© REUTERS/DAVID RYDER

Chronik Österreich
02/12/2020

Sommer im Winter: Bis zu 23 Grad am Montag

Laut Meteorologen sind am Sonntag schon bis zu 17 Grad möglich, bevor es am Montag rekordverdächtig mild wird.

von Birgit Seiser

"Raus in die Sonne" sollte die Devise für das bevorstehende Wochenende lauten. Nach dem stürmischen Wochenbeginn lenken die Tiefs Tomris, Uta und Victoria, die gerade über den Atlantik ziehen, immer mildere Luft zu uns. Die Wärme entsteht, weil die Luft vom warmen Wasser des Atlantiks aufgeheizt wird. Laut UBIMET-Meteorologen sind am Sonntag schon bis zu 17 Grad möglich. Rekordverdächtig mild wird es am kommenden Montag, dann klettern die Temperaturen am Alpenostrand auf bis zu 23 Grad.

Tief Uta lenkt zum Semesterferienbeginn in Oberösterreich und der Steiermark immer mildere Luft von der Iberischen Halbinsel in den Alpenraum. Am Samstag steigen die Temperaturen schon auf 6 bis 13 Grad, wobei es im Rhein- und Inntal sowie im Flachgau am mildesten wird. Höchstwerte um 10 Grad gibt es aber auch in den anderen Landeshauptstädten. Am Sonntag legen die Temperaturen weiter zu, 14 bis 17 Grad lassen dann vor allem von Vorarlberg bis zum Salzkammergut schon Frühlingsgefühle aufkommen.

Victoria kratzt an Sommertemperaturen

Der Höhepunkt der außergewöhnlich hohen Temperaturen wird dann am Montag erreicht. Mit Hilfe der mittlerweile doch schon kräftigen Sonne und leicht föhnigem Südwestwind erwärmt sich die Luft zu Beginn der neuen Woche verbreitet auf rund 15 Grad. „Noch milder wird es vom Flachgau bis zum Alpenostrand, hier liegen die Höchstwerte bei 18 bis lokal 23 Grad“, so der Meteorologe. „Dabei wird es im südlichen Wiener Becken wohl am mildesten.“ Der Allzeitrekord für Februar von 24,2 Grad – aufgestellt erst im Vorjahr in Güssing und Deutschlandsberg – dürfte somit zumindest ins Wanken geraten. Von einem Sommertag spricht man übrigens bei Temperaturen von 25 Grad. Normal zu dieser Jahreszeit wären im Flachland Höchsttemperaturen von 1 bis 6 Grad, der Montag liegt also rund 15 Grad über den jahreszeitlich erwartbaren Temperaturen.

Achtung Zecken! 

Zwar freuen sich viele Österreicher über die hohen Temperaturen, trotz der untypischen Jahreszeit, werden dadurch aber bereits Zecken aktiv. Denn der anhaltend milde Winter begünstigt Zecken. Dauerte die Zeckensaison früher von etwa März bis Ende Oktober, so sind die Spinnentiere inzwischen ganzjährig aktiv, so der deutsche Zeckenforscher Jochen Süss. „Bei  Bodentemperaturen ab sieben Grad marschieren sie los.“ Zecken sind Überträger von Krankheiten wie Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Hinzu komme, dass eingewanderte Arten wie Hyalomma-Zecken durch fehlenden Frost in unseren Breiten überwintern könnten, so Süss. Solche in Nordafrika, Südeuropa und Regionen Asiens heimischen Zecken seien schon in der Vergangenheit durch Vögel eingeschleppt worden, hätten dann aber den Winter nicht überlebt. Das habe sich durch die milde Witterung infolge des Klimawandels geändert. „Jetzt schafft sie es, auch in Deutschland ihren natürlichen Zyklus vom Ei über die Larve und Nymphe hin zum erwachsenen Tier zu durchlaufen.“

In Österreich wurde Hyalomma marginatum im Oktober 2018 erstmals von Experten der Veterinärmedizinischen (Vetmed) Universität Wien im Raum Melk (NÖ) nachgewiesen. Im vergangenen Jahr zeigte Georg Duscher vom Institut für Parasitologie der Vetmed dann, dass ein Exemplar der neu eingewanderten subtropischen Zeckenart bereits in Österreich überwintert hat. Der Nachweis gelang dem Forscher im April 2019 in einem Privathaushalt im Bezirk Braunau in Inn (OÖ).Die Hyalomma-Zecke sei nicht nur deutlich größer als der Gemeine Holzbock, sie bewege sich auch mit relativ hohem Tempo auf ihren Wirt zu, sagte Süss. Und sie ist potenzieller Überträger des gefährlichen Krim-Kongo-Fieber-Virus. Eine Infektion mit diesem Virus ruft eine Erkrankung hervor, die häufig als hämorrhagisches Fieber verläuft und tödlich enden kann. In Deutschland wurden bisher nur vereinzelte eingeschleppte Fälle nach Reisen bekannt. In FSME-Risikogebieten wird eine Schutzimpfung empfohlen. Gegen die von Bakterien übertragene Borreliose gibt es keinen zugelassenen Impfstoff. Im Jahr 2018 sind in Österreich 154 Fälle von FSME registriert worden.

 

In Deutschland stürmt es weiter

Eine schwere Sturmflut hat am Mittwoch Hamburg erreicht. Die Pegelstände in der Hansestadt lagen 2,76 Meter höher als das mittlere Hochwasser, sagte ein Sprecher des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie am Vormittag. Der Fischmarkt und einige Straßen am Hafen wurden laut Polizeiangaben überschwemmt. Verletzt wurde niemand. Einige Autos mussten aus dem Wasser gezogen werden. Auch die Nordseeküste in Schleswig-Holstein wurde von einer Sturmflut getroffen. Hier lagen die Wasserstände rund eineinhalb Meter über dem mittleren Hochwasser. Überschwemmungen oder größere Schäden habe es laut Polizeiangaben dort aber nicht gegeben.

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