forderte einen "Faktencheck" und empörte sich über die mögliche Umleitung des Special Olympics-Überschusses. "Ich habe mir erwartet, dass dieses Geld in den Behindertensport fließt."

Um 250.000 Euro geht es da, Schwarz-Blau verteidigte prompt: Erstens sei das noch nicht beschlossen und zweitens sei gehe der Überschuss aus einem Veranstaltungsbudget ja niemandem ab.

Doch bei 250.000 Euro allein wird es sowieso nicht bleiben. Selbst die Triebfedern hinter den Olympischen Winterspielen 2026 mit dem Grazer ÖVP-Stadtchef Siegfried Nagl an der Spitze rechnen mit neun Millionen Euro an Bewerbungskosten. Sollte Graz tatsächlich im Herbst vom IOC als Kandidat auserkoren und 2019 als Austragungsstätte mit Schladming gemeinsam bestätigt werden, sollen die Spiele kostenneutral abgewickelt werden, trommelt Nagl seit Wochen. Die Summe von 1,2 Milliarden Euro wird immer wieder genannt.

Mit Sanktus des IOC

Skeptiker anderer Parteien rechnen aber mit mehr, vor allem wegen bekannter Details aus bisherigen Vertragsbedingungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). So hafte vor allem die Gastgeberstadt mit privatrechtlichem Vertrag über Planung, Organisation und Durchführung der Spiele. Die Republik müsste zudem Hoheitsrechte abgeben, etwa wenn es um Einreiseformalitäten geht. Wollte Österreich Münzen oder Briefmarken mit Olympia-Logo, müsste das IOC zustimmen.

Deshalb suchen Proponenten bereits nach Helfern, die wie in anderen Städten auch in Graz ein "Nolympia"-Komitee auf die Beine stellen. Das soll "überparteilich und unabhängig" agieren, wie es in einem Rundschreiben hieß.

( kurier.at ) Erstellt am 13.03.2018